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Handelsblatt-Tagung Chemie 2015 Wie muss die Chemiebranche auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren?

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Weg vom Silodenken hin zu Allianzen und Partnerschaften über die gesamte Wertschöpfungskette heißt eine Losung, die auf der diesjährigen Handelsblatt-Tagung Chemie 2015 in Düsseldorf ausgegeben wurde.

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Wacker-CEO Rudolf Staudigl (mitte) und Bayer Material Science-Finanzvorstand Frank Lutz (rechts) stellen sich den Fragen des Publikums. Ganz links Moderator Günther von Au (Vorstandsmitglied Clariant).
Wacker-CEO Rudolf Staudigl (mitte) und Bayer Material Science-Finanzvorstand Frank Lutz (rechts) stellen sich den Fragen des Publikums. Ganz links Moderator Günther von Au (Vorstandsmitglied Clariant).
(Bild: Anke Geipel-Kern )

Gemessen an den Zahlen kann sich die deutsche Chemische Industrie wirklich nicht beschweren. Mit einer Wirtschaftskraft von 193,6 Milliarden Euro (Stand 2014) ist Deutschland innerhalb der europäischen Chemie Klassenprimus und immerhin der drittstärkste Industriezweig im Inland. Doch trotz Umsatzrekorden bei BASF, Bayer und Wacker – gefühlt geht es der deutschen Chemie offenbar überhaupt nicht gut.

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Deutsche Konzernlenker fühlen sich in die Zange genommen von den hohen Energiepreisen hierzulande, der mangelnden politischen Unterstützung, dem Schiefergasboom in den USA und der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China. Kaum einer der Referenten der diesjährigen Handelsblatttagung Chemie 2015, der nicht Klage über die Gesamtsituation führte und mindestens eines der erwähnten Stichworte in seinen Vortrag einbaute.

Fehlende Linie in der deutschen Energiepolitik

Der Industriestandort Deutschland steht – wie so oft in den letzten Jahren – in der Diskussion. Es fehle Planungssicherheit und eine klare Linie bei der Energiepolitik, moniert Wacker-Chef Dr. Rudolf Staudigl, der vor einer Deindustrialisierung warnt. Unter diesen Umständen, meint er, sei kein Investitionsschub möglich.

Die deutsche Chemie sucht also nach Rezepten. Wie geht man mit der Energiewende um? Wie weist man die aufstrebende asiatische Konkurrenz in ihre Schranken? Wie entkommt die Branche den vielen geopolitischen Brandherden?

Klar ist: In einer Welt, die sich rasant ändert, muss die Chemiebranche raus aus ihrer Komfortzone. Vorbei sind die guten alten Zeiten in den 90ger Jahren als Deutschland mit Höchst, Bayer und BASF mit drei breit aufgestellten Konzernen von Weltrang aufwarten konnte.

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