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Flexible Produktion

Lanxess erhält Innovationspreis für Modulare Anlage

| Redakteur: Tobias Hüser

Luis López-Rémon (1.v.r.) und Dietrich Tegtmeyer (1.v.l.) vom Lanxess-Geschäftsbereich Leder nahmen gemeinsam mit den Projektpartnern von Heller-Leder und Invite den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt für ihr Projekt „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“ entgegen.
Luis López-Rémon (1.v.r.) und Dietrich Tegtmeyer (1.v.l.) vom Lanxess-Geschäftsbereich Leder nahmen gemeinsam mit den Projektpartnern von Heller-Leder und Invite den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt für ihr Projekt „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“ entgegen. (Bild: Kruppa/IKU)

Lanxess hat den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2017 erhalten. Der Spezialchemie-Konzern ist in der Kategorie „Umweltfreundliche Produkte“ für eine modulare Anlage zur Gewinnung von Nachgerbstoffen aus Lederresten ausgezeichnet worden.

Köln – Unter dem Titel „Ressourceneffiziente Herstellung von Lederchemikalien“ hat der Spezialchemie-Konzern in Zusammenarbeit mit dem Leverkusener Forschungsinstitut Invite eine modulare Pilotanlage konzipiert, um aus Falzspänen und Schnittabfällen, die bisher in der Regel entsorgt worden sind, sowie aus pflanzlicher Biomasse Nachgerbstoffe der Marke „X-Biomer“ herzustellen. Die Anlage kann in Gerbereien direkt an Ort und Stelle betrieben werden. Derzeit wird sie bei Heller-Leder unter realen Bedingungen erprobt. Das Gemeinschaftsprojekt verfügt über ein finanzielles Volumen von fünf Millionen Euro.

Eine Gerberei könnte auf diese Weise einen Teil ihres Eigenbedarfs an Nachgerbstoffen, wie sie Lanxess in seiner X-Biomer-Reihe anbietet, vollautomatisch und weitgehend selbstständig herstellen. Durch das Projekt soll sich ein noch nachhaltigerer Produktionsprozess ergeben. „Auf der einen Seite werden durch eine ‚Vor-Ort‘- und ‚Just in time‘-Produktion enorme Ressourcen in Energie, Logistik und Verpackung gespart, auf der anderen Seite können kollagenhaltige Nebenprodukte wie Falzspäne als Rohstoff für die benötigte Nachgerbchemie dienen“, erklärt Dietrich Tegtmeyer, Leiter des Projekts bei Lanxess.

Vollständige Verwertung ohne Emissionen

Bei einer Gerberei mittlerer Größe fallen etwa ein bis zwei Tonnen Falzspäne pro Tag an. Mit einer von Lanxess geleasten Produktionsanlage könnte der Betrieb daraus direkt vor Ort eine vergleichbare Menge an flüssigem X-Biomer-Produkt zur Nachgerbung herstellen. Die eingesetzten Falzspäne werden dabei zu hundert Prozent verwertet, es bleiben keinerlei Rückstände übrig und es werden keine Emissionen erzeugt.

„Das Ziel des Projektes ist es, dem Gerber das Produkt X-Biomer nicht nur mit einem ökologischen, sondern auch mit einem wirtschaftlich nachhaltigen Konzept anbieten zu können“, sagt Tegtmeyer. Konzeptionell höhere Produktionskosten sollen zum Beispiel durch die entfallenden Logistik- und Energiekosten kompensiert werden. Dieses Konzeptmodell soll jetzt in der Pilotierung zu verifizieren werden.

Das Innovations-Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „R+Impuls – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Impulse für industrielle Ressourceneffizienz“ gefördert. Mit der Fördermaßnahme werden Projekte unterstützt, die innovative Technologien und Produkte aus dem Labor in die wirtschaftliche Anwendung bringen.

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