Drucktechnologie für GS1-konforme 2D-Codes Leibinger hebt die Kennzeichnung mit 2D-Codes auf neuen Industriestandard

Von Paul Leibinger 4 min Lesedauer

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Die Verpackungsbranche steht vor der Umstellung auf 2D-Codes – doch die Inline-Integration scheitert oft an Material, Geschwindigkeit oder Druckqualität. Auf der Interpack stellt Leibinger mit „2DJET“ ein System vor, das alle drei Anforderungen gleichzeitig erfüllen soll.

Mit 2DJET führt Leibinger eine neue Kennzeichnungsklasse ein, die gezielt für 2D-Code-Verpackungsanforderungen entwickelt wurde. Das neue System kann inline QR-Codes mit bis zu 33 x 33 Modulen erzeugen.(Bild:  Paul Leibinger)
Mit 2DJET führt Leibinger eine neue Kennzeichnungsklasse ein, die gezielt für 2D-Code-Verpackungsanforderungen entwickelt wurde. Das neue System kann inline QR-Codes mit bis zu 33 x 33 Modulen erzeugen.
(Bild: Paul Leibinger)

Die Richtung in der Verpackungsindustrie ist klar: In Bereichen wie Food, Beverage und FMCG entwickeln sich 2D-Codes rasant zum neuen Standard. Ihr Nutzen ist überzeugend: mehr Daten auf kleinerer Fläche, bessere Rückverfolgbarkeit, mehr Flexibilität im Informationsmanagement, stärkere Verbraucherinteraktion und bessere Kontrolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Hinzu kommt ihre Relevanz für künftige Anforderungen wie den EU Digital Product Passport. Mit der weltweit zunehmenden Bedeutung der GS1-Standards steht die strategische Relevanz von 2D-Codes außer Frage.

Offen ist jedoch weiterhin, wie sich diese Codes in realen Produktionsumgebungen zuverlässig umsetzen lassen. Denn dort entscheiden nach wie vor Geschwindigkeit, Verfügbarkeit, Kosteneffizienz und maximale Flexibilität im Umgang mit unterschiedlichsten Verpackungsmaterialien über den Erfolg.

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Genau an dieser Stelle lagen Theorie und Praxis bislang oft weit auseinander. Je mehr Daten ein Code enthalten muss, desto wichtiger werden Druckpräzision und Lesbarkeit. Gleichzeitig ist in Verpackungsprozessen mit hohen Stückzahlen kaum ein Hersteller bereit, für eine bessere Codequalität Abstriche bei der Liniengeschwindigkeit zu machen. Der Umstieg auf GS1 2D-Codes bringt zudem zwei weitere, sehr praktische Herausforderungen mit sich:

  • 1. Vielzahl von Verpackungsmaterialien: Bislang ist eine zuverlässige Inline-Bedruckung noch nicht für jedes Verpackungsmaterial und jedes Format gelöst – insbesondere bei anspruchsvollen Substraten und Verpackungsformen wie flexiblen Folien, Monomaterial-Beuteln, starren Kunststoffen, gewölbten Flaschen oder Bechern, Glas- oder Metallverpackungen sowie zahlreichen Kartonagen und Etiketten, einschließlich glänzender oder nicht poröser Oberflächen.
  • 2. Inline-Bedruckung: 2D-Codes müssen ohne größere Eingriffe, zusätzliche Komplexität oder zusätzliche Prozessschritte in bestehende Produktionslinien integriert werden. Das ist besonders relevant, weil Händler wie Tesco klar formuliert haben, dass ihr Hauptinteresse in einer besseren Kontrolle von Mindesthaltbarkeitsdaten liegt. Das bedeutet: Der Code kann nicht einfach vorgedruckt werden. Er muss inline, direkt während der Produktion, auf jedes einzelne Produkt aufgebracht werden.

Bestehende Kennzeichnungstechnologien haben jeweils klare Stärken. Gleichzeitig stoßen sie beim 2D-Code-Druck im industriellen Maßstab an Grenzen. Einige liefern die erforderliche Auflösung. Andere bieten die nötige Geschwindigkeit, jedoch nicht die hohe Druckqualität, Substratflexibilität oder Zuverlässigkeit, die unter realen Produktionsbedingungen erforderlich sind.

Live auf der Interpack

Leibinger zeigt das „2DJET“-Konzept und einen funktionsfähigen Prototyp auf der Interpack am Stand D26 in Halle 8B. Messebesucher können die neue Kennzeichnungsklasse im Live-Betrieb erleben und mit dem Expertenteam vor Ort ihre spezifischen 2D-Code-Anforderungen besprechen.

Die kommerzielle Markteinführung ist für Anfang 2027 geplant. Für Ende dieses Jahres sind Tests und Demo-Installationen für Pilotprojekte vorgesehen. Unternehmen, die ihre Verpackungskennzeichnung auf GS1-2D-Codes umstellen möchten, erhalten auf der Messe die Möglichkeit, frühzeitig Pilotprojekte und Integrationsmöglichkeiten zu erörtern.

