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Wie reagieren die AGAB-Mitglieder auf diese Wünsche und welche Handlungsfelder hat die Branche erkannt? An erstes Stelle nennt Nowicki das Themenfeld Projekt- und Risikomanagement. Hier müsse man die Kompetenzen von hohem Niveau ausgehend kontinuierlich ausbauen auch das Chancenmanagement im Auge behalten. Überdies hat die Branche im Einsatz von Industrie 4.0-Technologien einen wichtigen Hebel erkannt, um die Effizienz ihrer Prozesse zu steigern. Eine aktuelle AGAB-Studie weist auf hohe Potenziale von Industrie 4.0 vor allem in der Logistik, auf der Baustelle und im Engineering hin. PROCESS berichtete. Gleichzeitig bereiten die Unternehmen ihre Mitarbeiter durch gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen auf die Erfordernisse der neuen Technologien vor. Nicht neu, aber immer wichtiger:
Zur Stärkung der Wettbewerbsposition ist der Ausbau des Servicegeschäfts notwendig. Derzeit liegt der Anteil der Serviceleistungen am Gesamtumsatz im Großanlagenbau bei 16 Prozent. Die Planungen der AGAB-Mitglieder sehen vor, diese Quote bis 2019 im Branchenschnitt auf mehr als 20 Prozent zu steigern. Man habe die vielfältigen Chancen des Servicegeschäfts erkannt und wolle das Potenzial konsequent nutzen, so der Branchensprecher. Neben der Stabilisierung der Umsätze und einer Verbesserung der Marge sind es vor allem die direkten Kundenkontakte und der damit verbundene Einblick in die konkreten Bedürfnisse der Anlagenbetreiber, die das Servicegeschäft für den Großanlagenbau so attraktiv machen. Nowicki weiter: „Von den Erfahrungen aus den anlagennahen Serviceaktivitäten profitieren letztendlich auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der AGAB-Unternehmen“.
Ausblick 2016: Stabiler Auftragseingang erwartet
Vor diesem Hintergrund zeigen sich die deutschen Großanlagenbauer verhalten optimistisch. Man rechnet angesichts der anhaltend schwachen Investitionsneigung in China, der Rezessionen in Russland und Brasilien, der Vielzahl an regionalen Konflikten sowie dem zunehmenden Wettbewerb aus Asien derzeit nicht mit einer grundlegenden Trendwende im Auftragseingang. Dennoch scheint immerhin ein leichter Anstieg der Nachfrage möglich zu sein.
Hoffnungen liegen im Iran (auch wenn dort die Finanzierungsfragen weitgehend ungeklärt sind), und auch in den USA sowie in Südostasien bieten sich dem Großanlagenbau interessante Perspektiven. Zweckoptimist Nowicki blickt trotz aller Herausforderungen positiv in die Zukunft „Der von den Unternehmen betriebene Ausbau des Servicegeschäfts, eine wachsende Nachfrage nach Betreibermodellen sowie die Nachrüstung bestehender Fabriken mit Industrie-4.0-Techniken versprechen darüber hinaus weltweit steigende Umsätze“, so sein Fazit.
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