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Synthetische Biokraftstoffe Lurgi baut Pilotanlage für synthetische Biokraftstoffe in Wolfsburg

| Redakteur: M.A. Manja Wühr

Lurgi hat mit dem Bau einer Pilotanlage für synthetische Biokraftstoffe begonnen. Mit der Anlage soll die technische Machbarkeit des Methanol-to-Synfuels-Verfahrens nachgewiesen werden.

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Mit einer neuen Pilotanlage für die Produktion von BtL-Kraftstoffen will Lurgi die technische Machbarkeit des Methanol-to-Synfuels-Verfahrens nachweisen.
Mit einer neuen Pilotanlage für die Produktion von BtL-Kraftstoffen will Lurgi die technische Machbarkeit des Methanol-to-Synfuels-Verfahrens nachweisen.
( Bild: FNR )

Bei der Methanol-to-Synfuels-Synthese (MtS) reagiert Methanol, der aus Biomasse gewonnen wird, über Zwischenprodukte, wie Dimethylether und Olefine, an Katalysatoren zu langkettigen Kohlenwasserstoffen. Durch Hydrierung werden daraus Diesel und Benzin. Gegenüber der Fischer-Tropsch-Synthese zeichnet sich das MtS-Verfahren durch eine höhere Flexibilität in Bezug auf die Produkte aus. In die MtS-Pilotanlage bringt Lurgi Prozesse und Technologien ein, mit denen das Unternehmen bereits Erfahrungen gesammelt hat: Eine Labor-Anlage existiert und einige der Prozessbausteine sind in abgewandelter Form schon seit längerem großtechnisch im Einsatz. Nun gilt es, die Laboranlage um den Faktor 20 zu vergrößern, die Verfahrensschritte zu modifizieren und in einen stimmigen Gesamtprozess zu integrieren.

Unterauftragnehmer von Lurgi sind Süd-Chemie und Volkswagen. Süd Chemie ist vor allem für die benötigte Katalysatortechnik zuständig, Volkswagen analysiert den Gesamtprozess hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und CO2-Minderungspotenzial und unterzieht den fertigen BtL-Kraftstoff (Biomass-to-Liquid) umfangreichen Tests. Betrieben wird die Anlage mithilfe der Volkswagen-Tochter Volkswagen Kraftwerk.

Das Projekt startete zum 1. April 2008. Der Bau der Anlage wird im Anschluss an ein Engineering und eine darauf aufbauende Machbarkeitsstudie im Jahr 2009 beginnen. Die geplanten Versuchsreihen sollen im Jahr 2011 abgeschlossen sein. Gefördert wird das Projekt mit knapp 4,5 Millionen Euro durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums.

Hintergrund BtL-Produktion

Synthetische BtL-Kraftstoffe werden als Biokraftstoffe der zweiten Generation bezeichnet. Sie sind heute noch nicht auf dem Markt. Für ihre Produktion stehen derzeit verschiedene Produktionsverfahren zur Verfügung: Die MtS-Synthese bietet sich insbesondere als Syntheseschritt für das Karlsruhe bioliq-Verfahren an. Ihren Ausgangspunkt nimmt diese BtL-Prozesskette bei der Aufbereitung von Biomasse, zum Beispiel von Stroh, Holz oder Energiepflanzen. In dem Verfahren wird sie dann durch Pyrolyse zu einem erdölähnlichen, energiereichen Zwischenprodukt, auch Slurry genannt, verarbeitet. Diesen Prozessschritt setzt das Forschungszentrum Karlsruhe (FZK) bereits heute – ebenfalls im Pilotmaßstab – bereits um. Die MtS-Synthese ist aber auch mit anderen Verfahren, die Methanol aus Biomasse erzeugen können, kombinierbar. Im nächsten Schritt folgt die thermochemische Vergasung des Slurrys zu einem Synthesegas, das dann wiederum zu Methanol synthetisiert wird. Der Bau der für diese beiden Prozessstufen notwendigen Anlagen ist ebenfalls am FZK geplant.

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