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Aseptik und Reinraumtechnik

Reinräume auf dem Vormarsch

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So klein wie nötig

So effizient Reinräume sind – die Kosten sind relativ hoch, insbesondere bei großen Reinraumflächen. Der Trend geht dahin, Reinräume möglichst klein zu halten, um den technischen Aufwand zu reduzieren und Kosten zu sparen. Je kleiner der Reinraum, desto geringer ist zudem das Kontaminationsrisiko. Idealerweise herrschen die Reinraumbedingungen daher nur unmittelbar am Ort der Bearbeitung der Lebensmittel. So genannte „Mini- Environments“ oder „FlowBoxen“ – kleine abgeschlossene, zum Teil modular aufgebaute oder sogar mobile Reinraumeinheiten – tragen diesem Trend Rechnung.

Zur Meisterschaft bei der Miniaturisierung des Reinraums haben es die Hersteller von Anlagen zur Getränkeabfüllung gebracht. Immer mehr stille Getränke und sensible Produkte, die sich aufgrund der fehlenden Kohlensäure im schwachsauren pH-Bereich bewegen, werden in keimfreier Umgebung abgefüllt. Dank der stark wachsenden Nachfrage nach diesen alkoholfreien Erfrischungsgetränken kommt seit einigen Jahren vermehrt ein Verfahren zur Anwendung, welches letztlich auf Reinraumtechnologie basiert: die aseptische Kaltabfüllung.

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Ein Beispiel ist der Fruchtsaftpasteur für die kaltaseptische PET-Abfüllung von GEA TDS mit dem Röhrenwärmetauscher Varitube als Herzstück. Dieser sorgt für den direkten Wärmerückgewinn ohne Zwischenkreislauf in der Fruchtsaft- und Grundstoffindustrie. Damit werden hochviskose und faserhaltige Produkte behandelt. Ein großer Vorteil sind die geringen Investitionskosten gepaart mit einem hohen Wärmerückgewinn von bis zu 92 Prozent. Über ein geschlossenes Vorlaufgefäß wird das Produkt von der Ausmischung zum Röhrenwärmetauscher gefördert. Das pasteurisierte Produkt wird wahlweise mit oder ohne Entgasung über einen Sterilpuffertank an den PET-Füller übergeben. Für die verschiedenen Flaschengrößen kann der Fruchtsaftpasteur variabel zwischen 50 bis 100 Prozent seiner Leistung betrieben werden. Das zum Reinigen, Desinfizieren, Spülen, Rinsen und Sterilisieren benötigte Sterilwasser für den Abfüllblock wird von der Wasser-UHT erzeugt.

Stand in den Anfängen der aseptischen Kaltabfüllung noch die komplette Anlage im Reinraum, so ist heute nur noch ein Minimum an Reinraum notwendig. Lediglich der Weg der desinfizierten Flaschen verläuft innerhalb eines Isolators, der als dichte Kammer konsequent von der Umgebungsluft abgetrennt ist. In modernen Abfüllanlagen sind heute nur noch zehn Prozent des ursprünglichen Reinraumvolumens in diesem kritischen Isolatorbereich lokalisiert. HEPA-Filter befreien auch hier die zugeführte Luft von Keimen, sodass im Isolator eine sterile Atmosphäre herrscht. Der Reinraumbereich um die Füller und Verschließer ist nach ISO-Klasse 5, das heißt keimfrei, ausgelegt. Ein Raum-in-Raum-Konzept, bei dem ein zweiter, abgetrennter Reinraum der Klasse 6 installiert wird, bietet darüber hinaus Sicherheit vor Wiederverkeimung aus der Umgebungsluft und dem Graubereich. Solche Raum-in-Raum-Konzepte verursachen nicht nur weniger Investitions- und Betriebskosten, sondern garantieren oft eine höhere Reinheit als großflächige Lösungen.

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