Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie Sasol baut Werk in Brunsbüttel für 60 Millionen Euro aus

Quelle: dpa 8 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

09.06.2026

Brunsbüttel (dpa/lno) *04:30 Uhr – Sasol baut Werk in Brunsbüttel für 60 Millionen Euro aus

Das Chemie-Unternehmen Sasol erweitert mit Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro seine Produktionskapazitäten für Spezialchemikalien in Brunsbüttel. «Das Investment und der Ausbau unserer Produktionskapazität für Katalysatorenträger für die chemische Industrie und Raffinerien zeigen, dass wir an Brunsbüttel als wichtigen Produktionsstandort für Spezialchemikalien glauben», erklärte Werkleiter Peter Heberling der Deutschen Presse-Agentur. Das Unternehmen produziert im Norden unter anderem Substanzen zur Herstellung von Kosmetika, Reinigungsmitteln und Katalysatoren.

Als Grund für das Investment gab das Unternehmen eine stark gestiegene Kundennachfrage nach Trägermaterialien für Katalysatoren an, die in der chemischen Industrie und von Raffinerien eingesetzt werden. Für Ende des Jahres ist der Spatenstich für den Bau einer neuen Produktionshalle geplant. Der kommerzielle Betrieb soll voraussichtlich 2029 starten.

Sasol beschäftigt am Standort nach eigenen Angaben rund 800 Mitarbeitende und mehr als 70 Auszubildende. Im Rahmen der Kapazitätserweiterung sollen fünf zusätzliche Stellen entstehen. Die Beschäftigten in Brunsbüttel stellen vor allem Fettalkohole sowie anorganische Spezialchemikalien her.

08.06.2026

Ulm/München (dpa) *13:33 Uhr – Chinesisches Unternehmen kauft insolvente Perlon-Gruppe

Ein chinesischer Käufer übernimmt ein insolventes Chemie-Traditionsunternehmen: Die Perlon-Gruppe mit sieben Gesellschaften in Deutschland, Polen und China geht an die Wuxi Yinda Nylon Company, wie die mit der Sanierung beauftragte Ulmer Anwaltskanzlei SGP Schneider Geiwitz mitteilte. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Rund 450 der insgesamt rund 510 Arbeitsplätze in den drei deutschen Standorten der Gruppe in Bobingen bei Augsburg, dem baden-württembergischen Munderkingen und im hessischen Waldmichelbach sollen erhalten bleiben. Der Verkauf ist demnach bereits vollzogen.

Bisheriger Perlon-Eigentümer war die Serafin-Gruppe, ein der Augsburger Unternehmerfamilie Haindl gehörender Finanzinvestor mit Sitz in München. Die Perlon-Gruppe war 2025 in finanzielle Schwierigkeiten geraten, am 1. Oktober hatte das Amtsgericht Augsburg das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eröffnet. Die Gruppe stellt Kunststofffasern unter anderem für Papiermaschinen, Bürsten und Medizintechnik her. Die Chefetage bei Serafin hatte dann offenkundig entschieden, sich von der Perlon-Gruppe zu trennen, Wuxi Yinda setzte sich demnach in einem internationalen Investorenprozess durch. Der Käufer ist laut SGP Schneider Geiwitz ein familiengeführtes Chemieunternehmen. Ansonsten finden sich über Wuxi Yinda nur sehr spärliche Informationen im Netz.

Die deutsche Chemieindustrie ist in der schwierigsten Situation seit Jahrzehnten, auch etliche größere Unternehmen schreiben an ihren deutschen Standorten rote Zahlen. Ursachen sind ein schwacher Weltmarkt, hohe Energie- und Rohstoffkosten in Deutschland und die erstarkte chinesische Konkurrenz. Nach früheren Angaben kämpfte die Perlon-Gruppe mit gesunkener Nachfrage im europäischen Papiermaschinenmarkt ebenso wie mit massiven Energie- und Lohnkostensteigerungen und internationalem Verdrängungswettbewerb.

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