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Fernwirktechnik in der Wasserversorgung Wie Sie Fernwirktechnik zur Steuerung und Anbindung an die Leittechnik nutzen

| Autor/ Redakteur: Tarak Viol und Joachim Ledermann / Dr. Jörg Kempf

Im Wasserbereich setzt der südhessische Energiedienstleister GGEW auf Fernwirktechnik von Wago – und zwar mit Doppelfunktion: Ein Industrie-PC im Tiefsammelbehälter und Controller in Hochbehältern werden für die Steuerung der kompletten Wasserversorgung eingesetzt. Sie sind über das Fernwirkprotokoll gemäß IEC 60870-5-104 an die Leittechnik angebunden.

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Wago-Fernwirkcontroller der Serie 750 sind in den Ortsnetzstationen für die Übertragung von Meldungen und für die Steuerung der Mittelspannungsschaltanlagen zuständig.
Wago-Fernwirkcontroller der Serie 750 sind in den Ortsnetzstationen für die Übertragung von Meldungen und für die Steuerung der Mittelspannungsschaltanlagen zuständig.
(Bild: Andreas Renz/vor-ort-foto.de)

Die GGEW (Gruppen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße) versorgt als kommunaler Energiedienstleister Menschen, Industrie- und Gewerbebetriebe in Südhessen mit Wasser, Gas und Strom. Insgesamt 16 Hoch- und Tiefbehälter sichern zusammen mit zwei Brunnen und sieben Pumpstationen rund um die Uhr die Versorgung der betreuten Gemeinden mit Trinkwasser.

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Das Wasser bezieht die GGEW fast ausschließlich aus dem hessischen Ried. Bevor es allerdings in die Haushalte gelangt, wird es im Tiefsammelbehälter Bensheim zwischengelagert. Der Speicher mit einem Volumen von 4500 m³ dient als Puffer. Von ihm aus wird das Wasser in die drei zentralen Hochbehälter Kirschberg, Süd und Schien gepumpt, die es schließlich weiterverteilen.

Fernwirktechnik für Wasserspeicher

Sämtliche Wasserbehälter und Pumpstationen werden fernwirktechnisch überwacht. Die Steuerung und Regelung des Tiefsammelbehälters Bensheim, des dortigen Pumpwerks sowie mehrerer Hochbehälter wurden in den letzten Jahren mit Wago-Fernwirktechnik gemäß IEC 60870-5-104 realisiert. Jüngstes Einsatzgebiet für die Automatisierungstechnik aus Minden war die Erweiterung der Pumpstation im Tiefsammelbehälter um zwei 100 kW-Pumpen.

Für die bestehende, über 15 Jahre alte Steuerung gab es keine Ersatzteile mehr, darüber hinaus konnte sie nicht um neue Schnittstellen erweitert werden. Die alte Steuerung wurde durch einen Wago-I/O-IPC (758-874/000-130) ersetzt. Die kompakten und robusten Steuerungen werden aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit bei Projekten mit entsprechend anspruchsvollen Fernwirkaufgaben eingesetzt. An den Industrie-PC ist ein 15-Zoll-Touch-Panel der Perspecto-Serie angeschlossen, über das die Anlage visualisiert wird. Die vielfältigen Schnittstellen des I/O-IPC lassen Systemerweiterungen einfach zu. Die I/O-Module der Serie 753, die u.a. im Bensheimer Tiefsammelbehälter im Einsatz sind, haben zudem eine steckbare Verdrahtungsebene, was Montage und Service deutlich erleichtert.

Uwe Sänger, technischer Bereichsleiter bei GGEW, war in seiner vorherigen Position als Teamleiter Stromversorgung für die Fernwirktechnik verantwortlich und erklärt: „Wir wollten keine proprietären, sondern offene Protokolle, auch um Geld zu sparen. Die IEC 60870-5-104 auf Ethernet-Basis ist für uns eine Supersache, weil wir damit auch bei den Geräten viel flexibler sind. Nur auf diese Weise schaffen wir es, unseren hohen Automatisierungsgrad von fast 100 Prozent zu realisieren.“

An der Wago-Technik schätzen die Experten der GGEW die Möglichkeit des Fernwirkens, gepaart mit der eigenständigen Programmierung in einem Gerät. „Egal, ob IPC oder Feldbuscontroller – wir können die Fernwirktechnik abbilden und gleichzeitig Programme in derselben Steuerung hinterlegen. Dazu sind keine zwei separaten Systeme nötig“, weiß Christoph Russ vom Team Stromversorgung, der bei GGEW für die Programmierung der Steuerungen zuständig ist.

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