VDI-Studie Chemie-Branche am Wendepunkt: VDI zeigt sechs Schlüssel für die Transformation

Quelle: Pressemitteilung VDI Technologiezentrum 2 min Lesedauer

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Zwischen Transformationsdruck, hohen Energiekosten und globalem Wettbewerb wächst der Handlungsbedarf für die deutsche Chemieindustrie. Eine neue VDI-Studie benennt sechs zentrale Hebel, mit denen Politik und Unternehmen die Weichen für eine klimaneutrale und zugleich wettbewerbsfähige Chemieproduktion stellen können.

Die Chemieindustrie steht vor der Aufgabe, Klimaneutralität und Wettbewerbsfähigkeit zugleich zu sichern.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Chemieindustrie steht vor der Aufgabe, Klimaneutralität und Wettbewerbsfähigkeit zugleich zu sichern.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die deutsche Chemieindustrie steht vor großen Herausforderungen: Sie muss Klimaneutralität erreichen und dabei wettbewerbsfähig bleiben. Vor diesem Hintergrund hat VDI Research gemeinsam mit der VDI-Fachgesellschaft-GVC in der Studie „Globale Technologieprognosen für die Chemieindustrie 2030+“ internationale Roadmaps und Strategiepapiere ausgewertet und mit deutschen Studien verglichen. Daraus ergeben sich sechs zentrale Handlungsempfehlungen für Politik und Industrie: wettbewerbsfähige Energie, echten Klimanutzen statt Carbon Leakage, mehr Tempo bei Schlüsseltechnologien, weniger Bürokratie, robuste Versorgungssicherheit – und Mut, Risiken zu teilen und Entscheidungen konsequent umzusetzen.

Die Analyse und der Vergleich Deutschlands mit Europa, Nordamerika und Asien zeigen: Weltweit konzentrieren sich die Transformationspfade auf Carbon-Management, Defossilierung, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und den gezielten Einsatz von Wasserstoff und CCUS. Gleichzeitig verschärfen geopolitische Entwicklungen, hohe Energiepreise in Europa und Überkapazitäten in China den Wettbewerbsdruck auf den Standort Deutschland. Deutsche Studien wie „Roadmap Chemie 2050“, „Chemistry4Climate“ und die VDI-Metastudie „Deutschland 2050“ greifen diese internationalen Leitplanken auf, ergänzen sie aber um detaillierte energie- und industrieökonomische Szenarien, Strombedarfs- und CO₂-Preisannahmen sowie Fragen des Carbon Leakage.

„Die technologischen Roadmaps liegen auf dem Tisch – doch die Spielregeln haben sich grundlegend geändert. Deutschland steht nicht mehr vor einer abstrakten Transformationsaufgabe, sondern mitten in einer industriellen Bewährungsprobe“, unterstreicht Anette Braun, Autorin von VDI Research.

„Entscheidend ist jetzt, die ökologische Transformation zur ökonomischen Erfolgsgeschichte zu machen. Ohne wettbewerbsfähige Energiepreise, verlässliche Rahmenbedingungen und schnelle Entscheidungen wird es keine klimaneutrale Chemie „Made in Germany“ geben“, betont Vivien Manning, Geschäftsführerin der VDI-Gesellschaft für Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (VDI-GVC). Die Transformation der chemischen Industrie erfordert deshalb klare Prioritäten nach Wirkungsgrad und Bezahlbarkeit.

Die Zeit der Trippelschritte sei vorbei, so die Autoren: Wenn Deutschland seine chemische Industrie im globalen Wettbewerb halten wolle, müsse die nachhaltige Transformation gleichzeitig ökologisch wirksam und ökonomisch tragfähig gestaltet werden – mit wettbewerbsfähigen Energiepreisen, beschleunigten Genehmigungen und klaren Prioritäten nach Wirkungsgrad und Bezahlbarkeit.

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