Newsticker September: Aktuelles aus der Prozessindustrie

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26.09.2023

Mainz (dpa/lrs) *18:28 Uhr – Novo Nordisk eröffnet neue Deutschlandzentrale in Mainz

Der zuletzt wegen seines Abnehmmittels Wegovy in den Fokus geratene dänische Pharmakonzern Novo Nordisk hat in Mainz seine neue Deutschlandzentrale eröffnet. Der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) sprach am Dienstag von einem Bekenntnis zu Mainz, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) von einem großen Vertrauensbeweis für Rheinland-Pfalz. Angesichts einer alternden Gesellschaft werde innovative Medizin immer wichtiger, betonte Dreyer.

In dem im Sommer fertiggestellten und von Novo Nordisk angemieteten dreigeschossigen Bau in der Nähe des neuen Biotechnologie-Campus Mainz sowie der Uni und Hochschule Mainz sind rund 350 Arbeitsplätze untergebracht. Man sei stolz, nun mit der neuen Zentrale sichtbarer Teil der «Biotech-Community» zu sein, sagte Kristin Sattler, die bei Novo Nordisk Deutschland den Bereich People und Organisation leitet. Man hoffe auf wertvollen Austausch und neue Talente.

Zur Eröffnung wurde das Gebäude in Haus Krogh benannt, um an den Gründer des Unternehmens, August Krogh und seine Frau Marie zu erinnern. Gesteuert werden sollen von hier etwa das Marketing und der Vertrieb, auch Beschäftigte aus der Forschung des dänischen Insulin-Spezialisten haben hier Arbeitsplätze. Das dänische Unternehmen ist seit rund 65 Jahren in Mainz und hatte seinen Deutschlandsitz bis dato im Stadtteil Lerchenberg. Weltweit beschäftigt Novo Nordisk mehr als 47.000 Mitarbeiter, davon nach eigenen Angaben rund 500 in Deutschland.

Berlin (dpa) *17:30 Uhr – «Chemiegipfel» im Kanzleramt – Branche will Entlastungen

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kommt am Mittwoch mit Vertretern der Branche zu einem «Chemiegipfel» zusammen. Schwerpunkt sind die hohen Energiepreise. Wirtschaft und Gewerkschaften fordern Entlastungen. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP debattiert seit Wochen darüber, wie Firmen angesichts der im internationalen Vergleich hohen Energiepreise entlastet werden sollen.

Bei den Beratungen sind auch Ministerpräsidenten von «Chemie-Ländern» dabei wie NRW-Regierungschef Hendrik Wüst (CDU). Wüst hatte die Bundesregierung zu einer «Kraftanstrengung» aufgefordert. Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel und langwierige Planungs- und Genehmigungsprozesse belasteten die heimische Chemieindustrie schwer.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) erklärte vor dem Treffen, auf ein klares Zeichen zur Lösung der aktuellen Chemiekrise zu hoffen. Die Lage der Chemie in Deutschland spitze sich weiter zu, so VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. «Die hohen Energiekosten sind existenzgefährdend. Aber auch die Mauern aus Bürokratie und Regulierung müssen endlich eingerissen werden.»

Der Verband fordert ebenso wie die Chemie-Gewerkschaft IGBCE einen temporär begrenzten, staatlich subventionierten Industriestrompreis. Die Gewerkschaft warnte vor einer Abwanderung energieintensiver Firmen ins Ausland. Ein Industriestrompreis aber ist in der Bundesregierung umstritten. Die Grünen und die SPD-Fraktion sind dafür, Scholz ist skeptisch, die FDP ist dagegen.

Magdeburg (dpa/sa) *17:14 Uhr – Recyclinganlage für Lithium-Batterien bei Magdeburg eröffnet

Das kanadische Unternehmen Li-Cycle hat am Dienstag bei Magdeburg nach eigenen Angaben eine der größten Recyclinganlagen für Lithium-Ionen-Batterien in Europa eröffnet. Die Anlage sei eine Investition mit Zukunft, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) laut einer Mitteilung des Unternehmens. «Sie ist ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen, leistungsfähigen und wettbewerbsfähigen Batterieindustrie.»

Die Verarbeitungslinie könne bis zu 10.000 Tonnen Lithium-Ionen-Batteriematerial pro Jahr verwerten, sagte ein Sprecher von Li-Cycle. Zwei weitere Produktionslinien seien in Planung. Einschließlich dieser beiden liege die mögliche Kapazität der Anlage im Endstadium bei 30.000 Tonnen pro Jahr. In der Fabrik bei Magdeburg sollen vor allem Autobatterien verarbeitet werden. Derzeit seien dort 60 Mitarbeiter beschäftigt.

Für das Unternehmen bedeutet die Fabrik bei Magdeburg den Eintritt in den europäischen Markt. Weitere Standorte in Europa sollen folgen. In der Anlage werden nach Unternehmensangaben alte Akkus zu einer «schwarzen Masse» geschreddert. Daraus sollen später durch ein spezielles Verfahren Lithium, Nickel und Kobalt gewonnen werden.

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Das EU-Parlament hatte eine Aktualisierung der Batterierichtlinie verabschiedet, die unter anderem Mindestmengen für die Nutzung von recycelten Metallen wie Lithium, Nickel und Kobalt vorschreibt. Vor wenigen Monaten stellte der Chemiekonzern BASF in Schwarzheide in Brandenburg Pläne für das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien vor.

Düsseldorf (dpa) *07:27 Uhr – Evonik will mit Konzernumbau Spielraum für Investitionen schaffen

Der Spezialchemiekonzern Evonik will mit einem Umbau Freiraum für Investitionen in Zukunftsgeschäfte schaffen. «Wir arbeiten an unserer Bikini-Figur. Evonik wird schlanker, schneller und zugleich internationaler», sagte Evonik-Chef Christian Kullmann dem «Handelsblatt» (Dienstag). Drei Standorte in Europa will Evonik künftig nicht mehr selbst betreiben und wird das Geschäft in neue Dienstleistungsgesellschaften auslagern. Zudem wird ein Modell für eine neue Verwaltung ausgearbeitet. Tausende Mitarbeiter sind von den Plänen betroffen.

Frisches Kapital könnte etwa die Ausgliederung der Dienstleistungen an den Standorten Marl, Antwerpen und Wesseling aus dem Konzernverbund bringen. Es geht um Logistik, Energieerzeugung, technischen Service, Werkstätten und Werkschutz. Evonik will drei eigenständige Betreibergesellschaften gründen, in die geschätzt bis zu 4000 Mitarbeiter wechseln würden. In der zweiten Jahreshälfte 2025 soll dieser «Carve-out» abgeschlossen sein.

Auch der Umbau der Verwaltung soll Freiräume schaffen. «Für Evonik ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, in dem wir uns von der internen Bürokratie lösen», sagt Kullmann. Gut 8600 Organisationseinheiten hat der Konzern aktuell, acht Hierarchieebenen liegen zwischen Produktion und Vorstand, auf vier Mitarbeiter kommt eine Führungskraft. «Das ist zu komplex und zu teuer», sagt der Chef.

Wie viele Stellen betroffen sind und was der Umbau an Einsparungen bringt, konnte Kullmann noch nicht beziffern. Vor betriebsbedingten Kündigungen sind die deutschen Evonik-Mitarbeiter bis 2032 geschützt. Gut zwei Drittel der weltweit 34.000 Beschäftigten entfallen auf Deutschland. Evonik ist mit einem Umsatz von zuletzt 18,5 Milliarden Euro hinter BASF die Nummer zwei in der deutschen Chemieindustrie.

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