Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Klagen gegen CO-Pipeline nach 16 Jahren abgewiesen

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01.02.2023

Dresden (dpa/sn) *16:57 Uhr – Landtag debattiert über Mangel an Arzneimitteln

Sachsen hat laut Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) alle dem Land möglichen Schritte unternommen, um den aktuellen Mangel an bestimmten Arzneimitteln zu mindern. Bei einer Debatte im Landtag sprach sie am Mittwoch von einer schwierigen Situation. Bei einem Besuch in einer Apotheke sei ihr aber unlängst versichert worden, dass kein Patient den Laden ohne medizinische Versorgung, ohne eine Empfehlung für ein Medikament verlasse. Bei etwa 100.000 gelisteten Medikamenten seien in dieser Apotheke an diesem Tag rund 400 nicht verfügbar gewesen. Als Mangelwaren gelten derzeit Medikamente wie Fiebersäfte, Schmerztabletten, Antiotika und Blutdrucksenker.

Laut Köpping legt Sachsen als Konsequenz der Engpässe an Arzneimitteln das Apothekenrecht großzügig aus. «Das heißt, dass wir eben auch den Austausch von Medikamenten zwischen der einen oder anderen Apotheke ermöglichen.» Das sei eine wichtige Hilfe, weil die Nachfrage regional verschieden sein könne. Ein zweiter Punkt betreffe die Arzneimittelherstellung in der Apotheke selbst. Das habe man für alle Medikamente, bei denen das machbar sei, veranlasst. Zudem seien Importe aus anderen Ländern zugelassen worden. Ferner könnten die Apotheken ihre Öffnungszeiten flexibler gestalten.

Nach den Worten Köppings muss der Bund dafür sorgen, dass Deutschland als Produktionsstandort für Medikamente attraktiv bleibe. Einige große Pharmahersteller würden Deutschland auch wegen der Bürokratie verlassen wollen. Hier gelte es die Bedingungen zu verbessern.

Linke Politikerin Susanne Schaper fordert den Freistaat auf, wichtige Arzneimittel zu bevorraten. «Der Markt regelt es nicht, also muss der Staat eingreifen und das Land schrittweise aus dem Klammergriff der Pharmakonzerne befreien», schlussfolgerte die gelernte Krankenschwester.

CDU-Gesundheitsexperte Alexander Dierks regte einen Runden Tisch zur Arzneimittelversorgung an. Hier könnten alle relevanten Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiten. «Die Versorgung mit Arzneimitteln ist essenziell für die Gesundheit unserer Bürger. Deshalb müssen wir auf die aktuellen Lieferengpässe mit kurz- und langfristigen Maßnahmen beherzt reagieren.» Es müsse gelingen, Pharmaunternehmen wieder für Produktionsstandorte in Europa und Deutschland zu gewinnen. Das könne Lieferketten kurz und krisenfester machen.

Frankfurt/Main (dpa) *13:27 Uhr – Unzulässige Tablettenwerbung – Verbraucherzentrale siegt gegen Stada

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat einen juristischen Sieg gegen den hessischen Arzneihersteller Stada errungen. Sie zog gegen eine Werbeaussage des Konzerns zu einem Nahrungsergänzungsmittel bei Histaminintoleranz vor das Landgericht Frankfurt und bekam Recht, wie das Gericht am Mittwoch bestätigte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Im konkreten Fall ging es um die Histamin-Tablette Daosin. Menschen mit Histaminintoleranz vertragen bestimmte Lebensmittel wie etwa Käse oder Rotwein nicht. Sie leiden nach dem Verzehr zum Beispiel unter Hautausschlag, Bauchschmerzen oder Durchfall. Die Verbraucherschützer kritisierten, dass Stada für das Nahrungsergänzungsmittel online mit der Aussage werbe: «Daosin-Tabletten unterstützen den Abbau des mit der Nahrung im Darm aufgenommenen Histamins.»

Die Wirksamkeit des Mittels sei wissenschaftlich umstritten, monierte die Verbraucherzentrale. In der Liste der EU-weit zugelassenen Gesundheitsaussagen gebe es keinen Eintrag dazu. Gesundheitsbezogene Angaben seien in der Werbung für Nahrungsergänzungsmittel aber nur dann erlaubt, wenn sie offiziell geprüft und zugelassen wurden.

Stada dürfe gegenüber Verbrauchern nicht damit werben, dass Daosin-Tabletten den Abbau des mit der Nahrung im Darm aufgenommenen Histamins unterstützten, urteilte das Gericht. Verbraucher verstünden die Aussage so, «dass das Präparat eine Verbesserung des Gesundheitszustandes dahingehend herbeiführt, als derjenige, der an einer Histaminunverträglichkeit leidet, nun Nahrungsmittel zu sich nehmen kann, die Histamine enthalten, ohne dass dies mit einer nachteiligen Folge für die Gesundheit verbunden ist», hieß es in der Begründung. «Damit ist der Bezug zur Gesundheit hergestellt.»

