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Hays-Expertentipp für berufserfahrene Ingenieure So nutzen Sie die krisenbedingte Flaute zur Weiterqualifizierung

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Der aktuelle Hays Fachkräfte-Index legt offen, was Viele schon ahnten: die Nachfrage nach Ingenieuren in der verarbeitenden Industrie kühlte im zweiten Quartal 2020 deutlich ab und sank in den jeweiligen Branchen auf ein historisches Tief. Recruitingexpertin Katharina Hain verrät, wie berufserfahrene Ingenieure die Flaute karrierewirksam nutzen können.

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Katharina Hain, Abteilungsleiterin Recruitment bei Hays
Katharina Hain, Abteilungsleiterin Recruitment bei Hays
(Bild: Ulrich Zillmann)

Mannheim – Mit Blick auf die ausgeschriebenen Stellen im Bereich des Ingenieurswesens insgesamt, fielen die Stellenrückgänge allerdings sehr unterschiedlich aus. Demnach wurden Automatisierungsingenieure am wenigsten gesucht, gefolgt von Versuchs- und Verfahrensingenieuren. Chemie- und Betriebsingenieure hatten verglichen damit allerdings weniger hohe Einbußen. Basierend auf strukturellen Veränderungen – Wertschöpfungsstränge vieler Produktionsbetriebe verändern sich – kommen massive Einstellungsstopps sowie reduzierte Arbeitszeiten krisenbedingt hinzu. Und während viele Unternehmen versuchen, über Kurzarbeit Jobs zu retten, tun sich für Ingenieure (besonders im Bereich Anlagenbau, Verfahrenstechnik und Automatisierung), die gestern noch voll ausgelastet waren, heute freie zeitliche Kapazitäten auf, die es jetzt sinnvoll zu nutzen gilt. Denn die strukturelle Erholung der erwähnten Industrien wird sich laut Aussagen der Experten länger hinziehen, als erwartet. Dabei sollten die betroffenen Ingenieure nicht erst auf die Entwicklung einer Qualifizierungsstrategie ihres Arbeitgebers hoffen, sondern selbst initiativ werden und überlegen, welche Weiterqualifizierung sie attraktiv für den Marktmarkt hält.

Da das Automatisierungs-Geschäft künftig verstärkt von heterogenen Teamstrukturen und interdisziplinären Projekten geprägt sein wird, ist es ratsam, in Soft Skills und in die Entwicklung interkultureller Kompetenzen, wie bspw. Team- und Kommunikationsfähigkeit oder Durchsetzungsstärke, zu investieren. Mit diesen Kompetenzen fällt es leichter, Aufgaben mit hohem Vernetzungsgrad erfolgreich im Team zu koordinieren. Zwar verlegen viele Betriebe derzeit ihre Produktion wieder ins Inland, dennoch wird auch vor Ort in internationalen Teams gearbeitet. Insbesondere sollten die Ingenieure darauf achten, wie anpassungsfähig sie sind, wenn es zum Beispiel darum geht, in stets wechselnden Teamkonstellationen zu arbeiten. Denn gerade jetzt kommt es häufiger vor, dass immer wieder Kollegen ausfallen, da Stellen gestrichen werden. Die Projekte müssen aber dennoch weiterlaufen. Neben der Anpassungsfähigkeit gehören auch Teamkommunikation sowie Selbst- und Zeitmanagement zu den wichtigen Fähigkeiten.

Besonders geeignet sind hier entsprechende Webinare oder interaktive Lerneinheiten, die während der beschäftigungsfreien Zeitauf der Agenda stehen sollten. Einige Weiterbildungsanbieter haben ihr Kursangebot im Hinblick auf Soft Skills und neue Arbeitstechniken für Ingenieure bereits erweitert. Hier können On Demand Kurse für Moderationstrainings in interdisziplinären Gruppen oder auch Selbstorganisation und Aufgabenpriorisierung belegt werden. Denn genau diese Zusatzqualifikationen werden Ingenieure künftig verstärkt brauchen, um in interdisziplinären Teams deren Zusammensetzung stark schwankt, zurecht zu kommen.

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