Neue Kennzeichnungsklasse für 2D-Codes

Leibinger geht nun den nächsten Schritt in der industriellen Kennzeichnung. Mit „2DJET“ führt der Kennzeichnungsspezialist aus Tuttlingen eine neue Kennzeichnungsklasse ein, die gezielt für die nächste Generation von Verpackungsanforderungen entwickelt wurde.

Das neue System verfügt über eine kontinuierliche Tintenversorgung, die auf unterbrechungsfreie Produktion ausgelegt ist. Es druckt gestochen scharfe Codes mit bis zu 300 dpi und mit Druckgeschwindigkeiten von bis zu 120 m/min. Dabei kann es QR-Codes mit bis zu 33 x 33 Modulen erzeugen.

Entwickelt für eine Vielzahl von Verpackungen

Reale Druckbeispiele: Der 2DJET druckt gestochen scharfe, GS1-konforme 2D-Codes mit bis zu 300 dpi und Druckgeschwindigkeiten von bis zu 120 m/min auf verschiedenste Verpackungsmaterialien.(Bild:  Paul Leibinger)
Reale Druckbeispiele: Der 2DJET druckt gestochen scharfe, GS1-konforme 2D-Codes mit bis zu 300 dpi und Druckgeschwindigkeiten von bis zu 120 m/min auf verschiedenste Verpackungsmaterialien.
(Bild: Paul Leibinger)

Besonders relevant für Verpackungshersteller ist, dass diese neue Kennzeichnungsklasse nicht nur auf höhere Druckqualität ausgelegt wurde, sondern auf die konkreten Anforderungen der industriellen Praxis. Als berührungslose Drucktechnologie bringt 2DJET zentrale Vorteile mit, die CIJ in industriellen Umgebungen so erfolgreich gemacht haben. Das System kann auf einer breiten Vielfalt von Verpackungsmaterialien eingesetzt werden und eignet sich für unterschiedliche Produktformen und Oberflächenbeschaffenheiten – von flach bis gebogen, von glatt bis anspruchsvoll.

Mit einem Druckabstand von 8 mm lässt sich der kompakte Druckkopf besonders flexibel in Produktionslinien integrieren. Das erleichtert die Installation auch dort, wo der verfügbare Platz begrenzt ist oder Verpackungsgeometrien variieren.

Inbetriebnahme, Wartung und Bedienung: Wenn’s einfach gehen soll

Der neue 2DJET lässt sich nahtlos in bestehende Produktionslinien integrieren, ist besonders einfach zu installieren und zu bedienen.(Bild:  Paul Leibinger)
Der neue 2DJET lässt sich nahtlos in bestehende Produktionslinien integrieren, ist besonders einfach zu installieren und zu bedienen.
(Bild: Paul Leibinger)

Ganz im Sinne der Plug-&-Print-Philosophie von Leibinger ist der neue 2DJET für den robusten 24/7-Betrieb ausgelegt. Das Tintensystem wurde für maximale Verfügbarkeit entwickelt. Eine smarte Architektur mit Präzisionspumpen und Sensoren stellt eine konstant stabile Tintenversorgung sicher. Das kartuschenbasierte Versorgungskonzept unterstützt die unterbrechungsfreie Produktion: Ergiebige XL-Kartuschen lassen sich im laufenden Betrieb schnell und einfach wechseln, ohne die Linie anzuhalten.

Gleichzeitig sorgen speziell entwickelte, schnell trocknende Tinten für hervorragende Trocknungseigenschaften auf einer breiten Palette von Substraten. So ist auch bei hohen Produktionsgeschwindigkeiten eine direkte Weiterverarbeitung möglich. Das Ergebnis ist eine zuverlässige und kosteneffiziente Leistung in anspruchsvollen Produktionsumgebungen mit hohen Stückzahlen.

Das Bedienkonzept ist konsequent auf einfache Handhabung und geringen Wartungsaufwand ausgelegt. Weniger Komponenten, minimaler Verschleiß, keine Filter und langlebige Schlüsselbauteile sorgen für einen außergewöhnlich geringen Ersatzteilbedarf. Bedien- und Wartungsschritte lassen sich schnell, einfach und vollständig werkzeuglos durchführen. Die intuitive Benutzeroberfläche erleichtert den täglichen Betrieb zusätzlich. So reduziert 2DJET Wartungsaufwand und Servicekomplexität auf ein Minimum.

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Das Ergebnis sind optimierte Gesamtbetriebskosten: Mit der Tintenkartusche als einzigem regelmäßigen Verbrauchsmaterial, nahezu keinem Ersatzteilbedarf, einfacher Bedienung und minimalem Wartungsaufwand ist das System darauf ausgelegt, Betriebskosten umfassend zu senken. Dadurch ermöglicht es eine schnelle Amortisation – häufig bereits innerhalb des ersten Betriebsjahres.

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