Die Herstellung einer Vielzahl chemischer Stoffe lässt sich durch die Nutzung von Licht nachhaltiger und sauberer machen. Im EU-Projekt Prosper erforscht ein internationales Promovierenden-Netzwerk wie sich photokatalytische Prozesse für die industrielle Anwendung auf Großmaßstab skalieren lassen.
Gerührter Schlaufenphotoreaktor mit eingebauten statischen Mischern
(Bild: Elvira Eberhardt/ Uni Ulm)
Global betrachtet ist die chemische Industrie für rund fünf Prozent der CO2-Emmissionen verantwortlich. Besonders hohe Treibhausgasemissionen fallen an, wenn beispielsweise Grundstoffe wie Ethylen, Benzol oder Ammoniak hergestellt werden. „Die Treibhausgas-neutrale Produktion chemischer Produkte braucht viel Energie. Eine Möglichkeit zur Nutzung erneuerbarer Energien in der Produktion ist die Erzeugung von Licht zur Herstellung von Chemikalien. Doch es ist noch immer eine große Herausforderung, photokatalytische Prozesse auf Industriemaßstab zu skalieren“, erklärt Professor Dirk Ziegenbalg vom Institut für Chemieingenieurwesen der Universität Ulm.
Bei der Photokatalyse wird die Energie des Lichts für chemische Prozesse genutzt, um energieintensive Reaktionen bei „milderen“ Reaktionsbedingungen – also ohne großen Druck oder hohen Temperaturen – durchzuführen. Auf diesem Weg kann grüner Strom für die Herstellung genutzt und fossile Energien ersetzt werden. „Photochemische Reaktionen zeichnen sich dadurch aus, dass durch das Licht andere Reaktionspfade zugänglich werden. Das heißt: Moleküle, für die ansonsten mehrere Reaktionen notwendig wären, können in einer einzelnen Reaktion hergestellt werden“, erläutert der Chemieingenieur. Bei photokatalytischen Reaktionen kann zudem auf Zusatzstoffe wie Oxidationsmittel verzichtet werden, wodurch weniger Nebenprodukte und Abfall anfallen. Aus diesen Gründen sind sie häufig nachhaltiger als konventionelle, thermische Reaktionen.
Um die Forschung zur industriellen Skalierung photokatalytischer Prozesse voranzutreiben, fördert die EU nun ein länderübergreifendes interdisziplinäres Doktorandennetzwerk als sogenannte Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme mit 2,3 Millionen Euro. Zehn internationale Partner bringen dafür ihre Expertise ein: sechs renommierte Forschungseinrichtungen und Universitätsinstitute sowie vier Unternehmen aus der Chemie und Verfahrenstechnik. Bei der digitalen Auftaktveranstaltung trafen sich Forschende, Industriepartner und zukünftige Doktorandinnen und Doktoranden zum offiziellen Projektstart. „Unser Konsortium ist ein europäisches Zukunftslabor für die Etablierung und Skalierung nachhaltiger Verfahren für die Chemie-Industrie“, sagt Ziegenbalg, der das Projekt von Ulm aus koordiniert.
Die wissenschaftlichen Ziele von Prosper sind ambitioniert: Das internationale Verbundprojekt will die Photochemie aus dem Labor herausführen und in die industrielle Anwendung bringen. Dafür sollen standardisierte Messmethoden entwickelt werden, um Photonenströme und Strahlungsfelder einheitlich zu erfassen. Außerdem soll erforscht werden, wie auch Wärme und Stoffe im Photoreaktor transportiert werden müssen, denn beides ist entscheidend für dessen Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig will man herausfinden, wie sich photokatalytische Reaktionsschritte besser steuern und gezielt kontrollieren lassen. Nicht zuletzt braucht die Industrie klare Regeln, wie Anlagen dauerhaft sicher betrieben werden können.
Das Besondere an Prosper: Die insgesamt acht Doktorandinnen und Doktoranden müssen zur wissenschaftlichen Bearbeitung dieser Fragen Grundlagenforschung und Anwendung verbinden. „Es ist großartig, dass man als Doktorandin an echten Industrieproblemen arbeiten kann“, findet Shiva Amanipour. Die jungen Forschenden sollen verstehen lernen, was es bedeutet, wenn Photoreaktoren nicht nur für Versuche im Labormaßstab genutzt werden, sondern für Anlagen zur Produktion von Chemikalien im Tonnenmaßstab konzipiert und entwickelt werden müssen. Denn damit verbunden sind enorme chemische und verfahrenstechnische Herausforderungen.
„Mit Prosper wollen wir Know-How schaffen, das es braucht, um Photoreaktoren überall zuverlässig und sicher einsetzen zu können. All das Wissen wird in ein ‚digitales Handbuch‘ einfließen, das Richtlinien, Konstruktionsprinzipien und Leistungskriterien zusammenführt, um in Zukunft die Entwicklung neuer Reaktoren im industriellen Maßstab deutlich zu beschleunigen“, so Dirk Ziegenbalg.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.