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Spatenstich Westfalen baut weitere Kohlendioxid-Produktion

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Mit dem Spatenstich in Lüdinghausen startet der Gasespezialist Westfalen den Bau einer zweiten Kohlendioxid-Produktion. Laut Vorstandsvorsitzendem Wolfgang Fritsch-Albert sollen die neuen Anlagen in Frankfurt-Höchst und Lüdinghausen das Unternehmen unabhängiger von Lieferanten machen.

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Spatenstich für die neue Kohlendioxid-Produktionsanlage in Lüdinghausen
Spatenstich für die neue Kohlendioxid-Produktionsanlage in Lüdinghausen
(Bild: Westfalen)

Lüdinghausen – Im Gewerbegebiet Wieschebrink fand der erste Spatenstich für eine neue Kohlendioxid-Produktionsanlage statt. Der Produzent für technische Gase Westfalen will insgesamt vier Millionen Euro in die Anlage investieren. Sie soll im September auf dem 1200 Quadratmeter großen Grundstück in Betrieb gehen und dann pro Stunde 2,3 Tonnen Kohlendioxid produzieren, was einer Jahresleistung von etwa 17 000 Tonnen entspricht.

Als Rohstoff der Produktion dient Kohlendioxid (CO2), das bei Gärungsprozessen der Alkoholherstellung bei der benachbarten Firma Eal Euro-Alkohol anfällt. Der Umweltnutzen ist beachtlich: „Wir recyceln ein bisher nicht genutztes Abfallprodukt und sorgen für seine Wiederverwendung“, erläuterte Westfalen-Projektleiter Heinz Gausling. Auch bei Eal freut man sich auf diese Kooperation: „Durch die Anbindung an die neue Kohlendioxid-Anlage können wir die CO2-Emissionen unserer Alkohol-Produktion drastisch reduzieren“, betonte Eal-Geschäftsführer Dr. Bernhard Strotmann.

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Eine 35 Meter lange Pipeline transportiert demnächst das Rohgas von Eal in das neue Werk. In der Maschinenhalle durchläuft es dann eine Reinigungs- und Verflüssigungsanlage. Danach wird das auf –25 °C abgekühlte CO2 in einen der drei Hochtanks im Freien gepumpt. Jeder Tank kann 100 Tonnen flüssiges CO2 aufnehmen. Unmittelbar vor den Behältern entsteht eine Tankwagen-Verladestation, in der autorisierte Fahrer selbständig CO2 tanken können, um es dann zu Großkunden oder den Werken und Lägern von Westfalen zu transportieren.

Die Anlage kommt in der Regel ohne Bedienpersonal aus. Steuerung und Überwachung übernimmt die rund um die Uhr besetzte zentrale Westfalen-Leitwarte in Hörstel (bei Osnabrück). Darüber hinaus werden täglich in regelmäßigen Abständen Kontrollgänge von geschultem und eingewiesenem Personal durchgeführt. Bei gravierenden Störungen schaltet sich die Anlage automatisch ab.

CO2 wird in zahlreichen Branchen eingesetzt: Beispielsweise in der Wasseraufbereitung – etwa zur Neutralisierung alkalischer Abwässer. Besonders in der Lebensmittelherstellung (als sprudelnder Zusatz bei Getränken oder zum Verpacken unter Schutzatmosphären) und in der pharmazeutischen Industrie sind hohe Qualitätsstandards gefragt. Für die neue Anlage ist das kein Problem – sie erreicht Reinheiten bis 5.0 (99,999 Volumenprozent) und erfüllt damit laut Hersteller die Anforderungen von Coca Cola und ISBT (International Society of Beverage Technologists). Eine ausgefeilte Analytik ist vor Ort in der Lage, die Qualität des hergestellten Gases jederzeit und zeitnah zu überprüfen.

Die Anlage in Lüdinghausen ist bereits die zweite Kohlendioxid-Produktion von Westfalen. In Frankfurt-Höchst fand kürzlich der Spatenstich für die erste CO2-Herstellung der Münsteraner statt – dort im Rahmen eine Joint Ventures mit anderen mittelständischen Gaseherstellern. „Mit eigenen CO2-Produktionen setzen wir ein deutliches Zeichen. Bislang mussten wir CO2 von Wettbewerbern und unabhängigen Produzenten beziehen“, betont Wolfgang Fritsch-Albert, Westfalen-Vorstandsvorsitzender. „Mit den Anlagen in Lüdinghausen und Frankfurt machen wir uns unabhängiger von Lieferanten und verbessern die Liefersicherheit für die Anwender.“

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