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Nadelschutzsysteme So können Nadelschutzsysteme in bestehende Prozesse integriert werden

| Autor/ Redakteur: Angela Lünemann / Anke Geipel-Kern

Ein kleiner Stich mit einer infizierten Kanüle kann schlimme Folgen haben. Deshalb nimmt eine neue EU-Richtlinie Ärzte und Krankenhäuser stärker in die Pflicht, um Nadelstichverletzungen zu verhindern. Wie können Pharmahersteller reagieren?

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(Bild: Schreiner)

In Europas Krankenhäusern und Arztpraxen kommt es jedes Jahr zu mehr als einer Million Nadelstichverletzungen. Ärzte, Krankenschwestern, Pflege- aber auch Reinigungskräfte sowie Wäscherei- und Küchenpersonal sind dadurch einem er- höhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Mit der Umsetzung der Richtlinie 2010/32/EU per 11. Mai 2013 zum Schutz vor Verletzungen durch scharfe und spitze medizinische Instrumente in nationales Recht stehen Arbeitgeber verstärkt in der Pflicht. Sie müssen das Risiko einer Infektion analysieren, entsprechende Maßnahmen einleiten und den aktuellen Stand der Technik einsetzen, um potenzielle Risiken zu minimieren. Dazu zählt auch der Einsatz von Nadelschutzsystemen.

Als Nadelstichverletzung werden alle Stich-, Schnitt- oder Kratzverletzungen mit scharfen oder spitzen medizinischen Instrumenten – etwa Kanülen, Lanzetten, Skalpellen – bezeichnet, die durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten des Patienten verunreinigt sein können. Darüber hinaus können auch Blutkontakte mit nicht intakter Haut und Schleimhautkontakte von Auge, Mund und Nase eine Infektion verursachen. Jede noch so kleine Verletzung birgt bereits ein Risiko, sich durch einen infektiösen Patienten anzustecken: Bei Hepatitis B liegt die Wahrscheinlichkeit bei 30 %, bei Hepatitis C bei 3 % und bei HIV bei 0,3 %.

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Schritt 1: Risikoanalyse

Die Richtlinie 2010/32/EU empfiehlt den Verantwortlichen in Krankenhäusern und Arztpraxen zunächst zu bewerten, in welchen Situationen sich Arbeitnehmer verletzen können, und wo der Kontakt mit Blut und anderem infektiösen Material nicht auszuschließen ist. Nach der Risikoabschätzung müssen Maßnahmen zur Risikovermeidung getroffen und dokumentiert werden. Als erstes gilt es, den Gebrauch scharfer/spitzer Instrumente zu vermeiden und möglichst durch andere Geräte oder Praktiken zu ersetzen. Generell müssen medizinische Geräte mit integriertem Sicherheitsmechanismus zum Einsatz kommen, sofern es dafür bereits technische Lösungen gibt.

Um sichere Arbeitsgeräte eindeutig zu definieren, trat im Oktober 2013 die ISO 23908-1 „Schutz vor Stich- und Schnittverletzung“ in Kraft. Diese betrifft Anforderungen, Prüfverfahren und Schutzeinrichtungen für einmalig verwendete Nadeln zur Injektion, für Katheter sowie die Kathetereinführung und für Nadeln zur Blutentnahme (ISO/DIS 23908-1:2009). Darüber hinaus befasst sie sich mit dem Schutz von Injektionsnadeln sowohl durch aktive als auch passive Sicherheitsvorrichtungen.

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