Leverkusen (dpa) *20:08 Uhr – Covestro nimmt Verhandlungen über Übernahme durch Ölkonzern Adnoc auf
Der Chemiekonzern Covestro zeigt sich nach wochenlangen Spekulationen offen für eine Übernahme durch den Ölkonzern Abu Dhabi National Oil (Adnoc). Der Covestro-Vorstand beschloss mit Blick auf das von Adnoc bekundete Interesse die Aufnahme ergebnisoffener Gespräche, wie der Dax-Konzern am Freitagabend mitteilte. Damit können die beiden Unternehmen nun über Details einer möglichen Akquisition reden. Zuletzt war in Medien die Rede davon, dass die Araber informell 60 Euro je Aktie in Aussicht gestellt hätten, was einem Wert von 11,6 Milliarden Euro entspricht.
Wie hoch ein Angebot ausfallen müsste, um auf Zustimmung von Covestro zu treffen, bleibt offen. «Ob, in welcher Form und gegebenenfalls zu welchen Konditionen eine Vereinbarung zwischen den Gesprächspartnern zustande kommt, ist offen», betonten die Leverkusener.
Spekulationen über ein Interesse von Adnoc gibt es seit Mitte Juni, damals hatten die Aktien noch um die 40 Euro gekostet. Das Management um Covestro-Chef Markus Steilemann hatte seither aber jeglichen konkreten Kommentar vermieden und betont, solche Spekulationen würden nicht kommentiert. Vielmehr haben beide Seiten dem Vernehmen nach bisher nicht direkt miteinander gesprochen, sondern lediglich informell über Investmentbanken und Anwälte kommuniziert.
Die Covestro-Aktien kosteten zuletzt auf der Handelsplattform Tradegate 52,78 Euro. Damit bauten sie ihre Gewinne von knapp acht Prozent auf 51,50 Euro aus dem Xetra-Hauptgeschäft aus. Bereits am Nachmittag hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass Covestro sich noch in dieser Woche offiziell offen für Gespräche zeigen dürfte. Der Aktienkurs war daraufhin hochgeschnellt.
Adnoc baut seit einiger Zeit sein Engagement rund um das Chemiegeschäft aus. Der Konzern fördert fast das gesamte Öl für die Vereinigten Arabischen Emirate. Er hat Investitionspläne in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar (140 Mrd. Euro), um sein Geschäft mit Erdgas, Chemikalien und sauberer Energie weltweit zu erweitern.
Denn die Ölproduzenten am Persischen Golf wollen ihr bisher auf den Verkauf von Rohöl, Benzin und Diesel konzentriertes Geschäft auf eine breitere Basis stellen. Außerdem versucht Adnoc so, seine Position in der Konkurrenz mit dem Ölkonzern Saudi Aramco zu verbessern. Im vergangenen Jahr hatte Adnoc bereits Anteile am österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV erworben.
Schwedt (dpa/bb) *09:24 Uhr – Woidke zum Umbruch in Schwedt: «Wir müssen machen»
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat entschiedenes Handeln bei der Transformation der Region Schwedt weg vom Öl angemahnt. «Wir müssen machen», sagte der SPD-Politiker am Freitag im ZDF-«Morgenmagazin», das in der Stadt in der Uckermark zu Gast war. «Wir müssen beweisen, dass es funktioniert. Und wir müssen beweisen, dass es vorwärts geht», so Woidke. Jammern helfe nicht.
Schwedt lebt zu einem großen Teil von der Raffinerie PCK, die jahrzehntelang mit russischem Öl versorgt wurde. In Folge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine entschied der Bund, auf Öl auf Russland zu verzichten. Das hat viele Ängste bei den Menschen in der Stadt ausgelöst.
Mit dem Bund, der viel Geld bereitstellt, wurde eine Zukunftsstrategie erarbeitet zum klimagerechten Umbau und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Teil der Vereinbarung ist auch eine Arbeitsplatzgarantie für PCK-Beschäftigte. In der Raffinerie wird momentan bei geringerer Auslastung als vor dem Krieg Öl aus anderen Quellen, etwa aus Kasachstan, zu Kraftstoffen verarbeitet.
Es gibt viele Sorgen in Schwedt, wie Bürgerinnen und Bürger in der ZDF-Sendung deutlich machten. Woidke sagte dazu, man müsse hinterfragen: «Wieso ist die Lage viel besser als die Stimmung?» Die Menschen bräuchten bei derartigen Transformationsprozessen, die es zum Beispiel auch in der Lausitz gebe, vor allem Sicherheit. «Und die Menschen müssen mitgenommen werden.»
Stand: 08.12.2025
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Wichtig seien gut bezahlte Arbeitsplätze. «Wir haben hier im Umland die höchste Dichte der erneuerbaren Energieerzeugung in Deutschland», so Woidke. «Das ist das Pfund für die Zukunft. Und das ist auch die Zukunft dieses Standortes.» Woidke nannte die Produktion synthetischer klimaneutraler Kraftstoffe etwa für Flugzeuge als Zukunftsfeld.