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Umsatz auf Vorjahresniveau

Lanxess trotzt schwächelnder Konjunktur

| Redakteur: Alexander Stark

Der Spezialchemie-Konzern Lanxess hat sich trotz des sich weiter eintrübenden wirtschaftlichen Umfelds auch im dritten Quartal 2019 gut behauptet. Das Ergebnis fiel nur leicht schwächer als im Vorjahr aus. Vor allem die geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie und ein schwaches Chromerz-Geschäft belasteten das Ergebnis.

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Auf einer Pressekonferenz präsentiert Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert das neue Klimaziel von Lanxess: Klimaneutralität bis 2040.
Auf einer Pressekonferenz präsentiert Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert das neue Klimaziel von Lanxess: Klimaneutralität bis 2040.
(Bild: Lanxess)

Köln – Lanxess hat seine Quartalszahlen vorgelegt: Demnach lag der Konzernumsatz im dritten Quartal 2019 mit 1,781 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 267 Millionen Euro um 3,6 % unter dem Vorjahreswert von 277 Millionen Euro. Das Konzernergebnis sank im Wesentlichen aufgrund höherer Abschreibungen um 13,8 % von 80 Millionen Euro auf 69 Millionen Euro.

Vor allem die geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie und ein schwaches Chromerz-Geschäft belasteten das Ergebnis. Das stabile Portfolio des Konzerns sowie vorteilhafte Wechselkurseffekte, vor allem aus dem starken US-Dollar, glichen dies aber nahezu aus. Die Ebitda-Marge erreichte 15,0 % nach 15,5 % im Vorjahresquartal.

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Für das vierte Quartal geht der Konzern davon aus, dass das Ebitda vor Sondereinflüssen etwas besser als im Vorjahr ausfallen wird. Für das Gesamtjahr 2019 erwartetet der Spezialchemie-Konzern ein Ebitda vor Sondereinflüssen zwischen 1,00 Milliarden Euro und 1,05 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,016 Milliarden Euro).

Geschäft mit Organometallen neu ausgerichtet

Bei der Weiterentwicklung seines Portfolios geht das Unternehmen einen nächsten Schritt. Der Konzern richtet sein Geschäft mit Organometallen neu aus und fokussiert sich dabei künftig auf profitable Wachstumssegmente. Dafür investiert Lanxess an seinem Standort in Bergkamen einen mittleren einstelligen Millionen-Euro-Betrag in den Ausbau der Produktion von Organometallen auf Aluminium-Basis. Diese werden als Katalysatoren in der Herstellung von hochwertigen Kunststoffen eingesetzt. Das Geschäft zeichnet sich durch attraktive Margen und gute Wachstumsperspektiven aus.

Ebenfalls in Bergkamen produziert das Unternehmen Organometalle auf Zinn-Basis. Dieses Geschäft hat der Konzern nun an die PMC Group verkauft, ein US-amerikanisches Chemieunternehmen. Beide Parteien haben am 9. November 2019 eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Die Transaktion wird voraussichtlich zum Jahresende 2019 abgeschlossen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Bis mindestens Ende 2021 wird der Konzern die Herstellung von zinnbasierten Organometallen noch in Auftragsfertigung für den künftigen Eigentümer fortführen. Zinnbasierte Organometalle werden vor allem für die Herstellung von Polyvinylchlorid (PVC), Katalysatoren und anderen chemischen Zwischenprodukten genutzt.

Drei von vier Segmenten steigern operatives Ergebnis

Das Segment Advanced Intermediates hat sich auch im dritten Quartal gut entwickelt. Maßgeblich dafür war vor allem ein gutes Projektgeschäft bei Saltigo. Die Entwicklung der Wechselkurse wirkte sich zusätzlich positiv aus. Der Umsatz lag trotz eines negativen Preiseffekts aufgrund gesunkener Rohstoffpreise mit 549 Millionen Euro um 2,8 % über dem Vorjahreswert von 534 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um 2,3 % von 87 Millionen Euro auf 89 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen blieb mit 16,2 % stabil.

Das Segment Specialty Additives entwickelte sich im dritten Quartal trotz schwächerer Nachfrage aus der Automobilindustrie und der Beendigung margenschwacher Lohnfertigungsverträge positiv. Dafür sorgten vorteilhafte Wechselkurseffekte und ein starkes Geschäft im Geschäftsbereich Polymer Additives. Der Umsatz lag mit 503 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um 4,3 % auf 97 Millionen Euro nach 93 Millionen Euro im Vorjahresquartal.Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen stieg auf starke 19,3 % nach 18,5 % im Vorjahresquartal.

Auch das Segment Performance Chemicals entwickelte sich besser als im Vorjahresquartal. Die Geschäftsbereiche mit Wasseraufbereitungs- und Materialschutzprodukten konnten wie schon in den Quartalen zuvor kräftig zulegen. Hinzu kamen positive Wechselkurseffekte. Das schwache Chromerzgeschäft im Geschäftsbereich Leather belastete weiterhin. Der Umsatz stieg um 6,0 % von 334 Millionen Euro auf 354 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag mit 56 Millionen Euro um 5,7 % über dem Wert des Vorjahresquartals (53 Millionen Euro). Die Ebitda-Marge vor Sondereinflüssen blieb mit 15,8 % stabil.

Im Segment Engineering Materials belastete die schwächere Nachfrage aus der Automobilindustrie weiterhin Umsatz und Ergebnis. Auf den Umsatz drückten auch niedrigere Verkaufspreise aufgrund gesunkener Rohstoffkosten. Trotz vorteilhafter Wechselkurseffekte sank er um 10,4 % von 394 Millionen Euro auf 353 Millionen Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen lag bei 59 Millionen Euro und damit um 15,7 % unter dem Vorjahreswert von 70 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge erreichte nach 17,8 % im Vorjahr einen Wert von 16,7 %.

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