Standortportrait

Vom Sanierungsfall zum Vorzeigestandort

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Herausforderung bewältigt

16 Jahre und 1,5 Milliarden Euro später hat sich das gründlich geändert. Die sprichwörtlichen blühende Landschaften, die Altbundeskanzler Helmut Kohl nach der Wende versprach, hier sind sie Wirklichkeit geworden. Die Mitarbeiterzahl hat sich in der Zwischenzeit von 700 auf 1400 verdoppelt und die 1998 noch vorhandenen Freiflächen wurden geschlossen. Den größten Schub, nämlich ein Plus von 500 Mitarbeitern, gab es von 2009 bis 2011 als innerhalb von drei Jahren eine neue Polysilicium-Anlage hochgezogen wurde, die pro Jahr 15 000 Tonnen hochreines Silicium für die Solarzellen-Produktion ausspuckt – und damals die erste Polysilicium-Herstellung außerhalb des Stammsitzes Burghausen war. 900 Millionen Euro ließ sich der Konzern die Investition kosten, und wenn sich der Silicium-Bedarf den Marktprognosen entsprechend entwickelt, sollen die Kapazitäten bis 2017 auf 20 000 Jahrestonnen steigen.

Eine große Herausforderung, sei dieser Schritt gewesen, sagt Werksleiter Kunkel. Innerhalb von zwei Jahren in dem strukturschwachen Gebiet 500 neue Mitarbeiter zu rekrutieren, zu schulen und in die bestehende Mannschaft zu integrieren, war ein Kraftakt, aber auch ein Vertrauensbeweis in die Zukunftsfähigkeit des Standortes.

Noch in diesem Jahr soll übrigens in Tennessee/USA eine Schwesteranlage mit einer Kapazität von 20 000 Tonnen pro Jahr ans Laufen kommen, wodurch sich bis Ende 2017 der Gesamtausstoß auf 80 000 Tonnen Polysilicium jährlich addieren könnte. In der Liga der Polysilicium-Hersteller spielt Wacker damit ganz vorne mit: 51 000 Tonnen davon hat der Konzern 2013 verkauft – rund ein fünftel der weltweit installierten Kapazitäten von 250 000 Tonnen.

Preis und Ausbeute zählen

In den letzten Jahren haben Überkapazitäten die Preise für Solarsilicium gedrückt, doch der Markt erholt sich, und dank eines klugen Deals mit China, bleibt der Konzern von den Anti-Dumping- und Anti-Subventionszöllen, die das Riesenreich erhebt, verschont.

Getrieben werden die Absatzmengen durch den boomenden Photovoltaik-Markt, noch in diesem Jahr erwarten die Wacker-Experten einen Anstieg der installierten Kapazitäten auf 50 bis 60 Gigawatt, vor allem in China. Und hier in Asien sitzen zugleich auch die größten Wettbewerber. Bestehen kann nur, wer gute Qualität zu niedrigen Herstellkosten liefern kann.

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