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Trinkwasser in Deutschland und der Welt

Fünf Fakten zum Umgang mit Wasser und dessen Verfügbarkeit

| Redakteur: Christian Lüttmann

Trinkwasser ist kostbar – und längst nicht jedem auf der Welt frei zugänglich.
Trinkwasser ist kostbar – und längst nicht jedem auf der Welt frei zugänglich. (Bild: gemeinfrei, rawpixel / Pixabay)

Trinkwasser ist ein wertvolles Gut. In Deutschland steht es jedem frei zur Verfügung. Geht deshalb der Wasserverbrauch maßlos nach oben? Wofür wird das Trinkwasser überhaupt genutzt? Und wie ist die Trinkwasserversorgung weltweit aufgestellt? Die Antworten und weitere Fakten finden Sie in diesem Beitrag.

Strahlende Sonne, 30 °C im Schatten – und das in Deutschland. Der Sommer bringt immer öfter Urlaubswetter vor die eigene Haustüre. Zum Glück gibt es Mittel und Wege zur Abkühlung: Ob die Wasserpistolenschlacht, der Pool im Garten oder einfach ein Eimer Wasser, über dem Kopf ausgekippt. Dank der flächendeckenden Wasserversorgung ist das alles kein Problem. Doch dabei darf man nicht vergessen, wie wertvoll das kühle Nass eigentlich ist. Die folgenden fünf Fakten sollen einen Einblick geben, wie mit Wasser in Deutschland umgegangen wird und wie die Versorgung weltweit aussieht.

Fakt 1: Das wenigste Trinkwasser wird tatsächlich getrunken

Trinkwasser ist in Deutschland mit gerade einmal zwei Cent pro Liter nahezu kostenlos verfügbar. Denn die Wasseraufbereitung ist so gut, dass man es bedenkenlos direkt aus dem Hahn trinken kann (zumindest, wenn man die Tipps des Umweltbundesamtes berücksichtigt, s. Ergänzendes zum Thema). Das meiste Trinkwasser kommt in deutschen Haushalten jedoch einem anderen Zweck zu, nämlich dem Baden oder Duschen. Über ein Drittel des verbrauchten Trinkwassers entfällt auf die Körperhygiene, wie eine Statistik des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) von 2018 ergab. Gerade einmal 4% des Trinkwassers wird auch tatsächlich getrunken oder zum Kochen verwendet.

Ergänzendes zum Thema
 
Drei Tipps des Umweltbundesamtes zu Trinkwasser aus dem Hahn

Neben dem Baden sind auch die Toilettenspülung und Waschmaschinen nennenswerte Verbrauchsquellen mit viel Potenzial zum Wassersparen. Während man bei der Körperhygiene selbst in der Hand hat, ob man ausgiebig badet oder doch lieber wassersparend duscht, bieten Toiletten und Waschmaschinen heutzutage ebenfalls eingebaute Sparprogramme. So gibt es z.B. unterschiedliche Spülmengen bei Toiletten oder Waschgänge mit besonders geringem Wasserverbrauch.

Fakt 2: Der Wasserverbrauch in Deutschland ist stark gesunken

Sparsame Geräte und ein zunehmendes Umweltbewusstsein der Bevölkerung haben sicherlich auch zu dem Trend beigetragen, der sich bei dem Wasserverbrauch in Deutschland abzeichnet. Dieser ist seit den 1990er Jahren deutlich gesunken. Nutzte 1990 im Durchschnitt jeder Deutesche täglich 147 Liter Trinkwasser, so waren es 2017 nur noch 123 Liter. Dies ist ein Rückgang von 16%. Damit ist Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr sparsam, wie auch das Umweltbundesamt (UBA) bestätigt. „Es besteht jedoch noch weiteres Einsparpotenzial. Jeder Einzelne kann und sollte dazu beitragen, dass der Wasserverbrauch weiter zurückgeht“, heißt es auf den Seiten des UBA.

Fakt 3: Deutschland ist beim Wasserverbrauch geteilt

Besonders sparsam sind im Deutschlandvergleich die Sachsen. Sie kommen mit einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von nur 90 Litern pro Kopf mit dem wenigsten Trinkwasser aus. Das meiste Wasser fließt in Hamburg durch die Leitungen. Dort sind es 140 Liter pro Person und Tag.

Die Grafik unten zeigt, wie sich der Wasserverbrauch der einzelnen Bundesländer unterscheidet. Dabei fällt auf, dass sich das Gebiet der ehemaligen DDR durch einen besonders niedrigen Wasserverbrauch abzeichnet. Doch auch im Südwesten scheinen die Menschen etwas sparsamer mit dem Wasser umzugehen: Im Saarland, der Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist der Verbrauch knapp unter dem Landesdurchschnitt von 123 Litern.

Fakt 4: Über einem Viertel der Weltbevölkerung fehlt der Zugang zu sicherem Trinkwasser

Dass es längst kein Selbstverständlichkeit ist, uneingeschränkten Zugriff auf sauberes Trinkwasser zu haben, zeigt ein gemeinsamer Bericht von Unicef und WHO. Während in Deutschland Wasser in Trinkqualität in scheinbar grenzenloser Menge zur Verfügung steht, mangelt es dem Bericht zufolge 2,2 Milliarden Menschen an Zugang zu sicherem Trinkwasser. Etwa ein Zehntel der Weltbevölkerung habe nicht einmal eine Grundversorgung (Definitionen: s. Ergänzendes zum Thema).

Ergänzendes zum Thema
 
Definitionen von sicherem Trinkwasser und Grundversorgung

Die Karte zeigt, wie viel Prozent der Landesbevölkerung eine Grundversorgung mit Trinkwasser haben.
Die Karte zeigt, wie viel Prozent der Landesbevölkerung eine Grundversorgung mit Trinkwasser haben. (Bild: UNICEF/WHO 2019)

Betroffen sind dabei vor allem Menschen in den Subsahara-Staaten und Ozeanien, wo nur 61 bzw. 55% der Bevölkerung mit Trinkwasser grundversorgt sind. In diesen Regionen muss daher noch viel für ein menschenwürdiges Leben getan werden. „Kinder und ihre Familien in armen und ländlichen Gemeinden haben das größte Risiko, abgehängt zu werden. Regierungen müssen in ihre Gemeinden investieren, damit wir diese ökonomische und geographische Kluft überwinden und dieses grundlegende Menschenrecht erfüllen“, kommentiert Kelly Ann Naylor, Unicef-Expertin für Wasser, Sanitär und Hygiene.

Fakt 5: Weltweite Wasserversorgung entwickelt sich positiv – bis jetzt

Insgesamt ist aber eine positive Entwicklung der globalen Wasserversorgung zu beobachten. So ist der Anteil der versorgten Bevölkerung seit 2000 in allen übergeordneten Regionen insgesamt gestiegen, was angesichts der stetig wachsenden Weltbevölkerung nicht selbstverständlich ist. Waren im Jahr 2000 noch 1,1 Milliarden Menschen ohne Grundversorgung, ist die Zahl 2017 auf 785 Millionen gesunken. Unicef und WHO schätzen, dass in diesem Zeitraum insgesamt 1,8 Milliarden Menschen zusätzlich Zugang zu einer Trinkwasser-Grundversorgung erhalten haben.

Diesen Trend gilt es, weiter zu unterstützen. Denn besonders in Hinblick auf die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel wird die flächendeckende Wasserversorgung in Zukunft eine große Herausforderung sein.

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