Fernwirktechnik in der Wasserversorgung

Wie Sie Fernwirktechnik zur Steuerung und Anbindung an die Leittechnik nutzen

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Controller kommunizieren über Modbus/TCP

In den drei Hochbehältern Kirschberg, Süd und Schien kommen Ethernet-Fernwirkcontroller (750-880/025-001) sowie diverse I/O-Module der Serien 750 und
753 zum Einsatz. Die gemäß IEC 61131-3 programmierbaren Steuerungen decken umfangreiche Anforderungen der Fernwirktechnik ab. Sie unterstützen neben Modbus/TCP (UDP) die IEC-Fernwirkprotokolle gemäß IEC 60870, IEC 61850 und IEC 61400 und eignen sich somit sehr gut zur prozessübergreifenden Automatisierung und Vernetzung der gesamten Fernwirkanwendungen.

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Die Feldbuscontroller in den Hochbehältern haben überwiegend Überwachungsaufgaben. „Der Bediener kann über eine Sollwertvorgabe vom Leitsystem aus bestimmen, bei welchem Höhenstand im Hochbehälter die Pumpe in der Pumpstation anläuft. Die SPS steuert dann die nötige Menge und schaltet die Pumpe wieder ab, wenn der Grenzwert erreicht ist“, sagt GGEW-Mitarbeiter Udo Brunnengräber, der in der Leitwarte für die Visualisierung verantwortlich ist.

Die drei Steuerungen sind über Modbus/TCP direkt an den I/O-IPC im Tiefsammelbehälter angebunden. Russ: „Wir müssen wissen, wann ein Schieber der Hochbehälter geöffnet ist, um nicht gegen das geschlossene System zu fahren. Das könnte zu Schäden führen.“ Der IPC fragt darüber hinaus die Daten für die Pumpenregelung ab.

Da die Wago-Steuerungen beide Protokolle unterstützen – das lizenzbehaftete Fernwirkprotokoll nach IEC 60870-5-104 und das offene Modbus-Industrieprotokoll –, werden die Anwendungen effi-
zient und kostengünstig reali-
siert. Das Fernwirkprotokoll wird nur dort abgebildet, wo es not-
wendig ist. Brunnengräber: „Die
Wago-Fernwirksteuerungen der Hochbehälter und des Tiefsammelbehälters kommunizieren gemäß IEC 60870-5-104 mit der Leitwarte. Untereinander erfolgt der Datenaustausch via Modbus/TCP. Das funktioniert sehr gut.“

Wissen, was im Netz passiert

Ethernet-Fernwirkcontroller des Typs 750-880/025-001 sind darüber hinaus in zahlreichen Ortsnetzstationen installiert – die GGEW setzt Wago-Fernwirktechnik seit 2008 in ihren Trafostationen ein. Ihre Aufgabe ist weitestgehend die Übertragung von Meldungen sowie die Steuerung der Mittelspannungsschaltanlagen. Technischer Bereichsleiter Sänger: „Mittels Fernüberwachung sind wir stets auf dem aktuellen Stand und sehen, wo es eine Störung gibt, sich ein Defekt anbahnt oder ein Messwert aus der Reihe läuft. Die Störausfallzeiten konnten dadurch deutlich reduziert werden.“

* T. Viol ist Technischer Vertriebsberater und J. Ledermann ist Systemberater, beide Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG, Minden.

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