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Lithium aus unkonventionellen Quellen Lithium aus Sachsen soll Versorgungssicherheit für Batterien schaffen

| Redakteur: MA Alexander Stark

Vor kurzem konnte Lithum Australia erfolgreich Grubenabfällen zur Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien nutzen. Dies war die Grundlage für eine Prozessbewertung des Sadisdorf-Lithium/Zinn-Projekts, welches das Unternehmens in Sachsen durchführt. Das Projekt hat die Herstellung von Hochleistungs-Kathodenpulvern aus Glimmer zum Ziel, der aus dem dortigen Zinnbergbau gewonnen wurde.

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Das Projektkonzept sieht die Gewinnung von Zinn und Lithium aus der Lagerstätte vor, zunächst im Tagebau.
Das Projektkonzept sieht die Gewinnung von Zinn und Lithium aus der Lagerstätte vor, zunächst im Tagebau.
(Bild: Pixabay / CC0 )

Sadisdorf – Die erforderlichen Prozesse wurden umfassend pilotiert und die Marktbewertung der produzierten Kathodenpulvertypen in China und Japan läuft bereits. Die Ergebnisse der Untersuchungen ermöglichen es dem Unternehmen, sich auf den nächsten Schritt zur Kommerzialisierung des Projektbetriebs und schließlich zur Herstellung von Kathodenpulvern in Europa zu konzentrieren.

Der Hersteller ist der Ansicht, dass die Errichtung einer Si-Leach-Anlage in Sadisdorf zur Behandlung des lokal verfügbarer Glimmers und die Umwandlung der erzeugten Lithiumchemikalien zu Kathodenpulvern, wie bereits im Pilotmaßstab demonstriert, eine vielversprechende Investition mit hohen Margen ermöglichen wird, die gleichzeitig die Abhängigkeit der europäischen Batterieindustrie von importierten Lithium-Ionen-Batteriekomponenten reduziert.

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Lithium Australia ist über seine hundertprozentige Tochtergesellschaft Trilithium Erzgebirge zu 100 % an dem Projekt beteiligt, das sich derzeit in Instandhaltung und Wartung befindet. Historisch gesehen war Sadisdorf ein Zinnbergbauunternehmen. Die Zinnadern treten in einem „greisen“ (veränderten Granit) auf, wobei die wesentliche Veränderung im Granit aus Lithium-Glimmer besteht.

Das Projekt an der Grenze zur Tschechischen Republik liegt in der Nähe der Lagerstätte Zinnwald der Deutschen Lithium und der Lagerstätte Cinovec der European Metals (Tschechien), die durch die Nähe zur schnell wachsenden europäischen Elektrofahrzeug- und Batterieindustrie von Bedeutung sind.

Derzeit enthält das Projekt ein geschätztes Vorkommen von 25 Millionen Tonnen an 0,45-%igem Li2O. Eine im Mai 2018 abgeschlossene Drei-Loch-Diamantbohrkampagne sollte historische Daten bestätigen und die Ausbeute des Rohstoffmodells testen. Die Bohrergebnisse aus diesem Projekt deuten auf ein Potenzial für eine zukünftige Nutzung hin. Neben Lithium und Zinn wurde in Teilen der inneren Alterationszone eine signifikante Wolframmineralisierung festgestellt.

Aufgrund der positiven Ergebnisse der oben genannten Bohrkampagne wurde in der zweiten Jahreshälfte 2018 eine Bewertung der Verarbeitungsmöglichkeiten eingeleitet und im Januar 2019 abgeschlossen.

Das Projektkonzept sieht die Gewinnung von Zinn und Lithium aus der Lagerstätte vor, zunächst im Tagebau. Die Zinnwaldit-Mineralisierung (ein Glimmer, der das Ziel-Lithium enthält) wird durch konventionelle nasse, hochintensive Magnetabscheidung und die Cassiterit-Mineralisierung (die das Ziel-Zinn enthält) durch eine Kombination aus konventioneller Flotation und Schwerkraftabscheidung gewonnen. Das Zinnkonzentrat gilt als qualitativ ausreichend für den Direktverkauf, während das Lithiumkonzentrat mit Si-Leach hydrometallurgisch zu Lithiumphosphat mit Kaliumsulfat als Nebenprodukt weiterverarbeitet wird.

Zu den von Lithium Australia bewerteten Möglichkeiten gehören:

  • Wertsteigerung durch die Umwandlung von Lithiumphosphat in ein Lithium-Eisen-Phosphat-Kathodenvorläufermaterial unter Verwendung einer von VSPC entwickelten Technologie;
  • Optimierung von Cassiterit (dem dominierenden Zinnmineral) und Zinnwaldit (Lithium-Glimmer) zur Nutzbarmachung und Rückgewinnungsffizienz;
  • und Durchführung eines Si-Leach Generation 3 Pilotanlagenversuchs an einer Massenverbundprobe.

Lithium Australia ist der Ansicht, dass das Projekt weitere Investitionen rechtfertigt, wobei eine vorläufige Machbarkeitsstudie zur Umsetzung genehmigt wurde. Die formale Studienplanung beginnt im März 2019 mit einem technischen Workshop in Deutschland. Teilnehmen werden Trilithium Erzgebirge, Lithium Australia, VSPC und CSA Global.

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