Der Umbau von Industrie und Arbeitswelt erhöht den Druck auf Unternehmen und Beschäftigte, fachliche Kompetenzen gezielt weiterzuentwickeln. Eine aktuelle VDI-Studie zeigt, dass Qualifizierung und Re-Skilling dabei zu entscheidenden Voraussetzungen werden, um Fachkräfte für neue Aufgaben zu gewinnen und die Wettbewerbsfähigkeit technischer Branchen zu sichern.
KI beschleunigt den Wandel: Eine VDI-Studie zeigt massiven Re-Skilling-Bedarf in Ingenieurberufen.
Deutschland steht vor einer strukturellen Paradoxie: Während in einzelnen Industriezweigen Stellen abgebaut werden, fehlen in anderen Bereichen Ingenieurinnen und Ingenieure. Technologische Sprünge – insbesondere getrieben durch Künstliche Intelligenz – verändern Kompetenzprofile rasant. Gleichzeitig verschärfen demografischer Wandel und internationaler Wettbewerbsdruck den Fachkräftemangel.
Eine aktuelle Studie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) sieht in Qualifizierung und Re-Skilling einen zentralen Hebel, um dem beruflichen Wandel in technischen Berufen zu begegnen und dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern.
Rund 80 %der befragten Ingenieure geben alters- und branchenunabhängig an, ihre Kompetenzen in den kommenden drei Jahren erweitern zu müssen, um beruflich erfolgreich zu bleiben. Knapp zwei Drittel sehen einen hohen oder sehr hohen Re-Skilling-Bedarf in ihrer Branche. 71 % zeigen ein hohes oder sehr hohes Interesse an entsprechenden Weiterbildungsangeboten. Rund ein Viertel der Befragten bewerten die Zukunftsfähigkeit ihrer Branche bzw. Ihres Unternehmens als kritisch, insbesondere in Teilen der Chemie-, Metall- und Fahrzeugindustrie.
In den kommenden zehn Jahren werden rund 315.000 Ingenieur- und IT-Fachkräfte altersbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Gleichzeitig sind bereits heute über 100.000 Stellen im Ingenieur- und IT-Bereich unbesetzt. Geplante Investitionen erhöhen den Bedarf zusätzlich, etwa in Infrastruktur, Verteidigung und Zukunftstechnologien.
Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen ist laut den Ergebnissen vorhanden. Doch gezielte Qualifizierung und Re-Skilling scheitern häufig an strukturellen Rahmenbedingungen, Transparenz und zeitlichen Ressourcen. Die Studie analysiert diese Zusammenhänge entlang des im VDI entwickelten 5-Ebenen-Modells, das Transformationsprozesse systematisch entlang von gesellschaftlichen, regulatorischen, ökonomischen, individuellen und technologischen Faktoren einordnet.
KI ist stärkster Treiber
Als wichtigsten Auslöser für den steigenden Weiterbildungsbedarf nennen die Befragten den technologischen Fortschritt im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) und Automatisierung (87 %). Dahinter folgen Wettbewerbsdruck (57 %) sowie regulatorische Anforderungen (41 %). Gleichzeitig bewerten 45 % der Befragten die Geschäftsmodelle ihrer Branche als zukunftsfähig oder überaus zukunftsfähig. Besonders optimistisch zeigen sich Ingenieurinnen und Ingenieure in Luft- und Raumfahrt, Energieversorgung, Elektrotechnik und im Bauwesen.
Kritischer fällt die Einschätzung in Teilen der Chemie-, Metall- und Fahrzeugindustrie aus. Vor allem diese Branchen sind seit geraumer Zeit von Wettbewerbsdruck verbunden mit Stellenabbau betroffen.
Mittelstand zwischen Innovationsdruck und Ressourcenengpässen
Gerade kleine und mittlere Unternehmen stehen vor besonderen Herausforderungen. Fehlende Zeit im Arbeitsalltag, hohe Kosten sowie eine komplexe Förderlandschaft erschweren systematische Qualifizierung.
Wie Qualifizierung und Re-Skilling in der Praxis aussehen können, zeigt Jens Hieronymus, CEO der Mechatronic Medical Engineers, der an der Studie mitwirkte. Re-Skilling ist bei Mechatronic vom Management gewollt. „Wir haben unseren Recruiting Prozess durch Re-Skilling aufgewertet und suchen gezielt darüber nach neuen Mitarbeitenden, auch wenn ihre Qualifikation noch nicht zu 100 % passt. Durch Re-Skilling erhalten Sie die nötige Qualifikation, so dass sie gut in unserem Unternehmen in einem veränderten Aufgabengebiet eingesetzt werden können“, gibt er an. „Re-Skilling ist für uns ein strategisches Instrument, um Innovation und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Wir qualifizieren gezielt weiter und eröffnen unseren Mitarbeitenden neue Einsatzfelder“, sagt er.
Die Studienautoren kommen zum Schluss, dass Qualifizierung und Re-Skilling nur gelingen können, wenn gesellschaftliches Mindset, regulatorische Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Realitäten in Unternehmen, individuelle Lernbereitschaft und technologische Dynamik ineinandergreifen. „Ohne eine breit angelegte Qualifizierungsoffensive wird Deutschland seine Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit nicht sichern können“, heißt es.
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.