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Vertragsgestaltung im Großanlagenbau

Verträge richtig aushandeln – mit diesen Tipps gehen Sie auf Nummer sicher

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Jürgen Hahn* / Anke Geipel-Kern

Wenn Projekte schiefgehen, will es keiner gewesen sein. Deshalb ist die Vertragsgestaltung nicht nur Sache der Kaufleute. Unser Autor sagt Ihnen, was Sie als Ingenieur auf jeden Fall wissen sollten

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Mit diesen Tipps gehen Sie bei der Vertragsgestaltung im Großanlagenbau auf Nummer sicher.
Mit diesen Tipps gehen Sie bei der Vertragsgestaltung im Großanlagenbau auf Nummer sicher.
(Bild: gorralit, stockphoto mania/Fotolia.com; [M]-Grimm)

Bei komplexen Investitionsprojekten im Anlagen- und Sondermaschinenbau verläuft nicht immer alles nach Plan. Unscharfe technische Spezifikationen, gestörte Bauabläufe, behinderte Konstruktionsprozesse und, und, und. Die Liste lässt sich fortsetzen. Das fiktive Projekt zeigt die Fallstricke und arbeitet oft auftretende Szenarien ab.

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Die große Erleichterung

Endlich ist der Projektvertrag mit dem Kunden unterschrieben. Die Angebotserarbeitung und die folgenden Vertragsverhandlungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer hatten sich fast zwei Jahre hingezogen. Jetzt war für den Auftragnehmer der Druck des fehlenden Neugeschäfts aber wirklich groß geworden: Folgeprojekte waren nicht in Sicht. Kurzarbeit drohte. „Glück gehabt“, dachten sich jetzt alle Beteiligten, vom Vertriebsteam bis zur Geschäftsführung. Um den Auftrag des neuen Kunden zu erhalten, musste der Auftragnehmer jedoch sehr knappe Termine akzeptieren. Auf den Meilensteinen für Basic Engineering, Montagebeginn und Provisional Acceptance lagen vertraglich vereinbart „wirklich knackige“ Liquidated Damages („pauschalierter Schadenersatz“).

Gefahr im Verzug

„Wir können dies. Wir haben in zig Projekten gezeigt, dass wir auch mit knappen Realisierungszeiträumen in Projekten umgehen können“. Das war beim Auftragnehmer der Tenor aller am Projekt Beteiligten, während das Angebot erarbeitet wurde. Nicht gerechnet hatte der Auftragnehmer jedoch damit, dass der Auftraggeber sich anders verhielt als die üblichen Kunden, die er schon kannte.

Der Projektvertrag wurde durch Unterschrift beider Vertragsparteien in Kraft gesetzt. Der vertraglich vereinbarte Terminplan für die Meilensteine war, wie erwähnt, sehr knapp. Also machte sich das Projektteam mit Hochdruck daran, das Basic Engineering der Anlage voranzutreiben.

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