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Explosionsschutzmaßnahmen

Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Explosionsschutz richtig kombiniert

| Autor/ Redakteur: Mariana Becker, Dr. Johannes Lottermann / Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

„Explosionsschutz ist teuer!“ – Allerdings erscheinen diese Kosten angesichts der katastrophalen Ausmaße von Explosionen dann doch eher gering. Für ein „adäquates“ Explosionsschutzkonzept müssen Anlagenbetreiber einen Mix aus vorbeugenden und konstruktiven Schutzmaßnahmen finden. Welche Probleme bei der Umsetzung auftreten können, zeigt das Beispiel eines Entstaubungsfilters.

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(Bild: Rembe)

Angesichts der geringeren Eintrittswahrscheinlichkeit von Explosionsereignissen im Vergleich zu Bränden, ist die Frage nach dem Sinn kostenintensiver Explosionsschutzmaßnahmen nachvollziehbar. Die Diskussion um Sinn oder Unsinn ist allerdings überflüssig, da die Investitionen rechtlich gefordert sind. Viel interessanter ist die Frage, was unter „adäquaten“ Explosionsschutzmaßnahmen zu verstehen ist.

Gemäß TRGS 720 / TRBS 2152 „Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre“ hat ein Arbeitgeber im Rahmen seiner Verpflichtungen nach dem Arbeitsschutzgesetz (einschließlich der Vorschriften nach der Gefahrstoffverordnung und der Betriebssicherheitsverordnung) die Gefährdung seiner Beschäftigten zu ermitteln, zu bewerten und die notwendigen Schutzmaßnahmen abzuleiten. So hat er in den ersten Schritten seiner Gefährdungsbeurteilung zu prüfen, ob brennbare Stoffe vorhanden sind und mit der Bildung explosionsfähiger Atmosphären in gefahrdrohenden Mengen zu rechnen ist.

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Erst die „Zoneneinteilung“, dann die Schutzmaßnahmen

Der Gesetzgeber gibt zwar explizit Maßnahmen zur Vermeidung gefährlicher explosionsfähiger Atmosphären durch Ersatzstoffe sicherheitstechnischen Vorrang – doch Arbeitgeber wissen um die Praxisrelevanz dieser bevorzugten Schutzmaßnahme. Ein Bäcker benötigt nun einmal Mehl und Zucker, ein Kraftwerk verbrennt Kohle und in einem Spanplattenwerk fallen Holzstäube an. Da diese Stoffe staubexplosionsfähige Atmosphären bilden können, ist in allen diesen Beispielen grundsätzlich Explosionsgefahr gegeben.

Wenn also eine explosionsfähige Atmosphäre nicht sicher verhindert werden kann, hat der Arbeitgeber zu beurteilen, wie groß die Wahrscheinlichkeit und Dauer des Auftretens dieser Atmosphäre ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit des Vorhandenseins oder der Entstehung wirksamer Zündquellen ist.

Dieser Beurteilungsschritt ist in der Praxis gemeinhin als „Zoneneinteilung“ bekannt. Was bei der Implementierung von Explosionsschutzmaßnahmen an staubführenden Anlagen, z.B. einer Entstaubungsanlage, jedoch häufig vergessen wird: Die Einteilung explosionsgefährdeter Bereiche in Zonen nach TRGS 720 (1) 7 ist letztendlich nur dem so genannten Zündschutz geschuldet.

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