Staubfreie und rieselfähige Pastillen herstellen Am laufenden Band pastilliert

Autor / Redakteur: Dr. Michael Kaiser / Wolfgang Ernhofer

Praktische Pastillen können mit Kühlbandanlagen hergestellt werden. Die Pastillen verhindern Agglomeratbildung, sind gut dosierbar und verklumpen im Weitertransport in der Regel nicht. Im Gegensatz zu Schuppen, Flakes oder Sprühgranulat bieten sie eine gute Rieselfähigkeit, eine höhere Schüttdichte und einen nur geringen Staubanteil.

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Praktisch weiterzuverarbeitende Pastillen als Ergebnis des Verfahrens.
Praktisch weiterzuverarbeitende Pastillen als Ergebnis des Verfahrens.
(Bild: Esico)

Beim Pastillieren wird ein schmelzförmig anfallendes, chemisches Produkt kontinuierlich in einzelne Tropfen zerteilt und auf einem endlos umlaufenden Edelstahlband aufgegeben. Dieses wird von unten in der Regel mit Wasser und von oben zusätzlich optional mit Luft gekühlt. Während des Transports kommt es somit zum Wechsel in die feste Phase, sodass das Produkt am Biegewechsel des Bandes als verfestigter Tropfen bzw. als Pastille abgenommen werden kann.

Dank ausschließlich indirekter Kühlung ist eine anschließende Trocknung der Pastillen nicht notwendig und die Verarbeitung auch hygroskopischer und wasserlöslicher Chemikalien, wie z.B. MSA, möglich.

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Einflussfaktoren für Pastillenform und Pastillengröße

Während bei der Aufgabe des Produktes in Streifen und als Film das Konfektionieren des Produktes durch anschließendes Schneiden bzw. Brechen erst nach dem Abkühlen erfolgt, werden beim Pastillieren bereits bei der Produktaufgabe Form und Größe des Endprodukts ohne einen zusätzlich benötigten Arbeitsgang festgelegt.

​Die Leistung wird beim Verfahren Esiform nicht primär durch das Ausdosieren der Schmelze, sondern durch die zur Verfügung stehende Kühlfläche definiert und liegt meist zwischen 100 und 5000 kg pro Stunde und Anlage. Die Drehzahl des Systems und die notwendige Kühlzeit werden durch die Rheologie und die physikalischen Eigenschaften des Produktes vorgegeben. Dabei besteht eine hyperbolische Abhängigkeit der Höhe und damit des Volumens des abgelegten Tropfens von seinem Durchmesser.

Weitere wichtige Parameter für Durchsatz, Form und Größe der Pastille sind Aufgabetemperatur, Viskosität und Oberflächenspannung. Die Abmessungen der Pastillen, die sich üblicherweise zwischen drei und acht Millimeter bewegen, sind wiederum abhängig von der Produktpumpengeschwindigkeit, der Rotationsgeschwindigkeit des perforierten Außenzylinders und den Bohrungslochdurchmessern.

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