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Aseptik und Reinraumtechnik

Reinräume auf dem Vormarsch

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Tobias Hüser

Neue Verfahren und Komponenten stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Anuga FoodTec – immer wichtiger wird dabei der Reinraum.
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Neue Verfahren und Komponenten stehen im Mittelpunkt der diesjährigen Anuga FoodTec – immer wichtiger wird dabei der Reinraum. (Bilder: Messe Köln)

Der Trend zu Convenience und Lebensmitteln, die möglichst lange haltbar sind, ist unübersehbar. Daher rücken der Reinraum und die entsprechende Ausrüstung sowie Verfahren wie die kaltaseptische Abfüllung, die von vorneherein auf Keimfreiheit abzielen, verstärkt in den Fokus der Anlagenbetreiber.

Die Ursprünge der industriellen Reinräume finden sich in den USA in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Seinerzeit erkannte man, dass die Raumfahrt eine hoch integrierte Mikroelektronik benötigt, die nur dann die geforderte Zuverlässigkeit bringt, wenn sie unter extrem sauberen Bedingungen fabriziert wird. Heute gibt es keinen Mikrochip und kein Arzneimittel, die nicht in partikelarmer Umgebung produziert worden wären. Mittlerweile hat die Reinraumtechnik als Querschnittstechnologie auch in der Lebensmittelindustrie Einzug gehalten.

Reinräume sind immer nach dem gleichen Prinzip aufgebaut. Der Zugang erfolgt über den so genannten Graubereich und führt über einzelne Schleusen bis ins Herzstück – den eigentlichen Reinraumteil mit der höchsten Reinheitsklasse. Ein ausgeklügeltes Konzept der Luftführung, basierend auf hochwertigen Schwebstofffiltern in denen kleinste Partikel und Mikroorganismen hängen bleiben, garantiert ein sauberes Produktionsumfeld. Zum Einsatz kommen spezielle HEPA-Filter, die Schwebeteilchen von bis zu 0,5 Mikrometern herausfiltern. Zum Vergleich: Eine Bakterienzelle hat durchschnittlich eine Größe von ungefähr zwei Mikrometern.

Reinräume werden durch ISO-Reinraumklassen definiert. In der ISO 14644-1 ist festgelegt, wie viele Partikel welcher Größe in einem Kubikmeter Luft vorhanden sein dürfen. Die höchsten Anforderungen an die Luftreinheit stellt die ISO-Klasse 1, diejenige mit den geringsten Anforderungen ist die Klasse 9. Die Reinräume in der Lebensmittelindustrie sind üblicherweise in den ISO-Klassen 5, 6 oder 7 vereinzelt auch 8 ausgelegt. Bei Klasse 5 dürfen beispielhaft maximal 3520 Partikel von 0,5 Mikrometern Durchmesser pro Kubikmeter (3,5 Partikel pro Liter) enthalten sein. Dies entspricht einer mikrobiellen Belastung von weniger als einem Keim pro Kubikmeter Luft.

Ergänzendes zum Thema
 
Anuga FoodTec – Internationale Fachmesse für Lebensmittel- und Getränketechnologie
 
Process hat nachgefragt: Wie lassen sich Reinigungszeiten bei steigenden Hygieneanforderungen senken?

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