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Staubentsorgung Zentrale Staubentsorgung erhöht die Sicherheit und senkt Kosten

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Viele Systeme führen zu schlecht beherrschbaren und teuren Schnittstellen – dies galt auch für Filteranlagen einer über die Jahre gewachsenen Pharmaproduktion. Mit einer umfassenden Modernisierung und einer zentralen Staubentsorgung konnten sowohl der Schutz von Mensch, Maschine und Produkt erhöht, als auch die Wartungs- und Instandhaltungskosten gesenkt werden.

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Das installierte System operiert bei zwei getrennten Druckstufenbereichen. Dadurch wird der Staub zentral und kontaminationsfrei entsorgt. (Bild: Herding)
Das installierte System operiert bei zwei getrennten Druckstufenbereichen. Dadurch wird der Staub zentral und kontaminationsfrei entsorgt. (Bild: Herding)

Bei der Herstellung von Solida kommt in allen Prozessstufen der sicheren Entstaubung eine besondere Bedeutung zu. Dies beginnt bei der Wirkstoffherstellung mit der Handhabung der aktiven Ingredienzien und endet beim Transport und Verpacken der fertigen Tabletten und Kapseln.

Bei einem großen Hersteller von Generika mit mehreren hundert Mitarbeitern in Deutschland war die Produktion über die Jahre gewachsen. Die notwendige Entstaubung entwickelte sich zum Teil zu weit auseinander liegenden Insellösungen mit unterschiedlichsten Filterfabrikaten. Damit bestand an vielen Stellen Kontaminationsgefahr durch die Staubentsorgung und beim Filterwechsel. Um diese Gefahr und die Kosten zu reduzieren, sollte eine Lösung gefunden werden, bei der der Staub zentral und kontaminationsfrei entsorgt und häufige Filterwechsel vermieden werden. Erschwerend kam noch hinzu, dass neben den Entstaubungsanlagen auch Absaugstellen für Staubsauger und pneumatischer Staubtransport integriert werden mussten, sodass innerhalb des Systems unterschiedliche Druckstufen zu berücksichtigen waren.

Systematische Überprüfung

Vor diesem Hintergrund wurde die vorhandene Entstaubung systematisch überprüft und ein neues Filtersystem vorgeschlagen, wobei soweit möglich vorhandene Komponenten verwendet wurden. Dieses neue System wurde installiert und ist seit mehr als eineinhalb Jahren praktisch wartungsfrei – bis auf die zentrale kontaminationsfreie Staubentsorgung – in Betrieb. Entsprechend der Vorgaben durch das Lastenheft des Betreibers waren einige Probleme zu lösen und sich teilweise widersprechende Forderungen in Einklang zu bringen. Prinzipiell musste ein Staubsaugeranschluss für geringe Luftmengen und hohe Unterdrücke geschaffen werden. Dazu gab es Mindestströmungsgeschwindigkeiten in den teils langen Rohgasleitungen. Es mussten definierte und konstante Absaugeleistungen realisiert werden, z.B. beim Verpacken, damit weder Produkt eingesaugt wird noch Staub in der Verpackung bleibt. Insgesamt ergaben sich große Luftmengen bei niedrigem Unterdruck, z.B. bei Düsenplatten, sowie eine pneumatische Staubförderung mit hohem Unterdruck aus Filteranlagen mit unterschiedlichen Stäuben zur Zentralabsaugung. Verlangt wurden außerdem eine Atex-konforme Ausführung des Filtersystems mit Explosionsunterdrückung in den entsprechenden Bereichen, eine kontaminationsfreie Staubentsorgung sowie die Einhaltung vom Containment bei verschiedenen OEL-Stufen. Eine weitere Forderung betraf den Safe Change aller Filterelemente.

Konstante Betriebsbedingungen waren gefordert, und es durfte zu keiner Störung bei der Zuluft bzw. den Drücken im Druckzonenbereich der Produktion trotz unterschiedlichster Luftbedarfsmengen kommen. Weitere Randbedingungen betrafen die hohe Verfügbarkeit der Anlage bei geringem Platzbedarf, niedrige Betriebs- und Wartungs- bzw. Instandhaltungskosten sowie ein sehr enges Zeitfenster für den Umbau.

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