Kohlevergasung Uhde hat Kohlevergasungsverfahren von RWE Power gekauft

Redakteur: Sonja Beyer

Seit 35 Jahren arbeiten RWE und Uhde auf dem Gebiet des Hochtemperatur-Winkler-Verfahrens zusammen. Nun hat Uhde die Technologie zur Kohlevergasung übernommen.

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Dortmund – Die beiden Unternehmen kooperierten seit der ersten Ölkrise 1975, um einen Wirbelschicht-Vergasungsprozess für die Nutzung der rheinischen Braunkohle zu entwickeln. Das Hochtemperatur-Winkler-Verfahren (HTW-Verfahren) ist eine Weiterentwicklung der ursprünglich bei Umgebungsdruck arbeitenden Winkler-Kohlevergasung. Die Vorteile liegen im Wesentlichen in der besseren Rohstoffnutzung, der erheblich größeren Vergaserkapazitäten für Großanlagen und darin, dass die Bildung von Nebenprodukten vermieden wird.

Mit dem Kauf ist Uhde nun alleiniger Eigentümer mit sämtlichen Rechten, Know-how und Patenten und tritt fortan als Technologie- und Lizenzgeber für das Verfahren auf. „Neben der Flugstromvergasung, dem Prenflo-Verfahren, steht Uhde mit dem HTW-Verfahren nun ein Kohlevergasungsprozess zur Verfügung, der besonders für Braunkohlen, Steinkohlen mit hohen Ascheschmelzpunkten sowie für Biomassen wie Holz, Torf, aber auch Hausmüll geeignet ist. Gerade bei diesen Einsatzstoffen wird ein großer Zukunftsmarkt gesehen”, sagt Karsten Radtke, Leiter des Uhde-Bereichs Gastechnik. Das HTW-Verfahren stoße auf weltweit steigendes Interesse. Zurzeit bearbeitet das Unternehmen einen neuen Planungsauftrag für eine HTW-Vergasung in Schweden für die Firma Värmlands Metanol, wo Holz in Methanol umgewandelt werden soll. Neben Europa werden derzeit weitere HTW-Projekte verfolgt, z.B. in Australien und Indien.

Nach ersten Erfahrungen mit einer drucklosen Technikumsanlage an der RWTH Aachen ging 1978 eine HTW-Pilotanlage bei RWE in Frechen bei Köln in Betrieb. Der Nachweis der großtechnischen Reife des Verfahrens erfolgte zwischen 1986 und 1997 mit dem Betrieb einer von Uhde geplanten HTW-Demonstrationsanlage ebenfalls bei RWE in Berrenrath bei Köln. In der Anlage wurden insgesamt über 3,6 Millionen Tonnen Braunkohle zur Erzeugung von Synthesegas für die Methanolproduktion verarbeitet. Dabei gelang es auch, den Einsatz von Kunststoffabfällen im industriellen Maßstab erfolgreich zu demonstrieren. Die erste kommerzielle HTW-Großanlage zur Biomassevergasung wurde von Uhde 1988 in Oulu/Finnland in Betrieb genommen. Sie setzte Torf als Rohstoff zur Erzeugung von Ammoniak ein. Zudem wurden in den 1990er Jahren intensive Versuchs- und Planungsarbeiten für die Anwendung des HTW-Verfahrens für moderne Kombikraftwerke,IGCC (Integrated Gasification Combined Cycle)-Kraftwerke, durchgeführt. 2000 setzte Uhde das HTW-Verfahren erstmals bei der Verstromung von Hausmüll in Japan ein.

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