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Quartalszahlen Lanxess zeigt sich im ersten Quartal robust - senkt aber den Ausblick für 2020

| Redakteur: Alexander Stark

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess konnte das erste Quartal des Jahres besser als gedacht abschließen – trotz des schwachen wirtschaftlichen Umfelds aufgrund der Corona-Pandemie.

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Der Spezialchemie-Konzern Lanxess zeigt sich im ersten Quartal 2020 trotz Corona-Krise robust.
Der Spezialchemie-Konzern Lanxess zeigt sich im ersten Quartal 2020 trotz Corona-Krise robust.
(Bild: Lanxess)

Köln – Die Ergebnisse im neu gebildeten Segment Consumer Protection sowie im Segment Specialty Additives von Lanxess haben sich im ersten Quartal positiv entwickelt. Dadurch konnte das Unternehmen die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich abmildern. Auch Wechselkurseffekte, insbesondere aus dem US-Dollar, wirkten sich positiv aus. Die durch die Corona-Krise weiter geschwächte Nachfrage aus der Automobilindustrie belastete hingegen das Ergebnis, vor allem im Segment Engineering Materials. Das Ebitda vor Sondereinflüssen sank im ersten Quartal 2020 um 9,9 % von 272 Millionen Euro auf 245 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen lag bei 14,4 % nach 15,7 % im Vorjahr. Der Konzernumsatz lag im ersten Quartal 2020 mit 1,704 Milliarden Euro nur leicht unter dem Wert des Vorjahresquartals von 1,738 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis aus fortzuführendem Geschäft sank um 27,6 % von 87 Millionen Euro auf 63 Millionen Euro.

Der Konzern geht davon aus, dass sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie im zweiten und dritten Quartal noch verstärken werden. Auf Basis der derzeit verfügbaren Informationen erwartet der Konzern für das zweite Quartal ein Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 200 Millionen Euro und 250 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2020 geht das Unternehmen nun von einem Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 800 Millionen Euro und 900 Millionen Euro aus. Bisher rechnete das Unternehmen mit einem Jahresergebnis zwischen 900 Millionen und einer Milliarde Euro. Im Vorjahr hatte Lanxess ein Ebitda vor Sondereinflüssen von 1,019 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Umfangreiches Maßnahmenpaket für Corona-Krise

Schon mit Beginn der Corona-Krise hat der Spezialchemie-Konzern unterschiedliche Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen auf das Unternehmen so gering wie möglich zu halten, teilte das Unternehmen mit. Die Gesundheit der Mitarbeiter stehe dabei an erster Stelle. Mithilfe von Schutzmaßnahmen wie strikten Hygieneregeln, Home-Office-Lösungen für den Großteil der Büromitarbeiter oder der Umstellung des Schichtmodells sei die Infektionsrate unter den Mitarbeitern weiterhin gering. Bisher hätten sich weltweit 31 Mitarbeiter mit dem Coronavirus angesteckt – 27 davon sind bereits wieder genesen.

Die Lieferfähigkeit des Konzerns sei bisher kaum eingeschränkt. Die größten Produktionsanlagen waren dauerhaft in Betrieb. Nur in China, Italien, Indien und Argentinien kam es – auch aufgrund von staatlichen Vorgaben – zu vorübergehenden Stillständen.

Darüber hinaus hat der Spezialchemie-Konzern wichtige Schritte unternommen, um seine bereits gute Liquiditätssituation weiter zu stärken. Im April hatte das Unternehmen angekündigt, sein Aktienrückkaufprogramm bis auf Weiteres auszusetzen. Überdies spart der Konzern im Geschäftsjahr 2020 durch Kostendisziplin 50 bis 100 Millionen Euro ein und senkt sein Investitionsbudget durch die Verschiebung von Projekten um etwa 50 Millionen Euro. Mit dem Verkauf seiner Currenta-Anteile konnte einen Eigenkapitalwert (nach Abzug von Nettoschulden und Pensionen) von 780 Millionen Euro und eine Gewinnbeteiligung von 150 Millionen Euro (jeweils vor Steuern) am 30. April 2020 erzielt werden.

Vergütungskürzung bei Aufsichtsrat, Vorstand und erster Führungsebene

Als Reaktion auf die großen Herausforderungen aus der Corona-Krise haben Aufsichtsrat, Vorstand sowie die oberste Führungsebene zudem beschlossen, auf Teile ihrer Vergütung zu verzichten. Die Mitglieder des Aufsichtsrates verzichten auf 20 % ihrer Vergütung. Bei Vorständen und oberster Führungsebene betrifft die Kürzung den Bonus: Vorstände erhalten maximal einen Auszahlungssatz von 50 %, für die oberste Führungsebene verringert sich der Satz um bis zu 25 %.

Neues Segment Consumer Protection mit starkem Ergebnis

Lanxess hat angekündigt, künftig einen stärkeren Fokus auf verbrauchernahe Schutzprodukte legen zu wollen und hat daher die Berichtsstruktur angepasst. Die Geschäftsbereiche Saltigo, Material Protection Products und Liquid Purification Technologies bilden das neue Segment Consumer Protection. Es tritt an die Stelle des bisherigen Segments Performance Chemicals. Gleichzeitig wird der Geschäftsbereich Inorganic Pigments im Segment Advanced Intermediates geführt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Im Segment Advanced Intermediates belastete eine aufgrund der Coronavirus-Pandemie schwächere Nachfrage im Geschäftsbereich Advanced Industrial Intermediates, insbesondere aus dem asiatischen Raum, Umsatz und Ergebnis. Höhere Absatzmengen bei Inorganic Pigments sowie vorteilhafte Wechselkurse konnten dies nicht ausgleichen. Der Umsatz sank von 584 Millionen Euro um 4,5 % auf 558 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 88 Millionen Euro um 16,2 % unter dem Vorjahreswert von 105 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen lag bei 15,8 % nach 18,0 % im Vorjahresquartal.

Umsatz und Ergebnis im Segment Specialty Additives legten hingegen trotz des herausfordernden Umfelds zu. Insbesondere das gute Geschäft mit Bromchemikalien und positive Wechselkurseffekte konnten die Corona-bedingt schwache Nachfrage im Automobilsektor mehr als ausgleichen. Der Umsatz stieg um 2,9 % von 485 Millionen Euro auf 499 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 85 Millionen Euro um 2,4 % über dem Vorjahreswert von 83 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen blieb mit 17,0 % gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil.

Auch das neue Segment Consumer Protection schloss das erste Quartal 2020 erfolgreich ab. Dazu trug insbesondere das starke Geschäft mit Desinfektionsmitteln im Geschäftsbereich Material Protection Products bei. Dazu kamen vorteilhafte Wechselkurseffekte sowie ein positiver Portfolio-Effekt aus der Akquisition des brasilianischen Biozid-Herstellers IPEL. Der Umsatz stieg um 5,7 % von 264 Millionen Euro auf 279 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 67 Millionen Euro um 11,7 % über dem Vorjahreswert von 60 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen lag bei starken 24,0 % nach 22,7 % im Vorjahr.

Im Segment Engineering Materials belastete die aufgrund der Coronavirus-Pandemie schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie Umsatz und Ergebnis. Der Umsatz lag mit 347 Millionen Euro um 9,2 % unter dem Vorjahreswert von 382 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen sank um 24,6 % von 65 Millionen Euro auf 49 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen lag mit 14,1 % unter dem Wert des Vergleichsquartals von 17,0 %.

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