Suchen

Responsible-Care-Wettbewerb 2020 Nachhaltiger Umgang mit Wasser: Chemieprojekte mit Vorbildcharakter

| Redakteur: MA Alexander Stark

Trockenheit und heiße Sommer bestimmen vielerorts die Diskussion über Wasser. Wie die chemisch-pharmazeutische Industrie mit dieser Ressource verantwortlich umgehen kann, zeigen die Preisträger des diesjährigen Responsible-Care-Wettbewerbs.

Firmen zum Thema

Beim Responsible-Care-Wettbewerb 2020 suchten der VCI und seine Landesverbände beispielhafte Projekte zum „Nachhaltigen Umgang mit Wasser“.
Beim Responsible-Care-Wettbewerb 2020 suchten der VCI und seine Landesverbände beispielhafte Projekte zum „Nachhaltigen Umgang mit Wasser“.
(Bild: Hans F. Daniel)

Frankfurt am Main – Beim Responsible-Care-Wettbewerb 2020 suchten der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und seine Landesverbände beispielhafte Projekte zum „Nachhaltigen Umgang mit Wasser“. Die mit unabhängigen Fachleuten besetzte Jury verständigte sich auf die Vergabe von zwei ersten Plätzen, einem dritten Platz sowie einem Preis für ein herausragendes Projekt aus dem Mittelstand.

Einer der ersten beiden Preise ging in diesem Jahr an Evonik Operations in Hanau mit ihrem Projekt „Unter Strom: Sauberes Wasser dank Elektrostatik“. Mithilfe elektrischer Felder wird Mikroplastik aus dem Abwasser abgetrennt und kann dann wiederaufbereitet werden – ganz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft. Anspruch des Projekts ist es auch, die Bevölkerung für Mikroplastik und dessen Auswirkungen bei nicht sachgerechter Entsorgung zu sensibilisieren. Das Forschungsprojekt von Evonik überzeugte die Jury, weil ein topaktuelles Thema aufgegriffen wird. Es habe Potenzial, auch im großen Maßstab, mit einer Vielfalt an Polymeren zu funktionieren und zukünftig den Eintrag von Mikroplastik in die Umwelt zu minimieren.

Die Preisträger des VCI-Responsible-Care-Wettbewerbs 2020: Die ersten beiden Preise gingen an Evonik Operations, Hanau, Sasol Germany, Werk Brunsbüttel. Nouryon Industrial Chemicals in Ibbenbüren, erhielt den dritten Preis. Und System Kosmetik; Münster am Lech, bekam den Mittelstandspreis.
Die Preisträger des VCI-Responsible-Care-Wettbewerbs 2020: Die ersten beiden Preise gingen an Evonik Operations, Hanau, Sasol Germany, Werk Brunsbüttel. Nouryon Industrial Chemicals in Ibbenbüren, erhielt den dritten Preis. Und System Kosmetik; Münster am Lech, bekam den Mittelstandspreis.
(Bild: VCI)

Das Werk Brunsbüttel von Sasol Germany erhielt mit dem Projekt „Einsparung von Wasser und Reduzierung von Abwasser durch Substitution der Ringflüssigkeit in einer Vakuumanlage“ ebenfalls einen ersten Preis. Ausgezeichnet wurde der Einsatz eines eigenen flüssigen Produkts in betrieblichen Vakuumpumpen, um damit den im Produktionsprozess benötigten Unterdruck zu erzeugen. Diese Umstellung macht künftig die Verwendung von Frischwasser bei diesem Prozess überflüssig und führt damit zu einer Einsparung von 2200 Kubikmeter Wasser im Monat. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von 150 Haushalten mit vier Personen. Vor der Umsetzung des Projekts konnte die Leistungsfähigkeit der entsprechenden Vakuumanlage nur durch ständige Zugabe von Frischwasser erhalten werden. Für die Jury war überzeugend, dass mit dem Projekt eine jährliche Einsparung von rund 80 % des zuvor benötigten Wassers gelungen ist.

Der dritte Preis ging dieses Jahr nach Ibbenbüren an Nouryon Industrial Chemicals mit dem Projekt „Abwasserfreies Chemiewerk – keine Utopie mehr!“. Durch die Integration von Abwasserströmen in die Produktionsprozesse konnte das Unternehmen diverse Anfallstellen abbauen oder stark reduzieren. Zehn Optimierungsprojekte haben bis heute zu einer Reduktion der Abwassermengen seit 2001 um 70 % geführt. Große Einsparungen wurden bei der Planung einer abwasserfreien Chlorproduktion mit einem Membranverfahren erzielt, das Ende 2017 in Betrieb genommen wurde. Nouryon betreibt diese Chlor-Alkali-Elektrolyse gemeinsam mit seinem Joint-Venture-Partner, Evonik Industries. Bis 2023 will das Unternehmen die Abwassermengen um 85 % gegenüber 2001 senken. Abwasserfrei soll der Standort in Ibbenbüren dann bis zum Jahr 2035 werden. Die Jury würdigte die jahrelangen Anstrengungen und das ehrgeizige Ziel des Unternehmens.

Den Mittelstandspreis gewann System Kosmetik aus Münster am Lech mit dem Projekt „Gezielte Abwasservorbehandlung zur Entlastung der kommunalen Kläranlage“. Mit der Errichtung einer Flotationsanlage einschließlich Schlammentwässerung, die individuell für dieses Abwasseraufkommen geplant wurde, und auch nur so eine entsprechende Reinigungsleistung möglich ist, kann das Unternehmen die Abwässer aus der Kosmetikproduktion gezielt vorbehandeln. Durch Online-Messungen bestimmter Stellgrößen kann eine kontinuierliche Einleitung des Abwassers in die öffentliche Kanalisation erfolgen. Nach der Vorreinigung ist das Abwasser sogar deutlich besser abbaubar als häusliche Abwässer, was sich bei den vierteljährlichen Messungen immer wieder bestätigt. Das Projekt, und vor allem die gelungene Zusammenarbeit mit der Gemeinde, ist vorbildlich, heißt es in der Begründung der Jury.

(ID:46902441)