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CAE-PLT-Engineering Warum integriertes Engineering kein Allheilmittel ist

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Ralph Rösberg und Martin Dubovy von Rösberg Engineering sind für integriertes Engineering. Allerdings nicht um jeden Preis. Heterogene CAE-Landschaften spiegeln die Wirklichkeit in den Unternehmen und unterstützen ihren Ansatz „Von Jedem das Beste“. Das wird auch Thema auf dem Digital Plant Kongress sein.

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Martin Dubovy, Rösberg Engineering: „Damit Informationen über Systemgrenzen hinwegfließen und Änderungen nachvollziehbar sowie kontrollierbar bleiben, messen wir dem revisionssicheren Datenaustausch und der Standardisierung eine große Bedeutung zu.“
Martin Dubovy, Rösberg Engineering: „Damit Informationen über Systemgrenzen hinwegfließen und Änderungen nachvollziehbar sowie kontrollierbar bleiben, messen wir dem revisionssicheren Datenaustausch und der Standardisierung eine große Bedeutung zu.“
(Bild: Rösberg)

Hier geht´s zum Programm und zur Registrierung Digital Plant Kongress.

Integriertes Engineering ist bei der Anlagenplanung die reine Lehre. Wie aber in einer heterogenen IT-Landschaft der lückenlose Datenfluss organisiert werden soll, darüber streiten sich die Geister. Und auch wenn die Vorzeigeprojekte der marktbeherrschenden CAE-Hersteller anderes versprechen – zwischen Theorie und Praxis liegt immer noch ein himmelweiter Unterschied. „Wir erleben gerade in einem aktuellen Projekt, dass wir von dem idealisierten Ansatz integriertes System meilenweit entfernt sind“, erzählt Martin Dubovy, Leiter Produktmanagement Plant Solutions bei Rösberg.

Über die Frage woran das liegt, kann man trefflich spekulieren. „Integrierte Ansätze scheitern einfach oft an den Randbedingungen, wie z.B. Zeit- und Kostendruck. Dann wird eben auch einmal ein Planungsansatz genommen, der schon in der Schublade liegt, weil das eben schneller geht“, so ein Erklärungsversuch von Dubovy. Auch die meisten Planungsingenieure sind Gewohnheitstiere und trennen sich ungern von ihren gewohnten IT-Werkzeugen.

Die Folge: Die Beharrungskräfte selbst in den bei Integrationsprojekten führenden Betreiberfirmen sind groß und die Barriere zwischen PLTisten und Verfahrensplanung füllt Diskussionsrunden. Welche Lösungen externe Projektpartner nutzen, ist Dubovys Erfahrung nach ohnehin kaum zu beeinflussen. „Je mehr Partner ins Spiel kommen, desto schwieriger wird es integrierte Lösungen durchzusetzen.“

Erschwerend kommt hinzu, dass alle CAE-Unternehmen mit entsprechenden Ansätzen zurzeit eine One-stop-shop-Politik betreiben. Und je monolithischer CAE-Systeme werden, desto mehr Aufwand müssen angrenzende Gewerke für den Datenaustausch betreiben.

Wer unterbricht den Teufelskreis?

PLT-Planer sitzen ohnehin irgendwie zwischen allen Stühlen und sind deshalb den Umgang mit den unterschiedlichsten Softwarewerkzeugen respektive Schnittstellen gewohnt. „Als PLT-Spezialist müssen wir offen sein zu anderen Gewerken“, betont Geschäftsführer Ralph Rösberg.

Ralph Rösberg: „Als PLT-Spezialist müssen wir offen sein zu anderen Gewerken.“
Ralph Rösberg: „Als PLT-Spezialist müssen wir offen sein zu anderen Gewerken.“
(Bild: Rösberg)

Deshalb entwickeln die Karlsruher Softwareentwickler für Prodok schon seit Jahren Adapter, welche die Übergabe von Prozessdaten aus verschiedenen an der Planung beteiligten Software-Tools ans PLT-CAE-System ermöglichen. Bei der Übergabe erhalten die Daten die Information, wann und von wem sie geändert wurden sowie einen Status. „Nur wenn diese Informationen nachvollziehbar sind, lassen sich Fehler vermeiden. Der revisionssichere Datenimport spielt bei Prodok eine wichtige Rolle“, betont Dubovy. Inzwischen stehen viele solcher Adapter zur Verfügung, z.B. für Smartplant P&ID, AutocAD P&ID oder ähnliche Systeme.

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