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Responsible-Care-Wettbewerb 2017

3M für Fluorpolymer-Recycling-Verfahren ausgezeichnet

| Redakteur: Tobias Hüser

Die Gewinner des Wettbewerbs: Burkhard Anders und Ina Vrancken von 3M Deutschland mit VCI-Präsident Kurt Bock (v.l.n.r.).
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Die Gewinner des Wettbewerbs: Burkhard Anders und Ina Vrancken von 3M Deutschland mit VCI-Präsident Kurt Bock (v.l.n.r.). (Bild: VCI/Darchinger)

Im jüngsten Responsible-Care-Wettbewerb zeichnete der Verband der Chemischen Industrie (VCI) vier beispielhafte Leistungen von Mitgliedsunternehmen aus. Den ersten Platz belegte 3M mit dem Fluorpolymer-Recycling-Verfahren. Auch Aurubis, die Grillo-Werke und Akzo Nobel konnten sich über Preise freuen. Zum dritten Mal wurde auch ein besonderes Projekt eines mittelständischen Chemieunternehmens prämiert.

Frankfurt – Der jüngste Responsible-Care-Wettbewerb stand unter dem Motto „Wir haben gute Ideen zur Kreislaufwirtschaft“. Der VCI rückte dabei vorbildliche Projekte zur zirkulären Wirtschaft im Rampenlicht: Der erste Preis geht in diesem Jahr nach Burgkirchen an 3M Deutschland im Werk von Dyneon, die mit dem Projekt „Up-Cycling von vollfluorierten Kunststoffen – Circular Integration to closing the loop“ an den Start gegangen ist. In der weltweit ersten Pilotanlage können Fluorpolymere durch ein thermisches Verfahren (Pyrolyse) recycelt werden.

Kunststoff-Up-Cycling statt Deponie

Weltweit erste Fluorpolymer-Up-Cycling-Anlage

Kunststoff-Up-Cycling statt Deponie

05.06.15 - Neue Anlage produziert Kunststoffe aus End-of-Life-Produkten – Dyneon hat den Kreislauf geschlossen. Das Chemieunternehmen hat im bayerischen Burgkirchen eine Anlage in Betrieb genommen, mit der sich erstmals die Abfälle wertvoller Materialien aus Fluorpolymeren wiederaufbereiten lassen. lesen

Bis zu 500 t vollfluorierten Kunststoffabfalls können jährlich in der Anlage in Burgkirchen zu Tetrafluorethen-Monomeren umgewandelt und dann wieder als Rohstoff zur Herstellung neuer Fluorpolymere genutzt werden. Die Jury lobte, dass mit diesem neuartigen Recycling-Verfahren der Fluorpolymer-Kreislauf geschlossen werden kann. „Dadurch werden nicht nur Abfall- und CO2-Ströme eingespart, sondern das Verfahren bietet auch eine alternative Flussspat-Quelle“, heißt es in der Begründung.

Preise für gemeinsamen Wertstoffkreislauf

Mit dem zweiten Platz ehrt die Jury das Gemeinschaftsprojekt Closing the loop – Gemeinsamer Wertstoffkreislauf von Aurubis und Grillo-Werke“ von Aurubis aus Lünen und der Grillo-Werke aus Duisburg. In einem speziellen Recyclingverfahren (Kayser-Recycling-System) verarbeitet Aurubis kupferhaltige Sekundärrohstoffe mit einer Vielzahl begleitender Elemente. Bei diesem Prozess fällt ein zinkhaltiger Filterstaub an, der zudem weitere wertvolle Metalle wie Kupfer, Zinn und Blei enthält. Die Grillo-Werke nutzen diesen als Rohstoff, um Zinksulfat herzustellen, welches u.a. als Spurenelementträger in der Futter- und Düngemittelindustrie Verwendung findet. Bei der Extraktion des Zinks fällt im Grillo-Prozess ein Reststoff an, der Kupfer, Zinn und Blei in nun angereicherter Form enthält. Diesen Rückstand nimmt Aurubis in die eigenen Produktionsanlagen zurück, bringt diese Metalle in Form von Produkten aus und schließt so den Wertstoffkreislauf. Die Jury beeindruckte, dass hier ein standortübergreifendes Verbundsystem geschaffen wurde: „Damit können die Unternehmen Ressourcen einsparen und Arbeitsplätze sichern. Das Projekt kann anderen Firmen als Vorbild dienen“, so die Begründung für die Ehrung.

