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Füllstandmessung

Standard gesucht – Füllstandmessung kombiniert Altbewährtes mit Innovation

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

Rund 20 verschiedene physikalische Messprinzipien stehen dem Anwender zur Bestimmung des Füllstands zur Verfügung. Um für die jeweilige Applikation das passende Messprinzip zu finden, ist eine genaue Analyse des Messortes notwendig.

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Füllstandmessumformer sind unerlässlich in der Prozessindustrie. Hier sind im Bild Füllstandmessumformer mit geführtem Radar in Zweileitertechnik zu sehen, die sich für Flüssigkeiten, Schlämme, Trennschichten und Schüttgüter eignen.
Füllstandmessumformer sind unerlässlich in der Prozessindustrie. Hier sind im Bild Füllstandmessumformer mit geführtem Radar in Zweileitertechnik zu sehen, die sich für Flüssigkeiten, Schlämme, Trennschichten und Schüttgüter eignen.
( Bild: Siemens )

Wie soll das ideale Füllstandmessgerät aussehen? Aus nachvollziehbaren Gründen ist für viele Anwender das auf der vergangenen Hauptsitzung aufgeworfene Namur-Standardgerät, dass 80 Prozent der Anwendungen abdecken soll, von großem Interesse. Das aus der Conjoint-Analyse hervorgegangene Idealgerät besitzt ein Metallgehäuse, eine Vorortanzeige und -bedienung, verfügt über Diagnosefunktionen, und die Anforderung an die Messgenauigkeit sind Standard.

Selbst die Hersteller zeigen sich aufgeschlossen. So begrüßt Krohne die Definition des Idealgerätes durch die Namur ausdrücklich. „Wir stimmen mit der Definition der Namur überein und nehmen sie sehr ernst. Im Moment sind wir dabei, die Anforderungen in unseren Geräten umzusetzen“, berichtet Volker Lenz vom Produktmanagement Füllstandmesstechnik bei Krohne. Auch bei Siemens sieht man sich gut gewappnet. Bei Grenzstandmessungen decken das Pointek CLS 300 und CLS 500 nach eigenen Angaben die Forderungen der Anwender ab. Bei kontinuierlichen Füllstandmessungen entsprechen der Sitrans LG 200, basierend auf dem Messprinzip der geführten Mikrowelle, und der Sitrans LC 500, der auch für Trennschichtmessungen geeignet ist, diesen Bedingungen.

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Tücken in der Praxis

„Die Bemühungen der Namur sind mit Blick auf den wachsenden Kostendruck und die sich aus einer Produktstandardisierung ergebenden Einsparpotenziale nachzuvollziehen“, bestätigt Dr. Klaus Kluger, Direktor Marketing und Sales für den Bereich Instrumentierung bei Emerson, sieht jedoch Tücken in der Praxis: „Natürlich finden Sie schon heute ein solches Gerät in unserem Produktprogramm. Die tägliche Erfahrung mit unseren Anwendern zeigt uns jedoch, dass es ein Idealgerät nicht gibt.“ Seiner Meinung nach lassen die vielfältigen Applikationen in den verschiedenen Bereichen der Füllstandmessung eine solche Standardisierung gar nicht zu. Unterschiedliche Prozessbedingungen, Dielektrizitätskontstanten der Medien, Einbauten u.ä. machen eine spezifische Auswahl des geeigneten Gerätes und seiner Antenne erforderlich. „Auch für uns als Hersteller wäre eine Standardversion eines Füllstandgerätes aus produktionstechnischer Sicht her ideal“, räumt Dr. Kluger ein. „Die Anforderungen unserer Kunden nehmen auf diesen Wunsch aber keine Rücksicht und so werden wir unser Portfolio weiter breit aufstellen.“

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