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Prozessanalysentechnik

Warum Sie endlich Prozessanalysentechnik nutzen sollten

| Autor: Anke Geipel-Kern

Vom smarten Sensor zur Prozessintelligenz – Unter diesem Motto kam das 11. Kolloquium Prozessanalytik im historischen Kuppelsaal der TU Wien zusammen. Die fast 200 Teilnehmer waren sich einig: Die Prozessanalytik muss raus aus dem Elfenbeinturm und endlich den Ruch der Komplexität ablegen. Doch wie soll das funktionieren? Wie bekommt der vielbeschworene Trialog zwischen Geräteherstellern, Wissenschaft und Industrieanwendern endlich den letzten Schliff?

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Wer befreit PAT aus dem akademischen Silo?
Wer befreit PAT aus dem akademischen Silo?
( © buhanovskiy - Fotolia)

Ob Petro-, Polymerchemie, Biotechnologie oder klassische Syntheseverfahren – Prozessanalysentechnik kann Verfahren optimieren, Ausbeuten erhöhen und Kosten senken. Das ist Konsens bei allen Beteiligten, und ginge es allein um den Nutzen, wären Methoden wie Raman-, MIR-, NIR- oder UV/VIS-Spektroskopie längst flächendeckend eingeführt.

Doch PAT steckt fest. Trotz einer lebhaften, überaus diskussionsfreudigen Community, die viele Ansätze und Möglichkeiten verfolgt, folgt der Praxisschock, sowie man in die Chemiebetriebe schaut. Der Löwenanteil aller im Feld installierten Messstellen ist klassische Prozessmesstechnik, also Druck, Temperatur, Durchfluss und Füllstand.

Die Anzahl der PAT-­Messstellen in den Betrieben steigt nur langsam. Über 80 PAT-­taugliche Analysemethoden gibt es, darunter Gasmess- und Gaswarntechnik, Refraktometrie, Dichte-, Viskositäts- und Feuchtemess­technik, paramagnetische Sauerstoffmessung und Photometrie bis hin zu Chromatographie und Spektroskopie.

Doch von den komplexeren Methoden werden allein die spektroskopischen in größerem Maßstab eingesetzt. Und ein kritischer Blick in die Szene zeigt ein deutliches universitäres Übergewicht, was die Methodenentwicklung angeht. Ein Umstand, den auch PAT-Experten bedenklich finden.

PAT verständlich machen

Der Wertbeitrag von PAT werde gerade bei den komplexeren Analysemethoden und Sensorsystemen häufig nicht klar gesehen, weil er zu akademisch transportiert werde, betont etwa Dr. Thomas Steckenreiter, Leiter Support und Services bei Bayer Technology Services, immer wieder gerne. Einfacher dürfte das in Zukunft auch nicht werden, denn die Verknüpfung von PAT mit Industrie 4.0 verlangt eher noch komplexere Argumentationsketten, und auch die Möglichkeiten, die smarte Sensortechnik eröffnen, sind nicht mit drei einfachen Sätzen erklärt. Guter Rat ist also teuer.

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