Energieversorgung Neues Energiekettensystem im Sandfangbecken der Kläranlage Bamberg

Autor / Redakteur: Frank Schlögel* / M.A. Manja Wühr

In der Bamberger Kläranlage war die Energieversorgung des Sandfangräumers in die Jahre gekommen. Die Suche nach einer neuen Lösung verknüpfte der Betreiber mit der Forderung nach höherer Prozesssicherheit, geringerem Wartungsaufwand und einer zukunftssicheren Datenübertragung.

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Das komplett eingehauste Energiekettensystem aus Kunststoff sorgt für einen reibungslosen Betrieb des Sandfangräumers der Kläranlage in Bamberg.
Das komplett eingehauste Energiekettensystem aus Kunststoff sorgt für einen reibungslosen Betrieb des Sandfangräumers der Kläranlage in Bamberg.
(Bilder: Igus)

Das mechanisch biologische Klärwerk Bamberg mit Nährstoffelimination ist für rund 220 000 Einwohner ausgelegt. Hier werden zwischen 95 und 99 Prozent der im Abwasser enthaltenen Inhaltsstoffe vor der Einleitung in die Regnitz entfernt. Die Aufgaben werden mit insgesamt 29 Mitarbeitern von den Bereichen Verfahrenstechnik, von einer Elektro- und Schlosserwerkstatt sowie dem Abwasserlabor wahrgenommen. Für die Modernisierung der Energieversorgung des Sandfang­räumers setzte der Betreiber auf eine Lösung von Igus.

Auf der Motortrommel, die den Sandfangräumer mit Energie versorgt, wurde eine Leitung ungeschützt automatisch auf- und abgewickelt und über einen separaten Antrieb ständig auf Spannung gehalten. Die Daten- und Stromleitungen waren auf engstem Raum verlegt, was zu einer gewissen Störanfälligkeit führte. Neben den bisher klassischen Kupferleitungen kommen heute auch Netzwerk- und Lichtwellenleitungen zum Einsatz, die in einer Motortrommel nur schwer zu realisieren sind. Zudem wurden alle Signale aus der Drehbewegung der Trommel über Schleifringkontakte übertragen und weitergeleitet. Die Kontaktstellen wiesen hohen Verschleiß auf und mussten regelmäßig getauscht werden. Außerdem fror im Winter die Leitung ein und musste deswegen in der kalten Jahreszeit beheizt werden, was für zusätzliche Kosten sorgte.

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Im Sandfang werden Kies und Sand entfernt, um Ablagerungen und Verstopfungen in den Beckentrichtern und Leitungen sowie hohen Verschleiß von Pumpen und Rührwerken zu vermeiden. Der Sandfang in der Kläranlage in Bamberg besteht aus drei Straßen, die je 25 Meter lang sind. Sie können je nach anfallender Wassermenge und Verschmutzung individuell über ein Prozessleitsystem angesteuert werden. Der Trockenwetterzulauf beträgt im Schnitt gut 20 000 Kubikmeter innerhalb von 24 Stunden, er kann bis 100 000 Kubikmeter steigen. Die Fließgeschwindigkeit des Abwassers beträgt 0,3 m/s, damit Sandkörner und andere Materialien sedimentieren.

„Grundsätzlich ist der Sand­räumer an 365 Tagen rund um die Uhr in Betrieb“, erklärt der Abwassermeister des Entsorgungs- und Baubetriebs der Stadt Bamberg, Rainer Mild. „Pro Richtung beträgt die Fahrtzeit um die 25 Minuten. Nach der Hin- und Rückfahrt erfolgt eine Pause von 15 Minuten, die allerdings abhängig vom tatsächlichen Zufluss geregelt wird.“

Der Einsatz wird grundsätzlich dem Belastungsgrad angepasst. „Jede Betriebsstunde kostet Geld“, so Mild. „Unser Ziel ist es, die gesamte Kläranlage so wirtschaftlich wie möglich zu betreiben.“ Alle Anlagenteile müssen somit perfekt aufeinander abgestimmt sein, um den Sandfang an die jeweiligen Bedingungen noch besser anpassen zu können. Das bedeutet, die Anforderungen an die Datenübertragung sind schon heute hoch und werden in Zukunft noch weiter steigen. „Die Bandbreite der zu übertragenden Informationen wird in allen Bereichen zunehmen“, ist sich der Abwassermeister sicher.

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