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Sicherheit/Mechanischen Schutzeinrichtungen

Sicherheit muss berechenbar werden: Umdenken bei mechanischen Schutzeinrichtungen

| Autor / Redakteur: Rainer Semmler* / Dominik Stephan

Hohe Risiken eines Ereignisses (rot) müssen auf ein akzeptables Restrisiko gesenkt werden (grün) – am besten durch Kombination von Maßnahmen, die sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkungen reduzieren.
Hohe Risiken eines Ereignisses (rot) müssen auf ein akzeptables Restrisiko gesenkt werden (grün) – am besten durch Kombination von Maßnahmen, die sowohl die Eintrittswahrscheinlichkeit als auch die Auswirkungen reduzieren. (Bild: © Eisenhans; Photomelon / Fotolia.com; TÜV Süd)

Was wissen Sie über das letzte Glied in der Sicherheitskette? Geht es um mechanische Schutzeinrichtungen, ist die Anlagenplanung oft erstaunlich wage. Berechenbarkeit ist beim Thema Berstscheiben, Sicherheitsventile und Co. viel zu oft Fehlanzeige. Neue Regelwerke sind gefragt, sollen Sicherheit und Berechenbarkeit im Engineering Einzug halten.

Störungen in Chemie-Anlagen können schwere Auswirkungen auf Menschen, Anlage und Umwelt haben. Berstscheiben und Sicherheitsventile sind oft die letzten Sicherheitselemente, um Überdrücke kontrolliert abzubauen. Doch im Gegensatz zu PLT-­Schutzeinrichtungen existieren für diese mechanischen Komponenten keine Standards, die sicherheitsrelevante Kenngrößen definieren.

Höchste Zeit, das zu ändern und ein international gültiges Regelwerk zu entwickeln, das eine valide Grundlage für die zunehmend semiquantitative, risikobasierte Sicherheitsbetrachtung von Prozessanlagen schafft.

Risiken reduzieren

Der Betrieb chemischer Produktionsanlagen ist immer mit Risiken verbunden. Diese lassen sich durch – oft mehrstufig ausgelegte – PLT-Einrichtungen auf ein tolerierbares Maß reduzieren. Sollten die elektrischen und elektronischen Bauteile dennoch versagen, sorgen mechanische Komponenten dafür, die Auswirkungen von Störungen zu begrenzen. Bei einer plötzlichen Druckerhöhung oder Explosion sind sie „Sollbruchstellen“, die Überdrücke kontrolliert abbauen und mögliche Gefahren für Mensch, Anlage oder Umwelt abwenden.

Ob Berstscheiben oder Sicherheitsventile eingesetzt werden, hängt vom jeweiligen Einsatz­zweck ab. Nach dem Öffnen eines Sicherheitsventils kann die Produktion meist zeitnah fortgeführt werden, da diese in der Regel nicht ausgetauscht werden (außer bei Stoffen, die zu Verklebungen bzw. Ablagerungen führen oder einer entsprechenden Sicherheitsphilosophie).

Allerdings sind Ventile teuer und müssen regelmäßig gewartet werden, da sie durch Korrosion, Verschleiß oder Produktablagerungen beeinträchtigt werden können. Berstscheiben sind kostengünstiger und benötigen weniger Wartung. Dafür müssen sie jedoch nach dem Ansprechen umgehend ausgetauscht werden.

Ergänzendes zum Thema
 
Wie lässt sich ein Risiko beurteilen?

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