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Pharmaapparatebau

Pharmaapparatebauer schließen Allianz auf Premiumebene

| Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die neue strategische Allianz will Turn Key Projekte über alle Stufen der Wertschöpfungskette beleiten. (Excellence United)
Die neue strategische Allianz will Turn Key Projekte über alle Stufen der Wertschöpfungskette beleiten. (Excellence United)

Der internationale Pharmamarkt ändert sich gerade rasant und stellt damit die gut etablierte deutsche Zulieferindustrie vor neue Herausforderungen. Sind strategische Allianzen ein Mittel, um den neuen Zeiten zu begegnen?

Neue Zeiten erfordern neue Ideen – und neue Zeiten brechen gerade nicht nur für die Pharmaindustrie an, sondern auch für die davon abhängigen Apparatebauer. Jahrzehntelang schienen die Verhältnisse auf den Pharmamärkten wie in Zement gegossen. Geld verdienten Pfizer, Sanofi-Aventis, Glaxo SmithKline und Co. vor allem in den auf Wachstum abonnierten Märkten Nordamerikas und Westeuropas – Südamerika, Osteuropa, Asien und Afrika rangierten unter ferner liefen und waren höchsten ein Thema in den Prognosen der Marktforschungsunternehmen. Die gerne auch Big Pharma genannten Konzerne brachten in schöner Regelmäßigkeit Blockbustermedikamente mit einem Umsatzpotenzial von mehr als einer Milliarde US-Dollar auf den Markt, Generikahersteller gab es zwar, aber da die Medikamentenpipelines gut gefüllt waren, mangelte es nicht an Nachschub. Inzwischen gehört dieses Szenario der Vergangenheit an, die Drehbücher werden künftig in den aufstrebenden Pharmamärkten geschrieben, und Marktbeobachter wie Dr. Peter Golz vom Fachverband VDMA prognostizieren gar ein Ende des Mengengeschäftes bei Big Pharma. „Es wird schwieriger mit neuen Produkten in den Blockbusterbereich hineinzukommen“, sagt er.

Produktion ist keine Kernkompetenz mehr

Erschwerend kommt hinzu: Viele Pharmakonzerne sehen die Medikamentenproduktion nicht mehr als Kernkompetenz an, sondern verlagern diese häufiger an spezialisierte Lohnhersteller, die unter entsprechend hohem Kostendruck produzieren. Zwar lassen sich mit Arzneimitteln nach wie vor zweistellige Umsatzrenditen einfahren, aber Sparprogramme sind mittlerweile auch für die erfolgsverwöhnte Pharmabranche nicht mehr nur die Ausnahme, sondern die Regel. Erst am Dienstag berichtete das Wall Street Journal über die jüngsten Sparmaßnahmen bei Pfizer, die noch in diesem Jahr ihre Kosten um 500 Millionen US-Dollar senken wollen.

Und nicht nur durch die Gesundheitsreformen in entwickelten Märkten wie Deutschland weht der Branche der Wind stärker entgegen, auch der Wettbewerb durch die Pharmerging Markets, allen voran China und Indien, macht der Pharmaindustrie das Leben schwer. Zumal sich vor allem in Indien eine ernstzunehmende Generikakonkurrenz entwickelt, die, wie das Beispiel Teva zeigt, auch in Europa Wettbewerber kauft und so auf den Markt vordringt. Aber auch China, Brasilien, Mexiko, Russland, Türkei und Südkorea wachsen und verändern die Struktur des weltweiten Pharmamarktes erheblich, wie die Experten von IMS Health in einer 2010 veröffentlichten Studie darlegten. „Wer diese Märkte als wichtig erachtet, braucht Strategien, um vor Ort zu produzieren“, betont Golz. Das gilt jedoch nicht nur für die Pharmakonzerne selbst, sondern genauso für die zuliefernden Apparatebauer, für die es als Mittelständler oft ein echter Kraftakt ist, den Märkten zu folgen.

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