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Legionellen-Problematik im Kühlwasser Keimfrei im Kühlturm: So bekommt Dosiertechnik die Legionellen-Problematik in den Griff

Redakteur: Dominik Stephan

Feucht, warm und an der Luft: Im Kühlwasser finden Legionellen und andere Erreger optimale Bedingungen. Auch die Korrosion oder Biofouling setzen den Systemen zu. Kein Wunder, dass die 42. BImSchV den Betreibern Transparenz und Kontrolle ins Pflichtenheft schreibt. Doch wie bekommt man angesichts von Jahrhundertsommern und individuellen Setups die Kühlturmbelastung in den Griff?

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Kühltürme bieten optimale Bedingungen für Keime – darum unterstützen Firmen wie LDT Dosiertechnik aus Hamburg Anlagenbetreiber mit Know-how und Lösungskompetenz bei der Behandlung des Kühlwassers.
Kühltürme bieten optimale Bedingungen für Keime – darum unterstützen Firmen wie LDT Dosiertechnik aus Hamburg Anlagenbetreiber mit Know-how und Lösungskompetenz bei der Behandlung des Kühlwassers.
(Bild: LDT Dosiertechnik)

Die warmen Frühlingstage machen deutlich: Die Temperaturen steigen und die Rekordmarken seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sind in Gefahr, übertroffen zu werden. Für den Sommer 2020 erwarten Experten Temperaturen jenseits der 40 Grad. Damit wird die Notwendigkeit unterstrichen, industrielle Kühlsysteme rechtzeitig zu überprüfen und zu optimieren.

Kühlwasser, wie es in vielen Prozessen wie Dampfanlagen und Produktionsstätten oder in der Lebensmittelproduktion verwendet wird, bringt die Gefahr von Legionellen-Infektionen – immerhin hat es eine für die Vermehrung der Bakterien optimale Temperatur und bietet aufgrund seines Kontakts mit der Atmosphäre ein reiches Nahrungsangebot.

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Und das nicht nur im Kühlturm: Überall, wo Wasser versprüht wird, können sich die Erreger ausbreiten. Auch Trinkwasserinstallationen, Duschen, Springbrunnen, Waschstraßen oder raumlufttechnische Anlagen können zur Quelle eines Legionellen-Ausbruchs werden.

Pflicht ist Pflicht: Das kommt auf Kühlturmbetreiber zu

Die neue Bundes-Immissionsschutzverordnung 42. BImSchV schreibt einen hygienisch einwandfreien Betrieb von Verdunstungskühlanlagen, Kühltürmen und Nassabscheidern vor. Zudem existiert eine Anzeigepflicht für einen Legionellenbefall. Eine fachkundige Person muss eine Risikobewertung der Anlage vornehmen und das Wasser regelmäßig in einem Labor untersucht werden.

Der Wasseraufbereitung kommt dabei die Hauptaufgabe zu, ist doch die Kühlwasserqualität ausschlaggebend für Korrosion, Kalk und Ablagerungen, die die Anlage gefährden. Dazu kommen Mikroorganismen und Schleimbildung, die verantwortlich für das Entstehen von Legionellen sind. Nur durch konsequente und individuelle Wasserbehandlung ist ein wirtschaftlicher und sicherer Betrieb möglich. Kühlwasseraufbereitungssysteme sind für folgende Anwendungen unverzichtbar:

  • Härtestabilisatoren gegen Kalk: Ablagerungen entstehen durch das Verdunsten des Wassers. Mithilfe einer Leitfähigkeitsmessung wird die Ionenkonzentration kontinuierlich überwacht, da diese vom Mineraliengehalt abhängig ist. Wird bei einer bestimmten Konzentration ein Leitfähigkeitsgrenzwert erreicht, wird das hochkonzentrierte Kühlwasser abgelassen und durch Frischwasser ersetzt.
  • Korrosionsschutz gegen Rost: Korrosionsinhibitoren werden dem Kühlwasser zudosiert, um die Korrosion der Metallteile zu reduzieren, für eine langlebige Funktion zu sorgen und den Wirkungsgrad zu erhöhen.
  • Biozide gegen Mikrobenwachstum: Biozide bekämpfen Mikroorganismen wie Legionellen, Algen und Pilze, wirken gegen Keime und reduzieren die Schleimbildung.
  • Dispergatoren gegen Biofilme: Krankheitserregende Keime finden in Biofilmen optimale Bedingungen. Biozide töten zwar gefährliche Mikroorganismen und verhindern das weitere Wachstum, aber sie lösen den Schleim nicht völlig.

In jedem Fall setzt die präzise Dosierung von Bioziden, Stabilisatoren und Korrosionsschutzmitteln eine präzise Überwachung des Kühlwassers voraus: So kann etwa die Absalzsteuerung wahlweise mit konduktiver oder induktiver Leitfähigkeitsmessung durchgeführt werden. Zusätzlich zur Leitfähigkeit besteht die Möglichkeit, auch pH- oder Redox-Werte zu messen und über weitere Dosierpumpen nachzusteuern.

Dosieren, Pumpen und Messen: Kühlwasser-Lösung nach Maß

Der Inhibitor wird proportional zur Frischwassermenge zudosiert: Die Wassermenge wird über einen Wasserzähler ermittelt und an den Kontrollregler gemeldet. Über das Spannungssignal des Reglers wird die Inhibitor-Pumpe zu- oder abgeschaltet. Die Dosierpumpe für das Biozid wird über eine Zeitschaltuhr gesteuert, um eine Resistenzbildung zu verhindern.

Angeschlossen ist ein Abschlämm- oder Absalzventil, das sich öffnet, wenn die Leitfähigkeit des Kühlwassers zu hoch wird. Gesättigtes Kühlwasser wird dann gezielt abgeführt. Die Fehlmenge wird durch Frischwasser ersetzt. Für den Fall, dass im Störungsfall kein Frischwasserdurchfluss stattfindet, sorgt eine integrierte Durchflussüberwachung mittels eines Signals an den Regler zur Abschaltung des Dosiersystems.

Kühltürme bieten optimale Bedingungen für Keime – darum unterstützen Firmen wie LDT Dosiertechnik aus Hamburg Anlagenbetreiber mit Know-how und Lösungskompetenz bei der Behandlung des Kühlwassers.
Kühltürme bieten optimale Bedingungen für Keime – darum unterstützen Firmen wie LDT Dosiertechnik aus Hamburg Anlagenbetreiber mit Know-how und Lösungskompetenz bei der Behandlung des Kühlwassers.
(Bild: LDT Dosiertechnik)

Alle Messwerte und wichtigen Ereignisse werden auf dem LC-Display des Reglers angezeigt und die Daten werden permanent gespeichert. Zudem kann der Regler in einem lokalen Netzwerk fernbedient werden. Eben alles im Blick und im Griff, damit das Kühlsystem keimfrei bleibt.

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