Prozessleitsystem

Namur-Hauptsitzung – Basis für Innovationen ist ein robuster Kern des Prozessleitsystems

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Stillstand bei Wireless

Obwohl Wireless zu den innovativen Technologien gehört, ist es schon lange Thema der Anwender. Diesmal wird die Markteinführung allerdings eher von den Herstellern verzögert, da diese sich nicht auf einen Standard einigen wollen. So zitierte Dr. Norbert Kuschnerus einen Marktteilnehmer mit den Worten „Wer die Norm macht, macht den Markt.“ Seine Antwort darauf war deutlich: „Wenn sich eine solche Meinung durchsetzt, zahlen Anwender die Zeche. Es wäre außerordentlich wünschenswert, wenn die internationale Normung wieder zu dem wird, wozu sie gedacht ist. “ Der Bericht der Heathrow-Gruppe, die sich um Konvergenz bei den drei Standards Wireless Hart, ISA 100.12 und WIA-PA bemüht, ist in Bezug auf die Standardisierung von Sensornetzwerken eher ernüchternd. Bisher gelang es zwar die Hersteller an einen Tisch zu bekommen, in einem Positionspapier die technologischen Unterschiede zu beschreiben und festzustellen, dass man einen vierten Standard nicht möchte. Aber: Ohne das Einverständnis aller Firmen einen gemeinsamen Standard zu entwickeln, müssen die Anwender in Zukunft wohl mit drei Varianten leben. Für Wireless-Anwendungen bedeutet dies, dass sie weiterhin in Nischenanwendungen in der Prozessindustrie verharren werden. Dabei stellt die technologische Umsetzung keine Schwierigkeit dar, wie Sean Keeping, ABB, und Martin Schwibach, BASF, überzeugend darstellten. 2013 bis 2015 könnte die Technologie umgesetzt sein, wenn es denn das Commitment aller Hersteller zu einem gemeinsamen Standard gäbe. Dabei hatte die Heathrow-Gruppe gut begonnen. Bei der Standardisierung von Batterien dauerte es weniger als ein Jahr bis man zu einer gemeinsamen Lösung gekommen war. Diese ist mittlerweile in der VDI Richtline FA 5.21 umgesetzt und soll demnächst in die internationale Norm eingebracht werden.

Energiesparen mit Hilfe der Leittechnik

Wesentlich positiver verläuft das Engagement bei der Energieeffizienz: Bereits im Jahr 2009 hat sie die Namur als Querschnittsthema identifiziert und dazu einen eigenen Arbeitskreis gegründet. Dieser beschreibt mit der NA 140 eine systematische Vorgehensweise zur Durchführung von Energieeffizienzprojekten mit Hilfe der Automatisierungstechnik. Zu den bekanntesten Verbesserungen zur Steigerung der Energieeffizienz gehören verfahrenstechnische Maßnahmen, wie die Wärmeintegration, intensivierte Apparate sowie ein moderner Kraftwerkspark mit entsprechend hohen Wirkungsgraden. Die Beispiele reichen von einfachen Ansätzen wie drehzahlgeregelten Antrieben über die anlagenweite Optimierung durch modellprädiktive Regelungen bis hin zu standortweiten Echtzeitoptimierungen im Strom- und Dampfnetz.

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