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Jahrestagung in Aachen

ProcessNet hat erfolgreich die Brücke zwischen Chemikern und Ingenieuren gebaut

24.10.2007 | Redakteur: Gerd Kielburger

Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretärin sprach zum Thema der Verbindung von Umwelt und Wirtschaftsnutzen
Astrid Klug, Parlamentarische Staatssekretärin sprach zum Thema der Verbindung von Umwelt und Wirtschaftsnutzen

Dechema und VDI-GVC haben ihre Jahrestagung erstmals erfolgreich unter einem gemeinsamen Dach abgehalten. (Impressionenfilm zur Veranstaltung).

Aachen – Der Chemie kommt zukünftig eine noch größere Bedeutung bei der Erzeugung und Wandlung von Energie zu. Sie wird damit mehr und mehr zur Schlüsseltechnologie bei der Steigerung weltweiter Energieeffizienz. Das ist das Resümee der ersten ProcessNet-Jahrestagung, einer Initiative von Dechema und VDI-GVC, vom 16. bis 18. Oktober in Aachen. Wie Dr. Alfred Oberholz, Vorsitzender der Dechema und ProcessNet, in seiner Begrüßungsrede hervorhob, sei das Generalthema der ersten ProcessNet-Veranstaltung „Chemie und Technik für Energie, Mobilität und Gesundheit“ geradezu wegweisend und programmatisch für die neue Plattform. Nach fünf gemeinsamen Jahrestagungen von GVC und Dechema sei es gelungen eine Brücke zwischen Chemikern und Ingenieuren in Deutschland zu schlagen. Anhand neuester Entwicklungen und Forschungsergebnisse zeigten viele Referenten, welche Möglichkeiten die chemische Reaktionstechnik, Partikeltechnik, Prozess- und Anlagentechnik oder Sicherheitstechnik bieten, um die Bedürfnisse unserer Gesellschaft zu sichern. In diesem Zusammenhang forderte Oberholz trotz bereits hoher Investitionen der Branche in FuE noch mehr Geschwindigkeit bei chemischen Patentanmeldungen. „Noch vor wenigen Jahren lagen wir mit 20 Prozent hinter den USA auf Platz 2. Seit 2001 sind wir mit Platz 3 hinter Japan zurückgefallen.“ Die intensive Einbindung der Industrieforschung sei hierzulande zwar gewährleistet. Als Sorgenkind bezeichnete Oberholz jedoch die akademische Vorlaufforschung und die anwendungsorientierte Grundlagenforschung. Deutschland sei eines der wenigen Industrieländer, das die steuerliche Forschungsförderung gestrichen habe, so Oberholz. Zurecht hätten daher der VCI, der ZVEI und der BDI in einer breiten Initiative die Wiedereinführung unter neuen Modalitäten gefordert, die auch die Forschungsquote von Kleinen und Mittleren Unternehmen stärken könnte.

Innovationskultur in Deutschland unter Einbeziehung der Anwender noch zukunftsweisend?

VDI-GVC-Vorsitzender und BTS-Chef Achim Noack betonte, wie wichtig eine bessere Vernetzung und koordinierende Zusammenarbeit von Ingenieuren, Verfahrenstechnikern, Chemikern und Fachleuten aus angrenzenden Fachgebieten zur Lösung der vor uns stehenden Herausforderungen sei. In diesem Zusammenhang warf Noack die provokative Frage auf, ob die Innovationskultur in Deutschland unter Einbeziehung der Menschen und damit Anwender von Innovationen insgesamt zukunftsweisend sei. Die GVC wolle jedenfalls mit ihren über 10 000 ingenieur-wissenschaftlich ausgebildeten Mitgliedern zusammen mit Politik, Wissenschaft und Industrie diese sachlich fundierte, offene und vor allem inspirierende Diskussion mit den Menschen führen und damit Chemie und Technik für sichere Energie und Mobilität von morgen sichern.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem die ProcessNet-Fachsektion „Advanced Fluids“ mit bereits 61 Mitgliedern gegründet. Sie widmet sich der Entwicklung und Nutzung alternativer Lösungsmittelkonzepte für technische Verfahren. Die richtige Wahl des Reaktions- bzw. Trennmediums ist für zahlreiche chemische und biotechnologische Verfahren, aber auch für die Gestaltung von Produkten und im Sinne der Nachhaltigkeit von großer Bedeutung. Beispiele für „Advanced Fluids“ sind u.a. ionische Flüssigkeiten, überkritische Medien, flüssige Polymere, PEG-Alkohole und -Ether sowie thermomorphe Lösungsmittelsysteme. Vielversprechende Anwendungsbereiche umfassen die Gebiete Reaktion/Katalyse (inkl. Biokatalyse), Stofftrennung, Elektrochemie, Performance Additives, Engineering Fluids, Analytik/Sensorik und Reinigungsprozesse. Dem Vorstand der Fachsektion gehören an: Prof. Arno Behr, Universität Dortmund, Dr. Andreas Hoff, Evonik Degussa, Prof. Walter Leitner, RWTH Aachen, Dr. Klemens Massonne, BASF, Ludwigshafen und Prof. Peter Wasserscheid, Universität Erlangen-Nürnberg (Vorsitzender). Zahlreiche Eindrücke und Statements hat PROCESS übrigens vor Ort auch mit einem Kamerateam eingefangen. Auf process.de haben wir für Sie die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz und führender Persönlichkeiten als Webcasts zusammengestellt.

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