Ein Video über die Projekte der Responsible-Care-Preisträger 2017 können Sie auf Youtube ansehen.

Rückstandsfreie Chlorproduktion

Den dritten Platz belegt in diesem Jahr Akzo Nobel Industrial Chemicals in Bitterfeld mit dem Projekt „Die rückstandsfreie Chlorproduktion ist das Rückgrat des bestehenden Stoffverbunds im Chemiepark Bitterfeld Wolfen – AkzoNobel als Grundpfeiler einer zuverlässigen und nachhaltigen Chemie-produktion“. Das Projekt beschreibt einen Stoffverbund, an dem sich insgesamt vier Unternehmen beteiligen: Der eingesetzte Ausgangsstoff Rohsole wird in einen rückstandsfreien Sole-Kreislauf geführt. Mittels Elektrolyse stellt Akzo Nobel zunächst Natronlauge, Chlor und Wasserstoff her. Bevor der Wasserstoff mit dem Chlor weiterverarbeitet wird, reinigt Linde diesen und speist überschüssige Mengen in das eigene Wasserstoffnetz ein. Der Chlorwasserstoff von Akzo Nobel dient Evonik Industrie zur Produktion von Siliziumtetrachlorid. Dieser Ausgangsstoff wird von Heraeus Quarzglas GmbH & Co.KG schließlich zu hoch synthetischem Quarzglas weiterverarbeitet. Der dabei anfallende chlorhaltige Abgasstrom wird mit Natronlauge, welchen Akzo Nobel liefert, gewaschen. Dabei fällt eine Salzlösung an, die schließlich erneut dem Rohsolestrom zugeführt wird – der Kreislauf wird geschlossen. Dieses Verbundprojekt überzeugte die Jury schnell: „Es stellt einen rückstandsfreien Solekreislauf dar, an dem sich gleich vier Unternehmen beteiligen und ein Standort gesichert wird.“

Mittelstandspreis für Klärschlammverwertungsanlage

Den Mittelstandspreis bekommt Mainsite aus Obernburg für das Projekt „Bau einer Klärschlammverwertungsanlage zum Recycling von Zink und zur thermischen Verwertung von Klärschlämmen“. Mit Zink belastete Abwässer des Industrie Centers Obernburg wurden bisher über eine Gemeinschaftskläranlage der Mainsite und des Abwasserzweckverbands Main-Mömling-Elsava entsorgt. Die anfallenden Klärschlämme wurden getrocknet und später in einem Kohlekraftwerk thermisch verwertet. Die Suche nach einem nachhaltigeren Verfahren war erfolgreich: Mainsite und der Abwasserzweckverband legten eine Flüssigklärschlamm-Leitung von der Gemeinschaftskläranlage zur Verwertungsanlage im Industrie Center Obernburg und bauten eine Verbrennungsanlage zur thermischen Vorbehandlung des Klärschlamms. Darin wird der Klärschlamm auf ein Drittel der Ausgangsmenge reduziert. Aus dem Rückstand wird der Rohstoff Zink zurückgewonnen und wiederaufgearbeitet. Ausschlaggebend war für die Jury, dass dank des neuen Verfahrens Transporte vermieden wurden. Außerdem konnte Energie zur Trocknung der Klärschlämme eingespart und eine Möglichkeit der stofflichen Verwertung geschaffen werden.

Der Responsible-Care-Wettbewerb wird über die VCI-Landesverbände ausgetragen. Hier hatten sich die vier prämierten Projekte aus insgesamt 35 durchgesetzt. Alle Landessieger nehmen automatisch am Bundeswettbewerb teil.

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