Suchen

Prozessleitsystem Namur-Hauptsitzung – Basis für Innovationen ist ein robuster Kern des Prozessleitsystems

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Marion Henig

Welcher Typ sind Sie? Setzen Sie bei Ihrem Leitsystem eher auf das Bewährte oder freuen Sie sich auf Neuerungen und begeistern sich für Ansätze wie die modellprädiktive Regelung, Softsensoren und Echtzeitoptimierung? Unabhängig davon welcher Typ Sie sind: Die diesjährige Namur-Hauptsitzung zeigte sowohl für konservative Anwender als auch Innovatoren neue Wege.

Dr. Peter Terwiesch, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland und Europa: "Wir benötigen ein gehärtetes Kern-PLS." (Bild: PROCESS)
Dr. Peter Terwiesch, Vorstandsvorsitzender von ABB Deutschland und Europa: "Wir benötigen ein gehärtetes Kern-PLS." (Bild: PROCESS)

Das Motto „Prozessleittechnik – Wege in die Zukunft“ der diesjährigen Namur-Hauptsitzung spiegelte gut die heutige Bandbreite der technischen Möglichkeiten wider. Die rund 570 Teilnehmer in Bad Neuenahr waren sich einig, dass es nicht nur einen Weg zum optimalen Leitsystem geben kann. Dafür sind die Anlagen, die Betriebe und letztendlich auch die Menschen, die mit und rund um die Automatisierung arbeiten, zu unterschiedlich.

Was sollte jedes Leitsystem beherrschen? Ganz oben steht sicher, dass die komplexen Prozesse für Bediener einfach, aber zielgerichtet dargestellt werden müssen. Es muss eine hohe Regelgüte bei optimaler Geschwindigkeit erreicht werden oder eine rückwirkungsfreie Kopplung mit den Business-Systemen möglich sein. Eigenschaften, die sich nicht immer einfach umsetzen lassen. Schließlich stellen verfahrenstechnische Entwicklungen aber auch neue Sensoren und Aktoren neue Anforderungen an die Leittechnik. Hinzu kommen externe Einflussfaktoren wie Anlagenzusammenlegungen, demographische Entwicklungen oder Laufzeitverlängerungen von installierten Anlagen. Prinzipiell sind die Kosten für Prozessleitsysteme gesunken: Die Hardware ist relativ preiswert, Betriebssysteme sind Industriestandard und damit ebenfalls günstig. Allerdings ist die Anwender Software aufwändiger und komplexer. Obwohl die Anzahl der Arbeitskräfte reduziert wurde, ist eine höhere Qualifikation bei Anlagenfahrern und beim technischen Personal notwendig.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Welche Rolle ein Leitsystem darüber hinaus einnimmt, hängt am Betreiber. „Während der konservative Anwender ein Leitsystem eher als ein notwendiges Übel ansieht, betrachtet der innovative Anwender das PLS als einen wichtigen Produktionsfaktor“, beschreibt Dr. Ulrich Schlagowski, Bayer Technology Services, den schwierigen Grat.

(ID:30189660)