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Standortportrait Vom Sanierungsfall zum Vorzeigestandort

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Wie verwandelt man einen Sanierungsfall in einen Standort, der zum Vorzeigeprojekt innerhalb eines Konzerns avanciert? Mit Geld, Konsequenz und einem engagierten Team hat Wacker hat aus dem ehemaligen VEB-Chemiewerk im sächsischen Nünchritz einen Verbundstandort gemacht, dessen Verbundstruktur Effizienz- und Kostenvorteile bringt. PROCESS hat sich davon vor Ort überzeugt.

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Standort Nünchritz aus der Vogelperspektive
Standort Nünchritz aus der Vogelperspektive
(Bild: Wacker )

Idyllisch gelegen – das ist eine Formulierung, die bei der Beschreibung eines Chemiestandortes meistens nicht fällt. Doch auf das Wacker-Werk Nünchritz trifft diese Beschreibung tatsächlich zu. Durch Spargelfelder, Weinberge und Äcker nähert man sich den Rohrleitungsbrücken und Destillationskolonnen, die aus der Entfernung eine beeindruckende Skyline bilden – Luftlinie 7,5 Kilometer zu Diesbar-Seußlitz, dem nördlichsten Anbauort der sächsischen Weinstraße.

Direkt neben dem Werk plätschert die Elbe. Schwer vorstellbar, dass das träge dahin fließende Gewässer beim letzten Jahrhunderthochwasser dem Team um Werksleiter Gerd Kunkel und der Betriebsfeuerwehr einige schlaflose Nächte bescherte.

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Das Werk Nünchritz hat jedoch nicht nur das Jahrhunderthochwasser überstanden, sondern zuvor auch noch andere, weitaus turbulentere Zeiten: zwei Weltkriege, die Demontage durch die DDR und noch einiges mehr.

Die Entwicklung des ehemaligen VEB-Standorte ist eine Erfolgsstory, die an das Märchen von der Verwandlung des hässlichen Entleins in den stolzen Schwan erinnert und auf die man bei Wacker mit einigem Stolz blickt. Vor dem Kauf im Jahr 1998 hatte sich nämlich bereits die ehemalige Fa. Hüls an der Sanierung des heruntergewirtschafteten Silikon-Standortes versucht, war aber an der Komplexität der Aufgabe gescheitert.

„Zu hohe operative Kosten, zu geringe Produktionskapazitäten und die Stillstandszeiten zu lang.“ Was Werksleiter Gerd Kunkel vorfand, als er 1999 das Ruder übernahm, war vorsichtig ausgedrückt suboptimal und nicht geeignet, um im hart umkämpften Wettbewerb der Silicium-Herstellung mithalten zu können.

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