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„So arbeitet Deutschland“-Umfrage

Wenn der 10-Stunden-Arbeitstag zur Normalität wird

| Redakteur: Tobias Hüser

Moderne Arbeitsbedingungen bedeuten Flexibilität, Selbstbestimmung und Agilität. Doch zugleich steigen Überstunden, Druck und psychische Probleme. Dies sind die Ergebnisse der repräsentativen Studie „So arbeitet Deutschland“ der Personalberatung Sthree. Mehr als die Hälfte der 1500 befragten Angestellten und Selbstständigen in Deutschland arbeiten auch mal mehr als die gesetzlich erlaubten zehn Stunden pro Tag – und das meist im Wissen ihres Vorgesetzten. Die Konsequenzen bleiben nicht aus: Viele sehen bereits jetzt mentale Probleme als wesentliche Folge der neuen Arbeitswelt.

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Arbeiten in Deutschland - wenn Wünsche auf die Wirklichkeit treffen.
Arbeiten in Deutschland - wenn Wünsche auf die Wirklichkeit treffen.
(Bild: Sthree)

München – In Deutschland gilt: Niemand darf länger als zehn Stunden am Tag arbeiten. Dass das jedoch nicht immer eingehalten wird, zeigen die aktuellen Ergebnisse: Laut 53 % der Befragten kommt es in ihrem Job vor, dass sie mehr als die gesetzlich vorgeschriebene maximale Tagesarbeitszeit arbeiten. „Diese Zahl allein ist bereits bedenklich“, meint Sthree-Geschäftsführer Timo Lehne. „Jedoch zeigt sich obendrein: Bei 71 % weiß der Chef meist oder sogar immer darüber Bescheid.“ Ist eine Tageshöchstzeit also überhaupt noch realistisch? Nein, sagen 59 % der Befragten: Sie plädieren für eine maximale Wochen- oder gar Monatsarbeitszeit.

Denn Mehrarbeit bringt Nachteile mit sich. Bei 77 % macht sich der Stress im Arbeitsleben bereits deutlich bemerkbar. Und das von zweierlei Seiten: 30 % der Angestellten und Selbstständigen fühlen sich vor allem vom Vorgesetzten oder Auftraggeber unter Druck gesetzt, 28 % jedoch am ehesten von sich selbst. Haben wir die Folgen von New Work also selbst in der Hand? Vielleicht, meint Lehne: „Obwohl gerade Flexibilität und Autonomie Kernbegriffe der neuen Arbeitswelt sind, zeigt die Studie doch deutlich: Arbeitnehmer und Freelancer in Deutschland wünschen sich mehr Stabilität und Struktur, um Zeit- und Leistungsdruck zu verringern.“ Eine bessere Balance zwischen Arbeitsumfang und -zeit (32 %), klare Anweisungen (24 %) und mehr Planbarkeit (23 %) sind die Top 3-Wunschfaktoren für weniger Belastung.

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Dass Handlungsbedarf besteht, machen die So arbeitet Deutschland-Ergebnisse deutlich: 63 % sehen mentale Probleme wie Burnout oder Schlafstörungen bereits jetzt als eine Folge von New Work. 67 % befürchten sogar, die psychische Belastung werde in den nächsten Jahren noch steigen. Besonders problematisch vor diesem Hintergrund: Nach wie vor, so empfinden mehr als die Hälfte der Befragten in Deutschland, werden körperliche Schwächen ernster genommen. 71 % wünschen sich deshalb von ihrem Arbeit- bzw. Auftraggeber eine Gleichbehandlung körperlicher wie mentaler Probleme.

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