Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Klagen gegen CO-Pipeline nach 16 Jahren abgewiesen

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07.02.2023

Frankfurt/Main (dpa) *14:50 Uhr – Weniger Farben und Lacke verkauft – Schwäche am Bau belastet

In Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Lacke, Farben und Druckfarben verkauft worden. Der Absatz sank zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf 1,53 Millionen Tonnen, wie der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) am Dienstag mitteilte. Der Umsatz stieg indes um acht Prozent auf 6,1 Milliarden Euro, sagte Präsident Peter Jansen in Frankfurt. Das liege an der Inflation, die Margen seien stark unter Druck.

Grund für den Mengenrückgang im vergangenen Jahr sei ein schwaches Ergebnis bei Bautenfarben (minus sieben Prozent). Sowohl das Geschäft mit der Bauindustrie als auch mit Privatleuten sei schlecht verlaufen.

Auch der Absatz von Druckfarben sank deutlich (minus acht Prozent), während es bei Industrielacken bergauf ging. So verlief das Geschäft mit der Auto- und Elektroindustrie gut. In der Holz- und Möbelindustrie ging der Verbrauch von Lacken hingegen zurück.

Im laufenden Jahr sein ein weiterer Mengenrückgang um zwei bis drei Prozent auf 1,5 Millionen Tonnen zu erwarten sowie ein leichter Umsatzanstieg, erklärte der Verband. Teure Rohstoffe und Energie sowie steigende Bürokratiekosten belasteten die Branche.

Potsdam/Schwedt/Oder (dpa) *14:14 Uhr – Woidke setzt Taskforce-Sondersitzung zur Raffinierie in Schwedt an

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woikde (SPD) fordert von der Bundesregierung Klarheit zum Stand der Auslastung der Ölraffinerie PCK in Schwedt und hat eine vorgezogene Sondersitzung der Taskforce zur Zukunft der Anlage angesetzt. Die Bundesregierung soll am 15. Februar einen Bericht über die aktuelle Sicherstellung der Versorgung der Raffinerie abgeben, wie aus einer der dpa am Dienstag vorliegenden Einladung zu der Sitzung hervorgeht. Zuvor hatten die «Potsdamer Neuesten Nachrichten» und der «Tagesspiegel» darüber berichtet.

Die Landesregierung sei nach der Taskforce-Sitzung im Dezember davon ausgegangen, dass bis Ende Januar 2023 über die Häfen in Rostock und Danzig sowie weiterer Öl-Lieferungen aus Kasachstan eine Auslastung der Raffinerie von 70 Prozent sichergestellt sei. «Dies ist bislang so noch nicht erkennbar», heißt es in dem Schreiben aus der Staatskanzlei. Nach Angaben des Unternehmen vom Dienstag erreichte die Raffinerie im Januar eine Auslastung von knapp 60 Prozent.

Guildford/München (dpa) *12:44 Uhr – Industriegase-Konzern Linde will erneut mehr verdienen

Die Geschäfte des Industriegase-Konzerns Linde laufen vor allem dank einer großen Nachfrage aus der Elektronik- sowie der Metall- und Bergbauindustrie rund. In diesem Jahr will der Konzern nach einem Gewinnplus im vergangenen Jahr noch einmal mehr verdienen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 13,15 bis 13,55 Dollar zulegen, wie das Dax-Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Linde 12,29 Dollar je Aktie.

Der Umsatz kletterte 2022 um acht Prozent auf 33,4 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 4,1 Milliarden Dollar – nach rund 3,8 Milliarden Dollar im Vorjahr. Derweil zieht sich der wertvollste Konzern im Dax von der Frankfurter Börse zurück. Das sogenannte Delisting in Frankfurt soll am oder um den 1. März erfolgen.

Berlin/Brüssel (dpa) *11:32 Uhr – Deutschland will gefährliche Chemikalien in EU verbieten

Die Bundesregierung will gemeinsam mit Dänemark, den Niederlanden, Norwegen und Schweden rund 10.000 sogenannte PFAS-Chemikalien in der EU verbieten. «Heute haben wir in der EU einen wichtigen Meilenstein erreicht, um der zunehmenden Umweltbelastung durch eine besonders problematische Gruppe von Chemikalien einen Riegel vorzuschieben», sagte Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) bei der Vorstellung eines Vorschlags zum Verbot am Dienstag. «Deutschland wird sich im kommenden Verfahren auf EU-Ebene aktiv für Verbesserungen einsetzen, um hoffentlich bald die mit PFAS verbundenen Probleme hinter uns zu lassen.»

PFAS steht für eine Gruppe von mehreren Tausend einzelnen Chemikalien, die über lange Zeit im Körper und in der Umwelt anreichern und in Krebsverdacht stehen. Sie werden zum Beispiel in beschichteten Pfannen, Outdoor-Kleidung oder Kochgeschirr verwendet. Einmal in der Umwelt, werden die chemischen Substanzen kaum abgebaut.

Im März will die EU-Chemikalienagentur (ECHA) prüfen, ob die vorgeschlagenen Änderungen mit EU-Recht vereinbar sind. Wenn dies der Fall ist, wird der Vorschlag wissenschaftlich untersucht. In der Regel dauert das der Agentur zufolge rund ein Jahr - bei komplizierten Fällen jedoch länger. Unter Berücksichtigung der ECHA-Stellungnahmen entscheiden die Europäische Kommission und die EU-Staaten über mögliche Beschränkungen - den Angaben nach soll das 2025 passieren.

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Laut ECHA wäre es eines der umfangreichsten Verbote chemischer Stoffe in Europa überhaupt, sollte der Vorschlag angenommen werden. Unternehmen wären gezwungen, Alternativen für etwa 10.000 PFAS zu finden.

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