Stada hält die Darstellung der Verbraucherzentrale für «nicht ganz zutreffend». Im Gerichtsverfahren gehe es nicht um die Wirkung von Daosin als solche oder um die Bewerbung allgemein, sondern um eine spezielle Angabe in einem speziellen Kontext auf einer Internetseite. Stada halte das Urteil für nichtig und habe Berufung eingelegt.

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London (dpa) *10:45 Uhr – Pharmakonzern GSK bleibt dank Impfstoffgeschäft optimistisch für 2023

Der Pharmakonzern GSK hat im vergangenen Jahr von einer starken Nachfrage und Kosteneinsparungen profitiert. Die Briten geben sich auch für die Zukunft optimistisch. Vor allem die Nachfrage nach Impfstoffen dürfte die Geschäfte im Jahr 2023 antreiben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in London mit. Mit seinem Ausblick ist das GSK-Management noch etwas optimistischer als die Analysten.

Der Umsatz soll den Angaben zufolge 2023 gerechnet in konstanten Wechselkursen um sechs bis acht Prozent zulegen. Das Wachstum beim bereinigten operativen Gewinn soll sich auf zehn und zwölf Prozent belaufen. Dabei sei der Beitrag durch Covid-Produkte herausgerechnet, hieß es.

Im abgelaufenen Jahr hatte GSK seine eigenen Umsatzerwartungen am oberen Ende der Prognose erfüllt: Mit 29,3 Milliarden Pfund (33,2 Mrd. Euro) waren die Erlöse nominal um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, ohne Wechselkurseffekte und Corona-bezogene Umsätze gerechnet betrug das Plus zehn Prozent. Der bereinigte operative Gewinn legte nominal mehr als ein Viertel auf 8,2 Milliarden Pfund (9,3 Mrd. Euro) zu, wobei GSK auch von höheren Lizenzeinnahmen profitierte.

GSK hatte im abgelaufenen Jahr sein Konsumgütergeschäft abgespalten und dies unter dem Namen Haleon in der zweiten Juli-Hälfte an die Börse gebracht. Seitdem fokussiert sich das Unternehmen auf verschreibungspflichtige Medikamente und Impfstoffe. Aktuell entwickelt sich insbesondere das Geschäft mit der Gürtelrose-Impfung Shingrix sehr stark. Große Hoffnungen knüpft der Konzern auch an eine – bisher noch nicht zugelassene - Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV).

Basel (dpa) *08:00 Uhr – Umbaukosten drücken auf Gewinn des Schweizer Pharmakonzerns Novartis

Sein Umbau hat dem Pharmakonzern Novartis im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang beschert. Im Schlussquartal bekamen die Schweizer zudem erneut Währungseinflüsse zu spüren. Von Januar bis Dezember setzte Novartis gut 50,5 Milliarden Dollar um, wie das Unternehmen am Mittwoch in Basel mitteilte. Das war ein Minus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich dagegen ein Anstieg um vier Prozent.

Unter dem Strich rutschte der Gewinn auf knapp sieben Milliarden Dollar. Im Vorjahr hatte noch der Verkauf des Anteils am heimischen Wettbewerber Roche für einen Gewinnsprung auf 24 Milliarden Dollar gesorgt. Aber auch ohne diesen Sondereffekt musste Novartis Gewinneinbußen hinnehmen. Für Analysten ist allerdings der um verschiedene Einflüsse bereinigte Betriebsgewinn wichtiger. Mit vier Milliarden Dollar fiel dieser im Schlussquartal etwas besser als am Markt erwartet aus.

Im laufenden Jahr strebt die Novartis-Führung zu konstanten Wechselkursen erneut Wachstum an. So soll der Umsatz auf Konzernebene im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Für den operativen Kerngewinn wird eine Zunahme in ähnlichem Umfang angepeilt.

Karlsruhe (dpa/lsw ) *04:45 Uhr – KIT-Forscher: Fracking zu unrecht ein Tabu

Fracking zur Förderung von heimischem Gas in tiefen Gesteinsschichten ist aus Sicht eines Experten beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zu Unrecht ein Tabu. «Modernes Fracking ist in der aktuellen Situation absolut vertretbar und sollte in einer rationalen Energiepolitik eine Rolle spielen», meint Frank Schilling, Professor für Technische Petrophysik am KIT-Institut für Angewandte Geowissenschaften und Leiter des Landesforschungszentrums Geothermie. Risiken für die Umwelt könnten bei sorgfältiger Planung, Überwachung und Einhaltung technischer Standards gering gehalten werden.

Für das grün-geführte baden-württembergische Umweltministerium ist Fracking nach wie vor «kein Thema». Es verweist auch darauf, dass es in der aktuellen Energiekrise nicht weiterhelfen würde, weil Fracking-Gas nicht schnell realisiert werden könnte. Dem widerspricht der Geowissenschaftler: Fracking-Gas könnte ihm zufolge bei ausreichender Vorerkundung technisch innerhalb von sechs bis neun Monaten gefördert werden. Beim Fracking wird Gas mit Hilfe von Druck und Flüssigkeiten aus tiefen Gesteinsschichten herausgeholt. Das kann nach Ansicht der Kritiker Gefahren für die Umwelt bergen.

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