Sicherheit/Mechanischen Schutzeinrichtungen

Sicherheit muss berechenbar werden: Umdenken bei mechanischen Schutzeinrichtungen

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In der Praxis fordern Anwender einen „rechnerischen SIL-Nachweis“ für Berstscheiben und Sicherheitsventile. Vergleichbare Kenngrößen werden daher bereits von einigen Herstellern für mechanische Schutzeinrichtungen angegeben – ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Das Ziel muss jedoch sein, ein verbindliches, international gültiges Regelwerk zu entwickeln. Daran sollten alle Akteure beteiligt sein: Hersteller, Planer, Betreiber, Normungsausschüsse und Prüforganisationen.

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Sicherheit muss berechenbar werden

Auf Basis eines solchen Regelwerks wären die Hersteller in der Lage, Produkteigenschaften mechanischer Schutzeinrichtungen eindeutig zu definieren. Da unabhängige Dritte die Einhaltung der Qualitätskriterien überwachen würden, könnten Anwender sich darauf verlassen, dass die Berstscheiben und Sicherheitsventile in Bezug auf Ausfallraten, Verfügbarkeit und Risikoreduktionsfaktoren zu dem geforderten Sicherheits­level passen.

In das neu zu entwickelnde Regelwerk sollte ebenfalls ein Management der funktionalen Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus der jeweiligen mechanischen Schutzeinrichtung eingebunden werden. Damit hätten die Betreiber von Prozessanlagen ein geeignetes Instrumentarium, um bei Wartung und Instandhaltung sowie Änderungen der Anlagen sicherzustellen, dass die erforderliche Schutzfunktion erhalten bleibt.

Kommt jetzt das mechanische SIL-Äquivalent?

Die Branche ist sich einig, dass ein SIL-äquivalentes Regelwerk für mechanische Schutzeinrichtung fehlt. Sowohl Hersteller als auch Anwender haben ausreichende Erfahrungen gesammelt, um zusammen mit Normungsausschüssen und unabhängigen Dritten wie TÜV Süd gemeinsam die Grundlagen für eine neue, internationale Norm zu legen.

Jetzt ist es an der Zeit, die notwendigen Abstimmungsprozesse in die Wege zu leiten, um ein standardisiertes, übergreifendes Regelwerk für mechanische Schutzeinrichtungen zu schaffen.

* * Der Autor ist Experte für Process Safety Management bei TÜV Süd Chemie Service, Frankfurt/Main.

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