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880 Millionen Euro von 30 Unternehmen

Weltweite Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt gestartet

| Redakteur: Alexander Stark

Am 16. Januar 2019 fand in London der offizielle Start der Initiative „Alliance to End Plastic Waste“ (AEPW) statt. An der Initiative beteiligen sich über zwei Dutzend global tätiger Unternehmen der Wertschöpfungskette Kunststoff. Von den Chemieunternehmen, deren Konzernzentralen in Deutschland angesiedelt sind, beteiligen sich BASF, Covestro und Henkel an der Initiative.

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Die „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ hat bereits Mittel von rund 880 Millionen Euro zugesagt.
Die „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ hat bereits Mittel von rund 880 Millionen Euro zugesagt.
(Bild: gemeinfrei / CC0)

London/Großbritannien – Die 30 Gründungsmitglieder umfassende Allianz zu der unter anderem Procter & Gamble, Lyondell Basell, Dow, Veolia und BASF gehören, will mit der Initiative Lösungen voranbringen, die die Entsorgung von Plastikmüll in die Umwelt, insbesondere in die Weltmeere, verringern und vermeiden. Die „Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt“ hat bereits Mittel von rund 880 Millionen Euro zugesagt, mit dem Ziel, 1,3 Milliarden Euro im Laufe der nächsten fünf Jahre in verschiedene Projekte und Kooperationen zu investieren. Neue Lösungen zur Minimierung und zum Management von Plastikabfällen sollen entwickelt und im Industriemaßstab auf den Markt gebracht werden. Hierzu gehören auch Lösungen zur Wiederverwendung bereits genutzter Kunststoffe, um eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.

Götz Erhardt, Geschäftsführer Chemie und Natural Resources beim Beratungsunternehmen Accenture, sagte der Redaktion PROCESS gegenüber, dass Plastikmüll ein globales Problem sei. „Regularien wie das neue Lucid-Verpackungsregister spielen lokal zwar eine wichtige Rolle, eine Allianz auf globaler Ebene ist aber der erste entscheidende Schritt in Richtung einer internationalen Besserung“, so Erhardt. Doch würden sich die Konzerne einer Mammut-Aufgabe stellen, denn nicht nur schaffen gesellschaftliche und gesetzliche Besonderheiten Grenzen. Auch die Transparenz der Wertschöpfungskette sei entscheidend, um erfolgreich zu sein. Hier könne der Einsatz digitaler Prozessentwicklungen einen entscheidenden Mehrwert bringen. Und nicht zuletzt müssten innovative Produkte sowie Handels- und Kreislaufkonzepte auf den Markt gebracht werden, die mit weniger Einwegmaterialien auskommen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

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In seinem Statement zum Start der Allianz betonte Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands und Chief Technology Officer der BASF, dass sein Unternehmen das Ziel, Plastikmüll in der Umwelt zu reduzieren nachdrücklich unterstütze. Der Chemiekonzern gründe die Allianz gegen Plastikmüll in der Umwelt mit, weil er Lösungen vorantreiben und fördern wolle, die effektiv dazu beitragen, das weltweite Plastikmüll-Problem zu lösen. Seiner Meinung nach sind Kunststoffe effiziente Materialien, die Ressourcen schonen können und der Gesellschaft Vorteile in der Gesundheit, Sicherheit und im Alltag bieten würden. Diese Vorteile könnten konterkariert werden, wenn Kunststoffe und ihre Abfälle nicht verantwortungsvoll genutzt, entsorgt oder recycelt werden.

Auch der Verband der Chemischen Industrie (VCI) begrüße die Initiative. Die chemische Industrie in Deutschland stehe für innovative Lösungen, um den nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgang mit Verpackungsmaterial zu stärken, erklärt Hans Van Bylen, Vorstandsvorsitzender von Henkel und Präsident des VCI.

Verpackungsmüll in der Umwelt vor Ort bekämpfen

Die AEPW will ihre Aktivitäten zunächst auf die Regionen konzentrieren, die hauptsächlich für den Eintrag von Plastikmüll in die Weltmeere verantwortlich sind: Asien-Pazifik und Afrika. Dort will die Allianz mit Regierungen und Verwaltungen auf unterschiedlichen Ebenen und mit Partnern aus der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Untersuchungen hätten laut VCI gezeigt, dass rund 90 % des Kunststoffabfalls über zehn Flüsse in die Weltmeere gelangen. Acht der Fließgewässer liegen in Asien, zwei in Afrika. Andere Forschungsergebnisse belegen, dass sich 60 % des marinen Plastikmülls fünf Ländern in Südostasien als Ursprung zuordnen lassen.

Die Allianz ist eine gemeinnützige Organisation, an der sich Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette für Kunststoff und Konsumgüter beteiligen: Chemie- und Kunststoffhersteller sowie Unternehmen der Konsumgüterindustrie, des Handels und der Abfallwirtschaft. Die Allianz wird auch mit Regierungen, zwischenstaatlichen Organisationen, Hochschulen, Nichtregierungsorganisationen und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und mit diesen Akteuren in gemeinsame Projekte zur Vermeidung von Plastikmüll in der Umwelt investieren. So arbeitet AEPW von Anfang an mit dem Weltwirtschaftsrat für Nachhaltige Entwicklung (WBCSD) als strategischen Partner sowie dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNE) zusammen.

Die folgenden Unternehmen sind Gründungsmitglieder der Alliance to End Plastic Waste (AEPW): BASF, Berry Global, Braskem, Chevron Phillips Chemical Company, Clariant, Covestro, CP Group, Dow, DSM, Exxon Mobil, Formosa Plastics Corporation USA, Henkel, Lyondell Basell, Mitsubishi Chemical Holdings, Mitsui Chemicals, Nova Chemicals, Oxy Chem, Poly One, Procter & Gamble, Reliance Industries, Sabic, Sasol, Shell, Suez, SCG Chemicals, Sumitomo Chemical, Total, Veolia und Versalis (Eni).

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