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Konzernumbau Shell setzt den Rotstift an: bis zu 9000 Stellen sollen gestrichen werden

| Redakteur: MA Alexander Stark

Der britisch-niederländische Konzern Shell forciert den Konzernumbau mit massiven Stellenstreichungen und einer Neuausrichtung hin zu Ökostrom. Bis Ende 2022 erwartet das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Stellenabbau von 7000 bis 9000 Mitarbeitern.

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Mit einem Sparprogramm reagiert Shell auf die eingebrochenen Ölpreise.
Mit einem Sparprogramm reagiert Shell auf die eingebrochenen Ölpreise.
(Bild: Shel; Sándor Fizli)

Den Haag/Niederlande – Corona-Pandemie, eingebrochene Ölpreise und Dekarbonisierung – die Herausforderungen denen der Energiekonzern Shell gegenübersteht sind gigantisch. Mit einem massiven Sparprogramm und einem umfassenden Konzernumbau will das Unternehmen sich nun fit für die Zukunft machen. Als Teil dieser Maßnahmen sollen bis Ende 2022 bis zu 9000 stellen wegfallen - also rund jede zehnte Stelle im Unternehmen. Wie Ben van Beurden, Chief Executive Officer von Royal Dutch Shell, in einem Interview mitteilte, hätten sich bereits 1500 Personen bereit erklärt, in diesem Jahr freiwillig aus dem Unternehmen auszuscheiden. Zusammen mit anderen Maßnahmen, will der Konzern dadurch jährliche Kosteneinsparung von umgerechnet 1,7 bis 2,1 Milliarden Euro erzielen.

Der CEO sieht die Sparmaßnahmen auch im Zusammenhang mit dem Umbau des Konzerns hin zu einer klimafreundlicheren Energieerzeugung: „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, bis 2050 ein Energieunternehmen mit Netto-Null-Emissionen zu werden. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, wenn wir als integraler Bestandteil einer Gesellschaft auf dem Weg zu einer Netto-Null-Emissions-Energiewirtschaft erfolgreich sein wollen, ist es jetzt an der Zeit, schnell zu handeln.“

Auch Deutschlandchef Dr. Fabian Ziegler kündigte an, dass das Unternehmen seine Geschäfte hierzulande mit der fortschreitenden Energiewende umbauen will. Dazu hat Shell einen entsprechenden Plan entworfen, wie das Unternehmen in Deutschland die eigenen Treibhausgasemissionen und jene, die entstehen, wenn Kunden Shell-Produkte verbrauchen, binnen eines Jahrzehnts um über ein Drittel senken oder kompensieren könnte. Das entspricht rund 30 Millionen Tonnen pro Jahr beziehungsweise rund einem Zehntel des CO2-Reduktionsziels der deutschen Bundesregierung bis 2030.

Die Ambitionen des Konzerns in Deutschland umfassen unter anderem das Ziel, führender Anbieter von grünem Wasserstoff für Industrie- und Transportkunden zu werden, die Elektrolyse-Kapazität in der Rheinland Raffinerie zu verzehnfachen und weitere H2-Projekte zu untersuchen. Außerdem will sich das Unternehmen durch Offshore-Wind oder kombinierte Offshore-Wind-/Wasserstoff-Produktion an der Produktion erneuerbarer Energien in Deutschland beteiligen und bis 2030 rund 1000 Schnellladesäulen an seinen Tankstellen errichten. Schließlich soll auch die Rohöl-Raffinerie im Rheinland in einen kohlenstoffarmen Energiepark transformiert werden.

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