Sicherheit/Mechanischen Schutzeinrichtungen

Sicherheit muss berechenbar werden: Umdenken bei mechanischen Schutzeinrichtungen

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Trotz ihrer Relevanz fehlen für diese mechanischen Schutzkomponenten nachprüfbare, auf Basis allgemein gültiger Regelwerke ermittelte Angaben zu Zuverlässigkeit, Qualität und Produkteigenschaften. Damit haben Planer, Konstrukteure und Betreiber keine verlässliche Grundlage, um zu entscheiden, ob eine Schutzeinrichtung das geforderte Niveau erfüllt. Den Herstellern ist diese Problematik durchaus bewusst, doch auch ihnen fehlen verbindliche Standards. Vorbildfunktion könnten die Safety Integrity Level (SIL) haben, wie sie für die Prozessleittechnik definiert sind.

Vorbild Elektrotechnik

Für sicherheitsrelevante elektrische und elektronische Bauteile, die in PLT-Schutzeinrichtungen eingesetzt werden, definieren die DIN EN 61508 und DIN EN 61511 vier Sicherheitsstufen – SIL 1 bis SIL 4. Welches SIL-Level im Einzelfall gefordert ist, wird im Rahmen einer standardisierten Gefährdungsanalyse und Risikobewertung bestimmt. Vereinfacht gilt: Je höher die potenzielle Gefährdung ist, umso höher ist das geforderte SIL-Niveau. Entscheidend ist, dass sicherheitsrelevante Parameter nach standardisierten Verfahren ermittelt werden können und quantifiziert zur Verfügung stehen.

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Damit kann überprüft werden, ob der SIL-Wert der Schutzeinrichtung mit dem geforderten Level übereinstimmt. Ist der Wert zu klein, hätte dies ein nicht zu tolerierendes Restrisiko zur Folge. Ein zu großer SIL-Wert hingegen weist auf ein „Übererfüllen“ des Sicherheitsniveaus mit unverhältnismäßig hohem Aufwand hin. Die Standards definieren über das Functional Safety Management (FSM) ebenfalls, wie die Zuverlässigkeit der Schutzeinrichtungen über die Lebensdauer sichergestellt wird.

Von der PLT lernen

Bisher ist die SIL-Systematik nicht auf mechanische Schutzeinrichtungen übertragbar. Daher müssen Unternehmen sich auf gesammelte Erfahrungswerte oder Daten der Namur oder der Offshore Reliability Database (Oreda) verlassen. Für eine belastbare Risikoanalyse reicht dies jedoch nicht aus, da die Daten kaum vergleichbar sind und nur begrenzte Aussagekraft haben.

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