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Zum Risikomanagement bei der Übernahme eines Projektes gehört für die Engineeringanbieter heute mehr denn je eine intensive Prüfung der Ausschreibung. „Um zu einem Festpreisangebot zu kommen, muss der Betreiber sehr genau definieren, wie die Anlage aussehen soll“, bringt ein anderer Planer die Situation auf den Punkt. Dass sich die Situation zugunsten der Engineeringdienstleister geändert hat, machen auch aktuelle Bonusmodelle in Projekten deutlich: Die Einhaltung von Investitionsbudgets sowie eine frühere Fertigstellung wird zum Teil auch durch einen Bonus honoriert.
Fast Track-Projekte an der Tagesordnung
Spätestens dann, wenn es um die Umsetzung eines neuen Originalpräparats in die Vermarktungsphase geht, ist der Zeitdruck in der Regel enorm hoch. „Fast Track“ heißt das Stichwort, das eine besondere Form des Projektmanagements beschreibt, bei der sehr viele Festlegungen für den Produktionsprozess gleich am Anfang getroffen werden. Gegenüber der klassischen Vorgehensweise, bei der während der Realisierungsphase noch zahlreiche Änderungen vorgenommen werden, lässt sich durch den Fast Track-Ansatz sehr viel Zeit sparen.
Fast Track fordert von den Betreibern allerdings eine größere Risikobereitschaft, denn Anlagenteile mit langer Lieferzeit müssen bereits bestellt werden, bevor alle Festlegungen für den Prozess getroffen sind. Auch auf die Anlagenstruktur hat dies Auswirkungen: Möglichst viele Elemente der Anlage müssen vorgefertigt werden, Anlagenteile werden als Skids und Module gebaut. Die Konsequenz: Während in der Chemie die individuell ausgeführte Anlage als Wettbewerbsfaktor gesehen wird, geht der Trend im Pharmaanlagenbau zur Standardisierung: „Oft stellen selbst gleichartige Betriebe in einem Konzern sehr detaillierte individuelle Anforderungen bezüglich der Anlagenausführung. Unter dem steigenden Kostendruck sind wir schon allein auf Grund regulatorischer Anforderungen gezwungen, Standardgeräte einzusetzen“, begründet Dr. Bernhard Luy, Geschäftsführer des Pharma-Anlagenbauunternehmens Glatt, die Entwicklung.
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