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Staubentsorgung

Zentrale Staubentsorgung erhöht die Sicherheit und senkt Kosten

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Zentral und kontaminationsfrei

Diese Anforderungen zu erfüllen, stellte nicht nur eine Herausforderung an das Engineering, sondern auch an die Ausrüstung und besonders an die Systemsteuerung. Nachdem Staubproben analysiert und das Safe Change der Filterelemente im Technikum nachgewiesen waren, konnte Herding Filtertechnik ein schlüssiges und überzeugendes Konzept vorstellen und in Zusammenarbeit mit der Firma Imtech umsetzen. Schließlich wurde ein System installiert, das bei zwei getrennten Druckstufenbereichen operierte:

  • Arbeitsplatz und Maschinenentstaubung mit zum Teil großem Luftvolumen erfolgte durch Filteranlagen mit üblichem Unterdrucklevel von maximal 2500 Pa. Die Filteranlagen und die Staubentsorgung können jeweils systemabhängig angesteuert werden, sodass auch konstante Betriebsbedingungen gewährleistet werden.
  • Der anfallende Staub wird pneumatisch an eine zentrale, regelbare Staubsauganlage mit einem Unterdruck von maximal 500 mbar gefördert. An diese Anlage sind auch die Staubsaugeranschlüsse angeschlossen.
  • Hervorzuheben ist, dass kein Unterschied zwischen hochwirksamen und normalen Stoffen mehr gemacht werden muss, sondern generell innerhalb eines Systems auf Safe Change gesetzt werden kann.

Sinterlamellenfilter haben eine hohe Abscheideleistung, wodurch die nachgeschalteten Sicherheitsfilter nur gering beaufschlagt und daher selten gewechselt werden müssen. Damit ist auch die Forderung nach hoher Verfügbarkeit der Anlagen bei geringen Wartungs- und Betriebskosten erfüllt. Sollte trotzdem ein Austausch beliebiger Filter erforderlich werden, kann dies unter (kontaminationsfreien) Safe Change-Bedingungen mit teilweiser WIP-Vorreinigung erfolgen. Um den Atex-Anforderungen gerecht zu werden, wurden das Filtergerät Pharmex, das aufgrund seiner Konstruktion keine tertiären Maßnahmen benötigt, eingesetzt oder einzelne Anlagenteile mit Explosionsunterdrückung ausgerüstet, wobei der Sinterlamellenfilter selbst als Staub-Ex-Zonen-Sperre wirkt.

Die zentrale Staubsauganlage erzeugte systembedingt und wegen der maximal 120 Meter langen Förderstrecken bei Anlagenaufstellung in einer anderen Halle eine Absaugleistung von maximal 2500 m3/h bei einem Unterdruck von 500 mbar. Der Staub aus dem Containment-System wird in ein Continuous Liner-System (CLS) gefördert, das die Forderungen nach einer kontaminationsfreien Staubentsorgung erfüllt.

Dieses Beispiel zeigt, dass auch vorhandene Anlagen zum Personen- und Produktschutz ganzheitlich und gebäudeübergreifend optimiert und modernisiert werden können. Der Nachweis des Containments des Systems wurde zum Schluss mit dem SMEPAC-Lactosetest an den kritischen Stellen der Rohrleitungswege, Anlagen und insbesondere bei der CLS-Einheit (zentralen Staubentsorgung) vom Betreiber erfolgreich geprüft.

* Der Autor ist Prokurist bei der Herding GmbH Filtertechnik, Amberg.

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Über den Autor

Anke Geipel-Kern

Anke Geipel-Kern

Leitende Redakteurin PROCESS/Stellvertretende Chefredakteurin PharmaTEC, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik